Handball: EM
Ohne Holland fahr’n sie zur EM – acht Mann des ASV Senden in Wien

Senden -

Bei Europameisterschaften darf der ASV Senden – zumindest auf der Tribüne – nicht fehlen. Diesmal ist die Abordnung besonders groß. Einer aus dem hiesigen Tross verbindet das Angenehme mit dem Nützlichen.

Freitag, 10.01.2020, 18:55 Uhr aktualisiert: 10.01.2020, 19:01 Uhr
Haben auch für den nordmazedonischen Handball was übrig (v.l.): Jochen Jungblut, Thomas Hammerschmidt und Rainer Franetzki vor zwei Jahren bei der EM in Kroatien. Diesmal ist die Sendener Reisegruppe deutlich größer.
Haben auch für den nordmazedonischen Handball was übrig (v.l.): Jochen Jungblut, Thomas Hammerschmidt und Rainer Franetzki vor zwei Jahren bei der EM in Kroatien. Diesmal ist die Sendener Reisegruppe deutlich größer. Foto: ASV

Es lief also das EM-Auftaktmatch der deutschen Handballer gegen die Niederlande. Ob er zu Beginn der zweiten Hälfte, als der Außenseiter kurz aufmuckte (16:15), nicht wenigstens ein bisschen nervös geworden sei? „Nö“, beteuert Thomas Hammerschmidt . Im Gegensatz zu den in diesem Moment etwas fahrig agierenden DHB-Spielern hatte der Sendener längst erkannt, „dass den Niederländern die individuelle Klasse fehlt, um die Deutschen bis zum Ende zu fordern“. Nicht nur für Hammerschmidt (und das Nationalteam) wäre es ein kleines Drama gewesen, hätten Andreas Wolff und Co. das Match noch aus der Hand gegeben. Für gleich acht Vertreter des örtlichen Handballvereins wäre die Wien-Reise kommende Woche sonst eine eher triste Angelegenheit geworden.

Klar, Wien hat auch so eine Menge zu bieten. Aber der große ASV-Tross fliegt ja vor allem in die Alpenmetropole, um sich die komplette Dröhnung ihres Lieblingssports – zwölf Begegnungen an drei Hauptrundenspieltagen – zu geben. Und da hält man es im Zweifel doch eher mit den eigenen Farben als mit Team Oranje.

Seit 2016 immer dabei

Für U17-Coach Hammerschmidt, Abteilungsleiter Jochen Jungblut und Ex-Jugendkoordinator Rainer Franetzki ist es nach 2016 (Polen) und 2018 (Kroatien) bereits der dritte gemeinsame EM-Trip. Diesmal könnten die Sendener glatt eine eigene Mannschaft aufbieten – nebst Wechselspieler (würde bei der Rekordzahl an Teilnehmern wahrscheinlich nicht mal groß auffallen). ASV-Vize Wilhelm Eilers sowie der Spieltagsverantwortliche Thomas Czwalinna und Sohn Max hatten im Vorjahr, bei der Heim-WM in Berlin, Blut geleckt. Diesmal gesellen sich noch Urgestein Arnold Grabowski und A-Jugend-Co-Trainer Alex Nolte dazu.

Während Wien für die Mitreisenden vor allem ein Privatvergnügen ist, verbindet Hammerschmidt das Angenehme mit dem Nützlichen. Als Fachjournalist ist der langjährige Nachwuchstrainer bei der EM akkreditiert. Moderne Trends, interessante Taktiken: Dies und mehr bereitet der Experte, teils im direkten Austausch mit den Nationaltrainern, nach.

Und was traue er, abschließend, dem DHB-Team zu? In der Spitze seien Dänemark (Hammerschmidts Topfavorit) und Norwegen sicher besser bestückt. Auch mit Kroatien, den immer giftigen Spaniern und – dank des Quasi-Heimvorteils in der Finalrunde – Schweden müsse man rechnen. Aber: „Die Deutschen haben einen sehr ausgeglichenen Kader. Und sie treten bei Großwettkämpfen in der Regel geschlossen auf. Schlagen sie am Samstag Spanien und nehmen so zwei Punkte mit nach Wien, scheint zumindest das Erreichen der Vorschlussrunde möglich.“

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