Kreistag des Handballkreises Euregio-Münsterland
Gerd Engbrink nimmt Abschied

Gronau -

Nach 35 Jahren als Vorsitzender des Handballkreises Euregio-Münsterland gibt Gerd Engbrink am Samstag beim Kreistag in Gronau sein Amt ab. Steht sein Nachfolger schon fest?

Donnerstag, 31.01.2019, 16:52 Uhr aktualisiert: 01.02.2019, 14:32 Uhr
Gerd Engbrink vor dem alten Gronauer Rathausturm: Nach 35 Jahren als Vorsitzender des Handballkreises Euregio-Münsterland gibt der 71-Jährige am Samstag während des Kreistages in Gronau die Verantwortung in andere Hände.
Gerd Engbrink vor dem alten Gronauer Rathausturm: Nach 35 Jahren als Vorsitzender des Handballkreises Euregio-Münsterland gibt der 71-Jährige am Samstag während des Kreistages in Gronau die Verantwortung in andere Hände. Foto: Stefan Hoof

Vor gut 57 Jahren entdeckte Gerd Engbrink seine Begeisterung für den Handball. Eine Entscheidung fürs Leben. Bis heute hat sich der 71-Jährige diesem Sport verschrieben. Ob zunächst als Aktiver im SV Vorwärts Gronau, später als Trainer und erst recht als Funktionär. So steht er seit über 35 Jahren als Vorsitzender des Handballkreises Euregio-Münsterland (früher Handballkreis Steinfurt genannt) in der Verantwortung – ehrenamtlich!

„Ich wurde am 21. Oktober 1983 in Burgsteinfurt als Nachfolger von Gerd Klose vom TB Burgsteinfurt gewählt“, erinnert sich der Gronauer genau. „Aber ich hatte keine Ahnung, was mit der neuen Aufgabe auf mich zukommt – aber auch keine Scheu“, ergänzt er.

Am Samstag endet die „Ära Engbrink“ im hiesigen Handballkreis. „Die Zeit für einen Wechsel ist reif“, sagt Gerd Engbrink. Während des Kreistags in Gronau haben die Delegierten aus den Vereinen einen neuen Vorsitzenden zu wählen. WN-Redakteur Stefan Hoof sprach vor der Versammlung im Hotel-Restaurant Driland mit dem noch amtierenden 1. Vorsitzenden, der seit Dienstag auch stolzer Besitzer einer von Bundestrainer Christian Prokop während der WM signierten Trainingsjacke ist.

Ein tolles Abschiedsgeschenk vom Deutschen Handball Bund. Wer hatte die Idee?

Gerd Engbrink (lacht): Nein, nein. An diese Jacke bin ich über sieben Ecken gekommen. Das hat mit meiner Verabschiedung nun gar nichts zu tun.

Dazu hat sich aber die Handball-Prominenz angekündigt.

Engbrink: Dieter Stroband als Präsident des Westdeutschen Handball Verbandes und Wilhelm Barnhusen als Präsident des Handballverbandes Westfalen sowie einige Vorsitzende anderer Handballkreise, teilweise langjährige Weggefährten, haben sich angekündigt. Darüber freue ich mich sehr.

Gronau war während Ihrer Amtszeit noch nie Austragungsort eines Kreistages.

Engbrink: Das stimmt. Aber zu meinem letzten Kreistag habe ich mir das so gewünscht. Das macht für mich in der Organisation dieses Tages vieles leichter, in diesem Fall sind mal für mich die Wege etwas kürzer.

Und wie kurz war der Weg der Entscheidungsfindung, das Amt nun abzugeben?

Engbrink: Das habe ich schon länger für mich so entschieden, der Gedanke ist gut ausgereift. Mit Vollendung des 70. Lebensjahres möchte ich den Handballsport in unserem Kreis nun von außen, aber nicht in verantwortlicher Position weiterverfolgen und genießen. Es war immer mein Wunsch, selbst den Zeitpunkt zu bestimmen, wann ich das Amt des Kreisvorsitzenden zur Verfügung stelle.

Mit welchem Gefühl blicken Sie dem Kreistag entgegen?

Engbrink: Mit einem guten. Auf gar keinen Fall bin ich frustriert, ich freue mich auf mehr Freizeit für meine Familie und mich, auf Handball nur in der Rolle des Zuschauers. So kann ich behaupten, ich bin mit mir im Reinen. Nach 35 Jahren als Vorsitzender darf ich wohl sagen, ich habe genug für diesen tollen Sport und für die Vereine getan, deren Interessen ich auch immer gerne und mit ganzer Überzeugung vorgebracht oder im Verband vertreten habe.

Wer wird ihr Nachfolger?

Engbrink: Da warten wir mal den Samstag ab. Ich möchte der Versammlung nicht vorgreifen. Das müssen die Delegierten beim Kreistag entscheiden. Vielleicht gibt es einen Vorschlag aus der Versammlung heraus. Aber sicherlich ist der Vorstand in dieser Frage nicht unvorbereitet.

Welche vorrangige Aufgabe wartet auf Ihren Nachfolger?

Engbrink: Auf jeden Fall der Job, die von uns angestrebte Fusion der Handballkreise Münster und Euregio-Münsterland voranzutreiben. Außerdem einige spannende Entwicklungen auf Verbandsebene. Aber es geht auch darum, den Handballsport vor Ort voranzubringen. Bei aller Euphorie, die jetzt durch die WM entfacht wurde, gibt es seit Jahren bedenkliche Tendenzen zum Beispiel bei den Mannschaftsmeldungen. Da gibt es Regionen, die sind handballerisch unterversorgt. Da gibt es Orte, die keinen Handballverein haben, gibt es große Städte, wo der Handball nur eine untergeordnete Rolle spielt.

Nach 35 Jahren als Vorsitzender: Die Frage nach dem schönsten, dem emotionalsten Moment soll nicht fehlen.

Engbrink: Der schönste Moment in Bezug auf den Handball fällt gar nicht in diese Zeitspanne. Spontan geantwortet ist das für mich die Saison, in der ich Spieler der Meistermannschaft von Vorwärts Gronau war, die in der damaligen Emslandliga den Titel geholt hat. Als Kreisvorsitzender sind es die Momente der Wiederwahl bei mittlerweile 13 Kreistagen – und das immer einstimmig. Darauf bin ich stolz, aber auch sehr dankbar für dieses Vertrauen. Und sehr gefallen hat mir die Fahrt nach Liverpool mit dem ältesten Jahrgang unserer Kreisauswahl. Das war beeindruckend.

Dann überlasse ich Ihnen jetzt das Schlusswort.

Engbrink: Ich danke allen Mitstreitern, Mitarbeitern, Vorstandskollegen und Freunden in den Vereinen. Aber ganz besonders meiner Familie und meiner Frau Margrit, die sich übrigens zu Beginn meiner Tätigkeit um das Passwesen im Handballkreis verdient gemacht hat. Zu Hause habe ich immer die Unterstützung und den Freiraum gewährt bekommen, ohne die ich dieses Amt nicht so lange hätte ausüben können.

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