Auszeit von Sportschützin
Lena Baumann legt Schießpause ein: Beruf lässt nur Zeit für ein Hobby

Gronau -

Lena Baumann liebt den Sport, favorisiert Handball und Schießen. Aus zeitlichen Gründen musste sie sich für eine Sportart entscheiden.

Freitag, 17.05.2019, 08:00 Uhr aktualisiert: 17.05.2019, 08:10 Uhr
Konzentration auf den nächsten Schuss: Als Sportschützin feierte Lena Baumann zahlreiche Erfolge, sowohl als Einzelschützin als auch mit der Mannschaft. Zurzeit legt sie aber eine Schießpause ein.
Konzentration auf den nächsten Schuss: Als Sportschützin feierte Lena Baumann zahlreiche Erfolge, sowohl als Einzelschützin als auch mit der Mannschaft. Zurzeit legt sie aber eine Schießpause ein. Foto: Stefan Hoof

286 Kilometer Anreise für ein Spiel, alle Achtung. Lena Baumann ist deshalb besonders glücklich, dass die Reisestrapazen mit dem 28:27-Erfolg über den SC Nordwalde belohnt wurden. Damit ist der Klassenerhalt für die Bezirksliga-Handballerinnen von Vorwärts Gronau gesichert. Gezweifelt hatte die Eperanerin daran nicht, „aber zum Schluss mussten wir doch um den Sieg zittern“, gibt sie unumwunden zu.

Erfolge am laufenden Band

Für sportliche Schlagzeilen sorgte die 23-Jährige bis Jahresbeginn erst recht in ihrer zweiten Disziplin. Als Sportschützin der VSS Epe gewann sie drei Bronze- und eine Silbermedaille bei den Deutschen Meisterschaften, wurde sie mehrfach Landesmeisterin, stieg sie mit den Vereinigen Sportschützen Epe bis in die 2. Liga auf. Bei der Gronauer Sportlerwahl wurde sie als Sportschützin dreimal zur „Sportlerin des Jahres“ gewählt und gewann fünfmal mit der Mannschaft.

Doch bei den Landstitelkämpfen in Dortmund trat Lena Baumann jetzt nicht an.

Schichtdienst am Wochenende

„Nach Abschluss meines dualen Studiums beim Land Niedersachsen in Oldenburg wurde ich im Herbst nach Cuxhaven versetzt“, erklärt Baumann. „Bedingt durch meinen Schichtdienst muss ich auch am Samstag und Sonntag arbeiten. Da bin ich froh, wenn ich es an zwei Wochenenden im Monat nach Gronau schaffe. Das ist immer mega stressig.“

Handball ist mein Leben.

Lena Baumann

So musste sich die erfolgreiche Sportlerin zwischen Handball („Ich bin mit drei Jahren quasi in der Pampers-Gruppe angefangen. Handball ist mein Leben, ich kann nicht ohne Handball.“) und dem Schießen („Da bin ich eher zufällig mit etwa 13 Jahren gelandet, das hat mir immer viel Spaß gemacht, sicherlich auch, weil ich erfolgreich war.“) entscheiden. „Ich habe sehr schnell erkannt, dass mir die Zeit fehlt, um beide Hobbys vernünftig auszuüben“, erläutert Baumann. „Ohne Training erreiche ich die Leistung beziehungsweise die Ringzahlen nicht mehr, die ich mal geschossen habe.“

Lena Baumann

Lena Baumann Foto: Angelika Hoof

Auf die lange Bank schob Baumann ihre Entscheidung nicht. „Wer mich kennt, weiß, dass ich bei aller Begeisterung für den Schießsport Handball doch immer favorisiert habe, weil ich diesen Sport schon viel länger ausübe. Auch, weil ich einfach die Bewegung brauche – erst recht nach der stundenlangen Fahrt auf der Autobahn von Cuxhaven nach Gronau.“

Ich bin mega viel herumgekommen, das war eine mega coole Zeit.

Lena Baumann

Jedoch hat Baumann nicht mit dem Schießsport abgeschlossen. „Warum auch. Ich bin immer noch Fan davon.“ Und die Erinnerungen an viele DM-Teilnahmen, einen internationalen Vergleich in Den Haag, wo sie Vierte wurde, und unzählige schöne Stunden im Verein im Kreis der so erfolgreichen Mannschaft sind immer noch sehr präsent. „Ich bin mega viel herumgekommen, das war eine mega coole Zeit.“

Prioritäten gesetzt

Ihr Luftgewehr hat Baumann zurückgegeben, von ihrem eigenen, maßgeschneiderten Schießanzug wird sie sich aber nicht trennen. „Ich habe ja nicht endgültig mit dem Schießen aufgehört“, betont sie und spricht bewusst von einer „Schießpause“. Das sei auch so mit dem Verein abgesprochen. „Ich musste nur Prioritäten setzen. Dafür bin ich viel zu ehrgeizig. Selbst wenn ich den Punkt geholt habe, aber mein Ergebnis, also die Ringzahl nicht stimmte, war ich mit mir nicht zufrieden.“

Deshalb hatte die frühere Mannschaftsführerin auch frühzeitig ihren Verzicht auf Teilnahme an der Relegation zur 2. Liga erklärt. „Wenn ich mich beruflich wieder näher Richtung Gronau orientiere und hier meinen Alltag verbringe und am Training teilnehme, kann ich mir gut vorstellen, auch wieder Wettkämpfe mitzuschießen – natürlich nur, wenn meine Leistung stimmt.“

Vorwärts Gronaus Handballerinnen

Vorwärts Gronaus Handballerinnen Foto: Angelika Hoof

Weitere Einsätze für die Vorwärts-Handballerinnen hat Baumann, die am liebsten als Linksaußen spielt und besonders bei Kontern ihre Schnelligkeit einbringen kann, in jedem Fall vorgesehen. Und sie lässt ihren Ehrgeiz gleich wieder erkennen: „Es wäre doch toll, mal eine Saison ganz ohne Abstiegsängste zu spielen.“

Läufe am Deich

Bis die Vorbereitungen dafür beginnen, wird Lena Baumann seltener in Gronau anzutreffen sein. „Jetzt, wo das Wetter schöner wird, kann ich dann auch mal das Meer genießen.“ Weder Handball noch das Schießen stehen in Cuxhaven auf dem Programm, aber wohl einige Läufe am Deich. Ohne Sport geht es nicht.

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