Handball: 3. Liga Nord-West
Rückkehr dreier Schwergewichte: 3. Liga Nord-West hat richtig Pfeffer

Ahlen -

Die Ahlener SG startet in der kommenden Saison in der 3. Liga Nord-West. Viel geändert hat sich im Großen und Ganzen nicht. Dennoch sprechen nicht wenige von der stärksten 3. Liga aller Zeiten. Und das aus gutem Grund.

Mittwoch, 24.07.2019, 05:00 Uhr aktualisiert: 24.07.2019, 15:02 Uhr
Während die Teams der Staffeln Mitte und Nord-Osten weite Reisen zurücklegen müssen, kommen die Vereine der Staffeln Süd und Nord-West, zu der auch die Ahlener SG zählt, einigermaßen glimpflich davon.
Während die Teams der Staffeln Mitte und Nord-Osten weite Reisen zurücklegen müssen, kommen die Vereine der Staffeln Süd und Nord-West, zu der auch die Ahlener SG zählt, einigermaßen glimpflich davon. Foto: Manfred Krieg

Die 3. Liga West gibt es nicht mehr, zumindest vom Namen her. Vom Grundsatz hat sich aber nichts verändert. Der Verband hat nur den Namen verändert. Aus 3. Liga West wurde die 3. Liga Nord-West. Eigentlich war es schon immer der Nord-Westen, der sich in der 3. Liga West tummelte. Teams aus Aurich, Varel-Altjührden, Wilhelmshaven, Edewecht, Fredenbeck und Habenhausen waren immer mal wieder in der West-Staffel zu finden. Aber auch Vereine aus dem östlichen Niedersachsen wie im Vorjahr Großenheidorn und Northeim wurden dieser Gruppe schon zugeschlagen. Nun hat der DHB die geografische Zusammensetzung auch im Namen richtig verankert.

Zudem wurde der Osten in Mitte und der Norden in Nord-Ost umbenannt. Für die Umstrukturierungen war erstmals der neue Vorsitzen-de der Spielkommission, Andreas Tiemann aus Hille, verantwortlich: „Es ist wichtig, dass wir den Vereinen lukrative und traditionell gewachsene Derbys nicht durch die Einteilung nehmen.“ Zudem gibt es in keiner Staffel mehr als drei Reserveteams.

Drei Zweitliga-Absteiger dabei

Dabei hat es die 3. Liga Nord-West in sich. Es dürfte die beste 3. Liga aller Zeiten sein. Denn mit Wilhelmshaven, Neuss-Düsseldorf (ehemals HC Rhein Vikings) und Eintracht Hagen kehren gleich drei Zweitliga-Absteiger in die 3. Liga zurück. Und alle drei hegen Ambitionen auf die direkte Rückkehr in die 2. Bundesliga. Hinzu kommt Schalksmühle-Halver, das auch wieder ein Wort um die Meistervergabe mitreden möchte.

Wie schon in der vergangenen Saison wird der Meister aber nicht direkt aufsteigen. Die vier Staffelsieger spielen nach Saisonende zwei direkte Aufsteiger aus. Eine weitere Mannschaft erhält dann noch die Chance, in einer Relegation mit dem Drittletzten der 2. Bundesliga aufzusteigen. Die letzten drei Teams jeder Staffel steigen in die Oberliga ab.

Es gibt allerdings auch noch reichlich Teams, die sich nicht mit dem Titelkampf beschäftigen. Die Ahlener SG zählt sicherlich auch dazu. Sie verbringt ihre vierte Saison in Folge in der 3. Liga.

Wiedersehen mit alten Weggefährten

Die ASG wird dabei auf einen alten Weggefährten treffen, aber erstmals auf Drittligaebene. Die LiT Tribe Germania, der Meister der Oberliga Westfalen aus Minden/Hille, setzte sich mit nur vier Minuspunkten gegenüber der Konkurrenz aus Altenhagen-Heepen und ASV Hamm 2 durch. Der zweite Neuling, OHV Aurich, dominierte noch deutlicher. In der Oberliga Nordsee leisteten sich die Ostfriesen nur ein Remis und distanzierten Mitaufsteiger ATSV Habenhausen um neun Punkte. Die direkte Rückkehr klappte und damit das siebte Jahr in der heimischen 3. Liga-Staffel.

Auch SGSH-Trainer Stefan Neff äußerte schon in der Meinerzhagener Zeitung: „Natürlich ist diese neue 3. Liga viel stärker als die im letzten Jahr. Wir haben drei Absteiger aus der 2. Liga dabei, dazu mit LiT Tribe Germania einen Aufsteiger, den ich ähnlich stark einschätze wie zuletzt Spenge.“

Einjähriges Intermezzo

Neben den Absteigern aus Varel-Altjührden, Langenfeld und Großenheidorn musste auch der Vorjahres-sechste Northeimer HC die Staffel verlassen. Nach einem einjährigen Abstecher in den Westen kehren die Ostniedersachsen in die 3. Liga Mitte zurück, spielen dort dann ihre dritte Saison, ihre vierte insgesamt auf Drittliga-Niveau.

Die Zusammensetzung verspricht reichlich Derbys. In Ostwestfalen duelliert sich das Quartett GWD Minden 2, Handball Lippe 2, LiT Tribe Germania und der TuS Spenge. Der TuS Volmetal freut sich wieder über das Stadtderby gegen Eintracht Hagen. Im Sauerland gibt es den Schlager zwischen SG Schalksmühle-Halver und der SG Menden. Im Kreisderby stehen sich der Leichliger TV und die Bergischen Panther gegenüber.

Die Landkarte aller dritten Ligen zeigt aber deutlich, dass es nur zwei relativ kompakte Staffeln gibt. Neben dem Nord-Westen haben auch die Südclubs annehmbare Fahrtstrecken zurückzulegen. In der Staffel Mitte und Nord-Osten ist die Zerklüftung teilweise extrem. Satte 480 Kilometer beträgt die Entfernung zwischen Leipzig und Nußloch. Im Norden liegen zwischen Bernburg und Altenholz 423 Kilometer. Im Westen dauert die längste Fahrt zwischen Wilhelmshaven und Longerich nur 349 Kilometer.

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