Kreisspruchkammer fällt Urteil
Lebenslange Sperre für Spieler von SW Havixbeck

Havixbeck -

Rund 30 Zuschauer und Zeugen wohnten am Donnerstagabend der Kreisspruchkammersitzung im Clubhaus des TuS Hiltrup bei. Als der Vorsitzende Manfred Mönig das Urteil verkündete, nickten viele anerkennend mit den Köpfen. Ein Fußballspieler von SW Havixbeck wurde vom Sportgericht zu einer lebenslangen Sperre verurteilt.

Freitag, 25.11.2016, 10:11 Uhr

 
Lebenslange Sperre für den ehemaligen Havixbecker Spieler. Foto: Johannes Oetz

Ein solches Urteil gab es im Münsterland noch nie: Ein Fußballer von SW Havixbeck wurde am Donnerstagabend von der im Clubhaus des TuS Hiltrup tagenden Kreisspruchkammer zu einer lebenslangen Sperre verurteilt.

„Der Spieler hat mehrere Tätlichkeiten begangen und dann auch noch den Schiedsrichter bedroht . Für diese totalen Ausraster konnten wir kein anderes Urteil fällen, als ihn auf Lebenszeit zu sperren“, sagte Manfred Mönig , Vorsitzender der Kreisspruchkammer und zudem Rechtsanwalt in Telgte.

Keine Affekthandlung

Wie mehrfach berichtet, hatte der Spieler beim Meisterschaftsspiel der Kreisliga B Münster am 9. Oktober zwischen Westfalia Kinderhaus III und SW Havixbeck einen Gegenspieler geschlagen und einen weiteren schwer verletzt. Die Vorkommnisse des in der 75. Minute abgebrochenen Spiels wurden am Mittwochabend noch einmal vor der Kreisspruchkammer durch Zeugenaussagen aufgearbeitet.

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Der Kinderhauser Fußballer Fabian Bohn erlitt durch einen Tritt Verletzungen im Gesicht. Foto: privat

Alexander Heuer (DJK BW Greven), Schiedsrichter der Partie, schilderte die Ereignisse ausführlich und sehr genau. Demnach hätte der Havixbecker Spieler nach einem Zweikampf an der Seitenlinie einem Gegenspieler einen Kopfstoß in den Bauch verpasst. Dafür sah er die Rote Karte. Das nahm der Akteur zum Anlass, um seinen Gegenspieler mit der Faust ins Gesicht zu schlagen. Heuer: „Das war eindeutig nicht im Affekt, weil einige Zeit dazwischen lag.“

Als der Havixbecker Spieler dann an der Kinderhauser Ersatzbank vorbeikam, rastete er ein drittes Mal aus . Mit den Stollen voran sprang er einem auf der Bank sitzenden Kinderhauser Spieler ins Gesicht (Heuer: „Wie ein Kung Fu-Sprung“) und verletzte ihn dabei schwer. „Ich hatte meine Mannschaft kurz vorher angefeuert, weil wir ja jetzt einen Mann mehr auf dem Platz hatten und dabei auch geklatscht. Das hat er offenbar als Provokation verstanden“, erklärte der damals schwer verletzte Fabian Bohn.

Schiedsrichter-Bedrohung

Der Kinderhauser Spieler musste mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden. Fünf Tage war er krank geschrieben. Sechs Arztbesuche folgten bis heute. „Zwei Zähne oben und zwei Zähne unten wurden vom Zahnarzt behandelt. Außerdem mussten zwei oder drei Nackenwirbel eingerenkt werden. Die Narbe über dem Auge werde ich wohl mein Leben lang behalten.“

Schiedsrichter Alexander Heuer war mit seinen Schilderungen aber immer noch nicht fertig. Es folgte noch Ausraster Nummer vier. „Da die Schiedsrichter-Kabine verschlossen war, musste ich einige Zeit davor warten. Da kam der Havixbecker Spieler an mir vorüber und bedrohte mich."

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Kreisspruchkammer-Vorsitzender Mönig wollte den genauen Wortlaut wissen. „Wir sehen uns irgendwann im Dunkeln wieder, dann haue ich dir richtig auf die Fresse. Das hat er zu mir gesagt“, erinnerte sich Heuer an Minuten in seinem Leben, die er wohl am liebsten streichen würde.

Drakonisches Urteil

Das reichte der Kreisspruchkammer, um das drakonische Urteil zu fällen. Noch einmal Mönig: „Wer einem Menschen mit den Stollen voran ins Gesicht springt, braucht viel Brutalität. Die Satzung hätte uns noch die Möglichkeit gegeben, auf eine dreijährige Sperre zu entscheiden. Doch das erschien uns zu wenig. Außerdem hat sich der Spieler im laufenden Verfahren nicht zu den Anschuldigungen geäußert und ist heute hier nicht erschienen. Wir konnten keine Gründe für Strafmilderung ausmachen. Einen solchen Spieler können wir in unserer Gemeinschaft nicht gebrauchen.“

Neben der lebenslangen Sperre muss der Havixbecker Spieler auch die Verfahrenskosten tragen. Das Spiel wird zudem mit 2:0 Toren und drei Punkten für Westfalia Kinderhaus III gewertet.

Florian Böse, Fußball-Abteilungsleiter von SW Havixbeck, sprach anschließend von einem gerechten Urteil und fügte hinzu: „Das Vereinsausschlussverfahren für den betreffenden Spieler läuft und soll noch in diesem Jahr zum Abschluss gebracht werden.

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