Handball | 2. Liga: HSG Nordhorn-Lingen strebt den Aufstieg an
„Haben es selbst in der Hand“

Nordhorn/Lingen -

Verrückt nach Handball waren sie schon früher in der Grafschaft Bentheim und auch im Emsland. Jetzt hat die Begeisterung für die HSG-Nordhorn-Lingen eine neue Dimension erreicht. Heute trifft die HSG auf den HC Rhein Vikings.

Sonntag, 12.05.2019, 12:30 Uhr aktualisiert: 12.05.2019, 12:36 Uhr
Nicht zu stoppen ist zurzeit Handball-Zweitligist HSG Nordhorn-Lingen (hier Georg Pöhle im Spiel gegen seinen früheren Verein TV Emsdetten). Nach sechs Siegen in Serie nimmt das Zwei-Städte-Team Platz zwei ein und hofft auf den Aufstieg in die 1. Liga.
Nicht zu stoppen ist zurzeit Handball-Zweitligist HSG Nordhorn-Lingen (hier Georg Pöhle im Spiel gegen seinen früheren Verein TV Emsdetten). Nach sechs Siegen in Serie nimmt das Zwei-Städte-Team Platz zwei ein und hofft auf den Aufstieg in die 1. Liga. Foto: Angelika Hoof

Seit einer Woche klopft der Zweitligist lauter denn je an das Tor zur 1. Handball-Bundesliga . Da wird die rote Wand geschlossen hinter der HSG stehen, auch wenn wie heute in Lingen (17 Uhr) „nur“ das abgeschlagene Schlusslicht HC Rhein Vikings zu Gast ist.

„Wir hatten zuletzt immer 3000 Zuschauer und mehr“, erklärt HSG-Trainer Heiner Bültmann , „die Stimmung ist jedes Mal gewaltig und trägt uns durch die Heimspiele.“ Bis Saisonende werden über 50 000 Zuschauer die Begegnungen der HSG im Nordhorner Euregium und der Lingener Emslandarena gesehen haben.

Nach zehnjähriger Erstliga-Abstinenz strebt die HSG Nordhorn-Lingen nun zurück ins Handball-Oberhaus. „Natürlich wollen wir aufsteigen“, bekräftigt Bültmann (47). Da ist kein Zaudern in seiner Stimme zu spüren. Jetzt gilt es: fünf Spiele, fünf Siege – darauf sind Bültmann und die HSG fokussiert.

„Zum ersten Mal in dieser Saison haben wir es selbst in der Hand“, freut sich der mit seiner Familie in Schüttorf lebende Coach. Vergangenen Samstag sprang sein Team auf Platz zwei, verdrängte den HSC Coburg, der in Hamburg patzte. Am Freitagabend büßte Coburg im Spitzenspiel gegen Tabellenführer Balingen einen weiteren Punkt ein.

Vor zwei Jahren war an diese Entwicklung nicht zu denken. Im Etat der Niedersachsen klaffte eine bedenkliche Lücke, selbst die Zukunft in der 2. Liga war in Gefahr. Der Verein wählte die Offensive, ging ohne Scheu auf die Fans und die heimische Wirtschaft zu, stellte sich organisatorisch neu auf. Mit großem Erfolg. Vor wenigen Wochen wurde der HSG die Lizenz erteilt: ohne Einschränkungen für die 2. und für die 1. Liga.

Nach zehn Jahren in der 2. Liga peilt der deutsche Vizemeister von 2002 (mit nur einem Punkt Rückstand auf den THW Kiel) jetzt die Rückkehr in die 1. Liga an. Für diese Saison war das Ziel so deutlich zwar noch nicht formuliert.

Doch als in der Rückrunde Klassenprimus HBW Balingen-Weilstetten und der HSC 2000 Coburg plötzlich schwächelten, war die HSG Nordhorn-Lingen als bislang beste Mannschaft der Rückrunde zur Stelle. Zunächst im vorderen Mittelfeld platziert, schoben sich die „Roten“ immer dichter an das Spitzenduo heran. Nach dem sechsten Sieg in Serie (25:17 in Würzburg bei der DJK Rimpar) ging es letzten Samstag hoch auf Platz zwei. „Jetzt sind wir vom Jäger zum Gejagten geworden“, sagte Co-Trainer Ralf Lucas noch auf der Rückfahrt im Bus. Aber was hat sich geändert? Auch in der Verfolgerposition hieß es: Verlieren verboten.

Der Aufschwung ist kein Zufall. Im Kern greift Bültmann, HSG-Cheftrainer im zehnten Jahr, auf eine eingespielte Truppe zurück. „In der Breite, aber auch in der Spitze sind wir in dieser Saison besser aufgestellt“, bemerkt er. Die Neuzugänge, allen voran Georg Pöhle (TV Emsdetten), Julian Possehl (Hamm) und Keeper Bart Ravensbergen haben voll eingeschlagen. Deshalb blieb die HSG auch in der Hinrunde in der Spur, als mehrere Stammkräfte gleichzeitig verletzt ausfielen.

Ein weiterer Pluspunkt: „Mit Björn Buhrmester und Bart Ravensbergen haben wir das stärkste Torhüter-Duo der 2. Liga“, sind sich Bültmann und Lucas einig. Nicht nur auf dieser Position ist die HSG Nordhorn-Lingen längst erstklassig.

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