Handball 3. Liga: Perspektive der Ahlener SG
Das Hoffen auf die Zweite

Ahlen -

„Läuft doch“ könnte man derzeit über die Situation der Drittliga-Handballer sagen. Die Bertow-Sieben kommt dem Klassenerhalt immer näher. Parallel wird am Kader für die kommende Saison gestrickt. Dabei könnte auch die zweite Mannschaft ein gewichtiges Argument für die ASG liefern.

Montag, 05.03.2018, 20:03 Uhr

„Mattes ist zurzeit einfach unverzichtbar“, lautet das Urteil von HLZ-Geschäftsführer Klaus Jäger über Mattes Rogowski. Der ASG-Kapitän ist in der Tat bereits seit Wochen in bestechender Form. Auch deshalb will der Verein dringend mit ihm verlängern.
„Mattes ist zurzeit einfach unverzichtbar“, lautet das Urteil von HLZ-Geschäftsführer Klaus Jäger über Mattes Rogowski. Der ASG-Kapitän ist in der Tat bereits seit Wochen in bestechender Form. Auch deshalb will der Verein dringend mit ihm verlängern. Foto: Rene Penno

Der Zeitpunkt für diese Pressekonferenz am Freitag war nicht so schlecht gesetzt: Just haben sich die Drittliga-Handballer der Ahlener SG mit zwei Siegen gegen die Bergischen Panther und die Mendener Sauerland Wölfe „Luft verschafft im Abstiegskampf“, wie es HLZ-Geschäftsführer Andreas Bartscher ausdrückte, da gab der Verein gleich einen ganzen Rutsch an Vertragsverlängerungen bekannt (die WN berichtete) . Die Zeichen mehren sich schließlich, dass die Ahlener auch in der nächsten Saison in der 3. Liga spielen werden. „Es ist noch nicht so, dass es gelaufen ist. Aber wir sind jetzt in einer Position der Stärke. Das macht mehr Spaß, als wenn man mit dem Rücken zur Wand steht“, so Bartscher angesichts von sieben Punkten Vorsprung auf einen Abstiegsplatz.

ASG befindet sich derzeit in Position der Stärke

In einer Position der Stärke befinden sich die Verantwortlichen für die Kaderplanung – Bartscher, sein Geschäftsführer-Kollege Klaus Jäger, ASG-Trainer Sascha Bertow sowie Thomas Lammers als Bindeglied des Vorstands zur Mannschaft – auch wenn es darum geht, derzeitige Spieler zu halten und künftige an die Werse zu locken. Nicht zu unterschätzen ist dabei die Perspektive des möglichen Aufstiegs der zweiten Mannschaft in die Verbandsliga. Just an diesem Wochenende hat die Reserve zwar überraschend verloren, Verfolger ASC Dortmund aber ebenso. Der Ahlener Vorsprung beträgt deshalb weiterhin fünf Punkte. Das sind gute Aussichten für die Mannschaft und den Verein als Ganzes.

Denn die Zweite in der Verbandsliga ist ein wichtiger Baustein für das Fortkommen der ASG, weil der Verein mehr zu den Ausbildern als den Einkäufern gehört. Nicht nur wegen des Leistungsstützpunktes, sondern weil die Wersestädter mit den ganz dicken Fischen der 3. Liga beim Budget nicht mithalten könnten.

Handball 3. Liga: Vertragsverlängerungen, Zu- und Abgänge bei der Ahlener SG

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  • Andreas Tesch (Verlängerung bis 2019): Die „absolute Nummer eins“ (Thomas Lammers) bleibt der Ahlener SG auch in der kommenden Saison erhalten. Und nicht nur die Zuschauer, die er mit seinen starken Paraden immer wieder begeistert, dürften darüber froh sein. Der Wermutstropfen: Zurzeit sieht es stark danach aus, dass Tesch die ASG danach verlässt oder sogar ganz aufhört.

    Foto: Rene Penno
  • Björn Wiegers (Verlängerung bis 2019): „Eigentlich wollte er nach dieser Saison schon aufhören. Aber es macht ihm noch so viel Spaß und er hängt ein Jahr dran – wir sind froh darüber“, sagt Thomas Lammers über den zweitligaerfahrenen Kreisläufer. „Um ihn und Ferdi Hümmecke am Kreis werden wir beneidet“, ergänzt Andreas Bartscher. „Dieses Duo wäre auch zweitligatauglich.“

    Foto: Lars Gummich
  • Mattes Rogowski (Vertragsverlängerung steht bevor): „Mattes ist zurzeit einfach unverzichtbar“, lautet das Urteil von HLZ-Geschäftsführer Klaus Jäger. Auch Thomas Lammers sagt: „Mattes ist ein absoluter Leistungsträger – auf dem Feld und wie er die Mannschaft daneben führt.“ Der ASG-Kapitän ist in der Tat bereits seit Wochen in bestechender Form. Auch deshalb will der Verein dringend mit ihm verlängern und hofft noch in dieser Woche auf eine Unterschrift.

    Foto: Rene Penno
  • Dimitry Stukalin (Vertrag bis 2019): Zu Beginn der Saison zweiter Mann hinter Luca Werner. Nach dessen Ausfall in den letzten Wochen in guter Form. Auch er bleibt der ASG über diese Saison hinaus erhalten.

    Foto: Rene Penno
  • Niklas Seifert (Option bis 2020): Seifert ist einer der jungen Kerle, die in den nächsten Jahren das Ruder stärker in die Hand nehmen sollen. Ein Eigengewächs des Vereins und „schon deshalb wäre es für den Verein schade, ihn gehen zu lassen“, so Thomas Lammers. Der Außenspieler ist zudem einer der begehrten Linkshänder.

    Foto: Rene Penno
  • Ferdi Hümmecke (Verlängerung bis 2020): Der „Baum“ in der Abwehr bleibt mindestens noch zwei Spielzeiten. Am Kreis verkörpert er zudem allein mit seiner Größe einen anderen Typus Spieler als Björn Wiegers und ist damit eine gute zusätzliche Option. Und: „Was er in der Abwehr wie zuletzt mit Felix (Harbaum) macht, ist überragend“, sagt Andreas Bartscher. Nicht umsonst hätten einige Drittligisten ein Auge auf Hümmecke geworfen. Die müssen nun warten.

    Foto: René Penno
  • Nick Steffen (wahrscheinliche Vertragsverlängerung): „Er möchte, wir möchten. Die Zeichen stehen auf grün“, sagt Klaus Jäger zur möglichen Vertragsverlängerung mit dem jungen Außenspieler. Der hat für die ASG ein Doppelspielrecht, läuft eigentlich für Emsdetten auf und deshalb müssen sich die Ahlener noch beim Okay gedulden. In ein bis zwei Wochen soll Klarheit herrschen.

    Foto: Rene Penno
  • Felix Harbaum (Vertrag bis 2020): Man könnte ihn einen Zugang nennen, dabei spielt Felix Harbaum nach etlichen Verletzungen in der Ersten schon längst dort. Als Aushilfe wurde er aus der Landesliga-Truppe hochgezogen und hat seine Sache so gut gemacht, dass ihn die ASG in der kommenden Saison komplett für die 3. Liga einplant.

    Foto: Rene Penno
  • Sven Kroker (Vertrag bis 2020): Hoch in die Erste soll auch Sven Kroker, der in der Landesliga eine überragende Saison spielt, wie immer wieder zu hören ist. Der Lohn: Der 19-Jährige soll als zweiter Mann hinter Andreas Tesch aufgebaut werden. Für das Eigengewächs trennt sich die ASG von der bisherigen Nummer zwei Lukas Brüske.

    Foto: Lars Gummich
  • Luca Werner (Abgang): Der Rückraum kehrt zurück zu seinem Heimatverein zurück. Für den derzeitigen Oberligisten ist die Verpflichtung Werners bereits ein Teil der Kaderplanung für den möglichen Aufstieg in die 3. Liga.

    Foto: René Penno
  • Marvin Michalczik (Pause): Sein „Abgang“ ist eine kleine Überraschung. Michalczik ist ein Eigengewächs, eine Bank aus sieben Metern und noch jung. Die Pause hat aber keine sportlichen Gründe. Der Ahlener beginnt ein duales Studium und hat daher wohl nicht mehr die Zeit, oft genug für die 3. Liga zu trainieren. Der Verein hofft, ihn perspektivisch in der Zweiten einsetzen zu können.

    Foto: René Penno
  • Lukas Brüske (Abgang): Der Härtefall in der Mannschaft. Wenn man Brüske brauchte, war er zur Stelle. Weil die ASG aber hinter Andreas Tesch ein Eigengewächs als Nummer zwei aufbauen will, muss Brüske weichen. „Für ihn tut es uns richtig leid“, sagt Klaus Jäger. Und Thomas Lammers ergänzt: „Die Entscheidung war keine gegen ihn, sondern für Sven.“

    Foto: Rene Penno
  • Michel Schäfer (Karriereende): Zum erweiterten Kader der Ersten gehörte bisher Michel Schäfer. Seine Knieverletzung hat sich jedoch als so schwerwiegend herausgestellt, dass er zunächst seine Handballer-Karriere beenden muss.

    Foto: Lars Gummich

Aufstieg der Zweiten wichtig für den Gesamtverein

Was bei der Heranführung des Nachwuchses an den Semi-Profibereich bisher noch etwas fehlte, war aber der Mittelbau. Der Sprung zwischen Landesliga und 3. Liga ist sehr groß, auch wenn Sascha Bertow betont, „dass es bei uns jetzt ganz viele junge Spieler gibt, die sich entwickelt haben und in der 3. Liga spielen“. Doch auch der Trainer der Ersten hofft auf diesen Aufstieg seines Kollegen und Co-Trainers Thorsten Szymanski. Denn dann hätte sich das Problem gelöst, dass sich diejenigen Akteure festspielen, die bisher kurzfristig im Oberhaus aushelfen. „Mit der Zweiten in der Verbandsliga könnten wir permanent hin- und herwechseln“, so Sascha Bertow. Plus: „Wir können eventuell auch mehr Spieler bekommen, die dann die Zweite voranbringen.“ Auch Thomas Lammers ist überzeugt: „Dieser Aufstieg wäre ganz wichtig für den Verein. Dann können wir uns die Spieler viel besser ran züchten.“

Gesucht werden Rückraum-Spieler

Ganz ohne Verstärkungen von außen wird es aber weiterhin nicht gehen. Schon allein deshalb, weil bei Leistungsträgern wie Björn Wiegers und Andreas Tesch die nächste vermutlich die letzte Saison im Trikot der ASG sein wird. Doch auch für die kommende Spielzeit sucht der Verein – vor allem im zurzeit ausbaufähigen Rückraum. Auf der Pirsch ist man nach einem typischen Rückraum-Rechten, also einem der rar gesäten Linkshänder.

Auch auf Rückraum links ist die ASG auf der Suche und hier scheinbar schon einen Schritt weiter. „Wir sind in Gesprächen. Drei Spieler sind in der näheren Auswahl“, sagt Andreas Bartscher. Gut möglich also, dass die ASG bald wieder etwas zu verkünden hat.

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