Handball: Damen-Landesliga
Aydogdu zu seinem Rücktritt: „Ich hatte Angst, dass wir uns zerfleischen“

Ahlen -

Dogan Aydogdu ist nicht mehr Trainer der Handballerinnen der Ahlener SG. Kurz vor dem Saisonstart warf der 37-Jährige entnervt das Handtuch. Ein möglicher Nachfolger ist bereits in Sicht.

Dienstag, 10.09.2019, 13:00 Uhr
Das Tischtuch zwischen der Mannschaft und Trainer Dogan Aydogdu ist zerrissen.
Das Tischtuch zwischen der Mannschaft und Trainer Dogan Aydogdu ist zerrissen. Foto: Lars Gummich

Das nennt man wohl Glück im Unglück. Der Terminkalender hat es so vorgesehen, dass die Landesliga-Handballerinnen der Ahlener SG erst am 21. September und damit eine Woche später als die Konkurrenz in die Saison startet.

Eine Woche mehr bleibt dem Verein damit Zeit, sich neu zu sortieren. Denn mit seinem plötzlichen Rücktritt vom Traineramt hat Dogan Aydogdu für einen Paukenschlag gesorgt. Dass es zwischen Team und Trainer schon seit Längerem nicht mehr stimmte, hatte sich zwar schon seit Wochen angedeutet. Doch mit seiner Entscheidung stellte Aydogdu die ASG dennoch vor vollendete Tatsachen.

Rücktritt aus einer Reihe von Gründen

„Ich habe lange mit mir gerungen, denn es ist nicht meine Art, so kurz vor der Saison hinzuschmeißen. Aber ich hatte die Angst, dass wir uns gegenseitig zerfleischen, wenn wir so weiter gemacht hätten“, sagt Aydogdu. Gleich mehrere Aspekte seien für seinen Rücktritt ausschlaggebend gewesen. „Das generelle Miteinander war nicht mehr von Respekt geprägt. Wenn wir gewonnen haben, war alles toll. Wenn wir verloren haben, gab es gegenseitige Schuldzuweisungen“, sagt Aydogdu.

Uwe Landau war zuletzt Trainer des Ligakonkurrenten SC DJK Everswinkel 2. Die ASG hat sich bereits mit ihm in Verbindung gesetzt. Er könnte Dogan Aydogdu beerben.

Uwe Landau war zuletzt Trainer des Ligakonkurrenten SC DJK Everswinkel 2. Die ASG hat sich bereits mit ihm in Verbindung gesetzt. Er könnte Dogan Aydogdu beerben. Foto: Rene Penno

Obendrein hätten sich Spielerinnen seinen (taktischen) Anweisungen widersetzt. Das zu ignorieren, hätte geheißen, Grundsätze über Bord zu werfen und die eigene Autorität untergraben zu lassen. „Also hätte ich drei, vier Spielerinnen rausschmeißen müssen. Aber da der Kader ohnehin schon so klein ist, wollte ich die Mannschaft nicht noch weiter schwächen und bin lieber selbst gegangen. Es tut mir leid für die Spielerinnen, die nichts dafür können“, sagt Aydogdu.

Uwe Landau ein möglicher Kandidat

Bis ein Nachfolger gefunden ist, übernehmen Sabrina Kowald und Jennifer Pollex als Interimstrainer. „Vielleicht hätten wir eher die Reißleine ziehen müssen, aber jetzt müssen wir das stemmen“, sieht es Kowald pragmatisch. Spätestens bis zur Rückrunde möchte sie einen neuen Coach gefunden haben.

Ein möglicher Kandidat könnte dabei Uwe Landau sein, der zuletzt den Ligakonkurrenten SC DJK Everswinkel 2 trainierte. „Eigentlich wollte ich aufhören, aber jetzt habe ich eine Anfrage der ASG erhalten. Das kommt für mich so kurz vor Saisonbeginn einem Hilferuf gleich“, sagt Landau auf WN-Anfrage. Bis Oktober sei er beruflich und familiär aber ohnehin stark eingebunden. Daher wolle er erst in Ruhe über die Offerte nachdenken.

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