Handball: Landesliga
TV Kattenvenne: Ein Hauch von großer weiter Handballwelt

Kattenvenne -

Nach dem 31:30-Sieg des TV Kattenvenne war die Stimmung sogar ein bisschen euphorisch. Es lag vornehmlich an einer Person, dass ein Hauch von großer weiter Handballwelt durch die „Ölberg-Arena“ waberte.

Montag, 27.01.2020, 16:50 Uhr aktualisiert: 27.01.2020, 18:26 Uhr
Alexander Kipp (grünes Trikot) steuerte fünf Treffer zum Sieg des TV Kattenvenne bei. Derweil stand mit Alpar Jegenyes (kl. Foto) ein ehemaliger Europapokalsieger und aktueller Trainer des TV Friesen Telgte am Spielfeldrand.
Alexander Kipp (grünes Trikot) steuerte fünf Treffer zum Sieg des TV Kattenvenne bei. Foto: Heiner Gerull

In der Schlussphase, als der TV Kattenvenne im Spiel gegen den TV Friesen Telgte mit dem 31:30 die Entscheidung erzwang, kannte die Begeisterung auf den Tribünen keine Grenzen. Alle, sofern sie aus dem Lager des TVK kamen, waren sich einig: Dieser Erfolg könnte Gold wert sein für den weiteren Saisonverlauf in der Handball-Landesliga.

Es herrschte schon eine ganz besondere Stimmung am Sonntagnachmittag. Dazu trug auch Hallensprecher Veit Kämper bei, dessen Timbre in der Stimme tatsächlich vermuten ließ, Norbert Dickel – Stadionsprecher und „Einpeitscher“ im Dortmunder Signal Iduna Park – hätte für einen Nachmittag seinen Arbeitsplatz vom BVB nach Kattenvenne verlegt.

Zu der überbordenden Begeisterung passte, dass aus der Grundschulsporthalle plötzlich die „Ölberg-Arena“ geworden war. Keine Frage – es sollte ein Hauch der internationalen Handball-Welt in die in die Halle gezaubert werden. Und wer sich ein bisschen näher mit Handball beschäftigt hat, der konnte am Sonntag tatsächlich einen ehemaligen internationalen Handballstar erleben: Alpar Jegenyes, Trainer des TV Friesen Telgte.

Freilich stand sein Debüt unter keinem guten Stern. Der gebürtige Ungar hatte erst wenige Tage zuvor Björn Hartwig abgelöst, der nach der Telgter 26:28-Niederlage gegen den TSV Ladbergen abgelöst worden war. Für Jegenyes ist es die Rückkehr an seine ehemalige Wirkungsstätte, denn bei seinem ersten Engagement hatte er die „Friesen“ in die Verbandsliga geführt.

Jetzt trainiert er den Club aus der Emsstadt ein zweites Mal, „zunächst nur bis Saisonende, dann sehen wir weiter“, gab Jegenyes nach dem Spiel am Sonntag zu verstehen. Möglich war das, weil sein bisheriger Verein TV Emsdetten Jegenyes von seinen Aufgaben als Torwarttrainer des TVE kurzfristig freigestellt hat, nachdem die Anfrage vom TV Friesen gekommen war.

Jegenyes selbst hatte schon einige große Titel gewonnen, als er selbst noch im Handballtor gestanden hatte. So absolvierte er 113 Länderspiele für Ungarn und gehörte in dieser Zeit auch zum Aufgebot der ungarischen Auswahl bei den Olympischen Spielen 1980 in Moskau in der damaligen UdSSR. Zudem wurde er mit seinem Club Honved Budapest vier Mal ungarischer Meister und 1982 an der Seite ehemaliger Weltstars wie Péter Kovács und Jerzy Klempel sogar Europapokalsieger der Landesmeister.

Seinen Weg in die hiesige Region fand er 1993. Damals hatte ihn der ehemalige Manager des TV Emsdetten, Alfons Grindel, zum TVE geholt, wo Jegenyes noch einige Jahre zwischen den Pfosten gestanden hatte, ehe der mittlerweile 61-Jährige seine Trainerlaufbahn begann.

Diese internationale Reputation gab dem TV Kattenvenne allerdings keinen Anlass, dem Gast den Sieg zu überlassen. Von „Bonuspunkten“ hatte Florian Schulte gesprochen, die sein Team sehr gerne mitnähmen. In der Tat kann der heimische Vertreter jeden Zähler im Kampf um den Klassenerhalt gebrauchen. Denn am Saisonende wird es wohl drei Absteiger geben, sodass es für den TVK darauf ankommt, wenigstens drei Clubs hinter sich zu lassen. „Das Spiel bei SF Loxten II ist sicherlich ganz wichtig für uns“, sagte Kattenvennes Coach am Sonntagabend. Da hatte er sein Augenmerk schon auf zwei Schlüsselspiele gerichtet, denn nach der Begegnung in Loxten ist auch das dann folgende Spiel gegen den TV Vreden ein wegweisendes.

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