Fußball: Kreisliga B 1 Münster
Jan Meyer ist der Dauerbrenner bei SW Havixbeck

Havixbeck -

Jan Meyer hatte seine Karriere als Fußballer bereits beendet. Nach seinem Umzug nach Havixbeck schloss sich der gebürtige Hamburger allerdings den Alten Herren von Schwarz-Weiß an und wurde entdeckt. Nun spielt er für die Erste – mit 39 Jahren. Ans Aufhören denkt er nicht mehr.

Mittwoch, 12.04.2017, 06:04 Uhr

Der Fußball ist aus dem Leben von Jan Meyer nicht wegzudenken. Mit inzwischen 39 Lenzen ist der Defensivspezialist ältester Spieler von SW Havixbeck.
Der Fußball ist aus dem Leben von Jan Meyer nicht wegzudenken. Mit inzwischen 39 Lenzen ist der Defensivspezialist ältester Spieler von SW Havixbeck. Foto: Johannes Oetz

Der Routinier hatte die Fußballstiefel schon eingemottet. Endgültig! Doch nach dem Umzug nach Havixbeck erfuhr die Sportlerlaufbahn von Jan Meyer im November 2014 noch einmal eine Wendung. Zunächst hatte er sich den Alten Herren von SW Havixbeck angeschlossen. Dann feierte er bei der Zweitvertretung der Schwarz-Weißen ein starkes Comeback – und heute ist er immer noch dabei. Mittlerweile ist er mit 39 Lenzen der mit Abstand älteste Habicht. Ans Aufhören verschwendet der Familienvater inzwischen keinen Gedanken mehr.

Große Schuld an Meyers Schicksal trägt vor allem Arno Schürmann , der damals die zweite Mannschaft der Schwarz-Weißen trainierte. Aus Personalnot lieh sich der Coach bei den Alten Herren zwei Spieler aus: Holger Wangler und Jan Meyer. Letzterer erinnert sich: „Wir haben gegen SW Münster gespielt und lagen lange zurück. In der Schlussphase traf zunächst Tobias Harke zum Ausgleich, ehe ich in der letzten Minute Robert Altergot auflegte, der dann den Siegtreffer markierte.“ Fortan wollte Schürmann nicht mehr auf die Dienste des Zugezogenen verzichten.

Jan Meyer wurde in Hamburg-Lokstedt geboren und spielte in der Jugend für GW Eimsbüttel und BW 96 Schenefeld. Als A-Junior schloss er sich dem Jugend-Regionalligisten VfL Lohbrügge an. „Das ist die heutige Jugend-Bundesliga. Das war eine super Erfahrung. Ich habe zwar sehr viel Lehrgeld gezahlt, aber auch viel gelernt. Es war eine richtig schöne Zeit.“

Bereits in der Jugend entdeckten die Trainer die besondere Stärke des Kickers in der Defensive. „Er ist unheimlich zweikampf- und kopfballstark. Er hängt sich außerdem immer voll rein. Und zudem ist er ein Vorbild in punkto Einstellung und Trainingsbeteiligung“, ist Schürmann voll des Lobes über seinen Oldie, der auf der linken Seite der Viererkette den gegnerischen Stürmern das Leben schwer macht. Schürmann weiter: „Er kann aber auch locker Innenverteidiger spielen.“

Meyer muss bei dieser Aussage grinsen: „Da hat der Arno recht. Als ich mit dem Fußballspielen begonnen habe, gab es schließlich auch noch keine Abwehrketten. Wir haben damals noch mit Libero und zwei Manndeckern gespielt.“ Sein Können bewies der Linksfuß später im Seniorenbereich bei den beiden Verbandsligisten Meiendorfer SV und SC Victoria Hamburg. Anschließend legte er eine schöpferische Pause ein.

Von fünf Jahren kam der Hamburger dann nach Havixbeck. Meyer: „Es ist wirklich schön hier. Wir fühlen uns in den Baumbergen sehr, sehr wohl.“ Mit seiner Frau Klaudia hat der Mitarbeiter im Öffentlichkeitsbereich der Deutschen Polizeigewerkschaft die beiden Söhne Robin (8) und David (6). Die beiden Jungs haben die Begeisterung für den Fußball und offensichtlich auch das Talent ihres Vaters geerbt und spielen in der U 7 beziehungsweise U 8 von SW Havixbeck. „Beide kämpfen immer wie die Löwen. Es macht mir großen Spaß, ihnen zuzuschauen.“

Doch der erfahrene Habicht unterstützt nicht nur seine beiden Sprösslinge, sondern engagiert sich auch als Trainer im Verein. „Bis Januar habe ich mich noch um die U 6 gekümmert. Da ich aber auch noch die U 7 gemeinsam mit Beate Pierick trainiere, musste ich die Mannschaft leider abgeben. Ich habe es zeitlich einfach nicht mehr hinbekommen.“

Die Arbeit mit dem Nachwuchs gibt dem leidenschaftlichen Kicker viel. „Es macht mir unheimlich großen Spaß, meine Erfahrungen an junge Menschen weiterzugeben. Die Kinder geben mir auch viel zurück. Außerdem haben wir tolle Eltern. Ich gehe immer mit einem Lächeln nach Hause.“

Und das sieben Tage in der Woche. „Ja, das stimmt. Ich bin mittlerweile jeden Tag am Sportplatz. Da braucht man wirklich eine Frau, die einen unterstützt.“ Und die hat Jan Meyer zweifelsohne. Nur eines mag seine Klaudia inzwischen nicht mehr: Nudeln! Meyer muss grinsen: „Auch das ist leider richtig. Ich esse immer vor dem Training Nudeln. Meine Jungs haben jetzt auch damit angefangen. Das findet meine Frau nicht so toll.“

Wie lange er noch dem Ball hinterherjagen wird, darauf möchte er sich nicht festlegen. „Jetzt bekommen wir ja erst einmal neue Trainer. Ich würde gerne weiter in der ersten Mannschaft spielen. Mein Ziel ist es, mit Havixbeck einen Aufstieg zu feiern.“ Aber ob das in den nächsten zwei, drei Jahren gelingt? Jan Meyer winkt ab: „Ich habe von Guido Albers gehört, den ich aber gar nicht kenne. Er soll 43 Jahre alt sein und spielt immer noch in der ersten Mannschaft von Turo Darfeld.“ Gut, dann ist ja noch etwas Zeit . . .

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