Handball: 3. Liga Nord-West
Auf Visite bei der Übermacht: Ahlener SG gastiert beim Wilhelmshavener HV

Ahlen -

Im Prinzip spielt der Wilhelmshavener HV in seiner ganz eigenen Liga. Kein Club kann dem Zweitliga-Absteiger das Wasser reichen. Die Ahlener SG probiert es dennoch und hat aus Sicht von Maurice Behrens mehr als eine Außenseiterchance.

Freitag, 27.09.2019, 05:00 Uhr
Maurice Behrens (rechts) dürfte beim Wilhelmshavener HV womöglich mehr zu tun kriegen als in den vorangegangenen Spielen. Dennoch sieht der ASG-Torwart selbst beim schier übermächtig erscheinenden Tabellenführer Schwachstellen.
Maurice Behrens (rechts) dürfte beim Wilhelmshavener HV womöglich mehr zu tun kriegen als in den vorangegangenen Spielen. Dennoch sieht der ASG-Torwart selbst beim schier übermächtig erscheinenden Tabellenführer Schwachstellen. Foto: Lars Gummich

Wenn es möglich gewesen wäre, der Wilhelmshavener HV hätte beim DHB gut und gerne die Lizenz beantragen können, um in einer eigenen Liga zu spielen. Denn das tut der WHV faktisch auch so. Als Zweitliga-Absteiger ist er in der 3. Liga Nord-West mindestens eine Nummer zu groß für die Konkurrenz, die für ihn keine wirkliche ist.

Mit fünf Siegen aus fünf Spielen stehen die Handballer vom Jadebusen ebenso verlustpunktfrei wie unangefochten an der Tabellenspitze. „Wir fahren hin und gucken, was geht. Ich glaube nicht, dass da viel geht“, prognostiziert Philipp Lemke. Der Halbrechte der Ahlener SG ist kein Typ, der vorzeitig jede Ambition in die Tonne tritt. Aber er ist wohl auch Realist genug, um zu dieser Einschätzung zu gelangen.

WHV verpflichtet Erstliga-Profi

Geteilt wird sie von seinem Trainer Sascha Bertow . Der ist zwar bekannt dafür, grundsätzlich jeden Gegner stark zu reden, aber in diesem Fall hat er zu 100 Prozent recht. „Mit diesem Kader gehören die Wilhelmshavener in die 2. Liga. Sie dürften das Fünf- bis Siebenfache unseres Etats haben“, sagt Bertow. Kürzlich zog sich bei den Jadestädtern Miladin Kozlina eine komplizierte Schulterverletzung zu, fällt deshalb monatelang aus.

Also verpflichtete der WHV kurzerhand Domagoj Srsen nach, der zuletzt in der 1. Bundesliga beim TSV Hannover-Burgdorf auf der Platte stand. „Welcher Drittligist kann sonst so etwas?“, fragt Bertow und liefert die Antwort gleich selbst hinterher: „Keiner.“

Behrens spürt die Verantwortung

Und da die Norddeutschen nun mal keinen Antrag auf eine eigene Liga gestellt haben, kommt es am Samstagabend (19 Uhr) zum Aufeinandertreffen mit der Ahlener SG. „Wir können aus so einer Partie viel für unsere Entwicklung mitnehmen und viel lernen. Unser Ziel ist es, ein gutes Spiel zu machen“, sagt Sascha Bertow.

Deutlich forscher möchte es unterdessen Maurice Behrens angehen. „Wir wollen ein Ausrufezeichen setzen. Wenn man sich die bisherigen Spiele anschaut, hatte Wilhelmshaven durchaus auch mal Schwächephasen. Gegen GWD Minden 2 haben sie nur mit einem Tor Unterschied gewonnen. Das zeigt, dass alles möglich ist“, sagt der ASG-Torwart. Ihm ist der Schwierigkeitsgrad der Aufgabe durchaus bewusst und Behrens stellt sich auch darauf ein, am Samstag zwischen den Pfosten gut zu tun zu kriegen.

„Aber als Torwart muss ich dem Team zeigen, dass es sich auf mich verlassen kann. Diese Verantwortung nehme ich an“, so Behrens. Großen Respekt zollt er derweil seinem Pendant – WHV-Keeper Primoz Prost. „Er steht mit einer Abgeklärtheit im Tor, die einmalig in dieser Liga ist“, sagt Behrens über seinen Kollegen. Er jedenfalls freut sich auf die Herausforderung „zur Primetime am Samstagabend“. Gleich in der Nähe der Nordfrost-Arena steigt ein Hafenfest. Ein paar mitreisende ASG-Anhänger wollen hier nach der Partie noch vorbeischauen. Sie hoffen auf eine ASG, die in Wilhelmshaven trotz stürmischen Gegenwinds nicht baden geht.  

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