Handball: 3. Liga Nord-West
Tabellenletzter nach zehn Spieltagen: Die Historie spricht gegen die Ahlener SG

Ahlen -

Ein Punkt trennt die Handballer der Ahlener SG vom rettenden Ufer. Ein Blick in die Historie prophezeit ihr hingegen den Abstieg. Ein Verein aber schaffte in der Vergangenheit noch den Klassenerhalt. An ihm kann sich die ASG orientieren.

Mittwoch, 30.10.2019, 05:00 Uhr aktualisiert: 30.10.2019, 10:56 Uhr
Was nun? Guter Rat ist teuer. ASG-Trainer Sascha Bertow (Mitte) versucht derzeit, Ruhe auszustrahlen. In acht von neun Fällen stieg allerdings der Club, der nach zehn Spieltagen auf dem letzten Platz stand, auch ab.
Was nun? Guter Rat ist teuer. ASG-Trainer Sascha Bertow (Mitte) versucht derzeit, Ruhe auszustrahlen. In acht von neun Fällen stieg allerdings der Club, der nach zehn Spieltagen auf dem letzten Platz stand, auch ab. Foto: R. Penno

Zehn Spiele sind absolviert in der 3. Liga Nord-West. Ein Drittel aller Partien liegen hinter der Ahlener SG . Vor Jahresfrist frohlockten die Verantwortlichen noch, stand doch ihr Team auf dem vierten Platz mit einer stolzen Ausbeute von 13:7 Punkten. Aktuell ist die Stimmungslage eher gedämpft. Die siebte Saisonniederlage gegen den Longericher SC sorgten für das Abrutschen auf den letzten Tabellenplatz, da Mitkonkurrent SG Menden die Zweitvertretung des VfL Gummersbach mit 27:25 bezwang. Der Tiefpunkt ist erreicht.

Die Drittelbilanz fällt dementsprechend bescheiden aus, auch wenn Trainer Sascha Bertow sich zumindest äußerlich betont gelassen gibt. Die Motivation passt, die Einstellung ist in Ordnung, nur halt die Ergebnisse nicht. Allerdings sind diese das Wichtigste, um auch im kommenden Jahr weiterhin der 3. Liga anzugehören.

Unorthodoxe Kellerkinder

Ein Blick auf die Tabelle und Resultate zeigt jedoch, dass die Lage keinesfalls hoffnungslos ist. Der Abstand zum rettenden Ufer beträgt nur einen Punkt. Der ist schnell aufgeholt, doch gerade in der Schlussphase der Saison punkten die abstiegsgefährdeten Teams unorthodox. Zudem hat die Bertow-Truppe bislang viele gute erste Halbzeiten abgeliefert. In nur vier der zehn Matches lag sie in Rückstand. Sechsmal konnten sie die Halbzeit-Tendenz jedoch nicht halten, wobei gegen Longerich erstmals nach Halbzeitführung ein Spiel verloren ging. Zweimal zuvor sprang dann mindestens noch ein Zähler heraus.

So stehen die Chancen der ASG auf den Klassenerhalt.

So stehen die Chancen der ASG auf den Klassenerhalt.

Etwas ungemütlicher wird die Lage jedoch für die Ahlener, wenn die Historie bemüht wird. Bei Betrachtung der letzten neun Spielzeiten der West-Staffel fällt auf, dass achtmal der Tabellenletzte nach dem ersten Drittel auch am Ende absteigen musste.

Einzig die SG Ratingen drehte 2014/15 in den letzten beiden Dritteln noch einmal richtig auf und arbeitete sich auf Rang acht vor. Die übrigen acht Vereine kamen am Ende über den vorletzten Platz nie hinaus. Immerhin eine Parallele ergibt sich zum Ratingen-Fall. Die ASG hat wie die Rheinländer damals bereits vier Pluspunkte auf dem Konto. Alle anderen Tabellenletzten hatten weniger Zähler gesammelt.

Situation nicht neu

Für die Ahlener ist diese Situation nicht neu. Bereits in der Saison 2011/12 stand es ähnlich schlecht um sie – seinerzeit war sie Schlusslicht mit 3:17 Punkten. Damals kamen bekanntlich nur noch neun Zähler hinzu und der Abstand betrug am Ende elf Punkte zum rettenden Ufer. Die Situation damals, im Jahr eins nach der Trennung vom Nachbarn ASV Hamm, ist mit der heutigen nicht im Ansatz zu vergleichen.

Dennoch bleibt die Frage, wie viele Punkte zum Klassenerhalt reichen. Dazu lohnt sich ein Blick auf die letzten neun Teams auf dem viertletzten Platz, der in dieser Saison zum Klassenerhalt reichen würde. Der schwächste Viertletzte seit 2010/11 war der VfL Gladbeck, der es in der Saison 2012/13 auf 18:38 Zähler brachte. Die besten Viertletzten hatten sogar 25:35 Punkte geholt (HSG Barnstorf-Diepholz 2010/11 und SG Schalksmühle-Halver 2015/16). Setzt sich die Historie also fort, benötigt die ASG noch 14 Pluspunkte aus 20 Spielen, das wären immerhin sieben Siege. Kein leichtes Unterfangen für die Bertow-Truppe.

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