Reiten: Erster Tag des Kreisturniers
RV Appelhülsen riskiert und gewinnt

Kreis Coesfeld -

Am ersten Tag des Turniers des Kreisreiterverbandes Coesfeld geht es traditionell ins Gelände. Der RV Appelhülsen, aber auch der RV Nottuln und der RV Havixbeck-Hohenholte schlugen sich mehr als achtbar.

Mittwoch, 19.06.2019, 16:56 Uhr
Voll konzentriert über das nächste Hindernis: Frank Balster und Lexxa vom RV Appelhülsen.
Voll konzentriert über das nächste Hindernis: Frank Balster und Lexxa vom RV Appelhülsen. Foto: Johannes Oetz

Die Sonne brannte unablässig auf die schmucke Anlage. „Meine Güte“, stöhnte Marcus Voss , Gastgeber im Pferdesportzentrum Flamschen, „ist das eine Affenhitze.“ Die Temperaturen waren am Dienstagnachmittag fortissimo auf 28 Grad geklettert. Schwül war’s, als sich Kirsten Eiersbrock, die Amazone vom RV Nottuln, mit ihrem Wallach Aaron als Erste auf den Weg machte. 1400 m lang war die Geländetrecke der Klasse A*, der ersten Prüfung der Kreismeisterschaft des Kreisreiterverbandes Coesfeld.

187 Sekunden lautete die Richtzeit, die die 45 Teilnehmer aus 13 Teams beim Geländeritt möglichst genau einhalten sollten. Eiersbrock und ihr Westfale gaben alles, doch mit 200 Sekunden waren beide zu langsam und kassierten Strafpunkte.

Geländeritt bei der Meisterschaft des Kreisreiterverbandes Coesfeld 2019

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  • Geländeritt bei der Meisterschaft des Kreisreiterverbandes Coesfeld 2019 Foto: Johannes Oetz
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Nun ging es Schlag auf Schlag. Marie Gloe vom RV Billerbeck, die Dame mit der Startnummer 6, führte ihren 14 Jahre alten Westfalen Sunrise S sicher durch den Wassergraben, wo manche Konkurrenten ihre Probleme hatten, und dicht an die geforderte Zeit heran. 186 Sekunden benötigte das prima harmonierende Paar. Nur eine winzige Sekunde fehlte, dann wäre Pferd und Reiterin eine Punktlandung gelungen. O-Ton Markus Terbrack, Vorsitzender des Kreisreiterverbandes Coesfeld und Trainer vom RV Nottuln: „Das war knapp.“

Rika Segbert, eine Klubkollegin von Kirsten Eiersbrock, eilte wenig später genauso flott wie Marie Gloe durch den anspruchsvollen, fairen Parcours, den Jacek Krajczok zusammengestellt hatte. Mit Ratz Fatz, auch ein Westfale, aber erst acht Jahre jung, erzielte sie ebenfalls 186 Sekunden, sodass Gloe und Segbert die identische Zeit für die 18 Hindernisse benötigt hatten.

Die drückende Luft machte allen zu schaffen, auch den Zuschauern, die zum Auftakt des Kreisturniers in die Bauerschaft Flamschen gekommen waren. „Wenn die Pferde gut konditioniert sind, sollten sie das ohne Schwierigkeiten schaffen“, betonte Marcus Voss, 1. Vorsitzender des örtlichen Ausrichters ZRuFV Coesfeld-Lette, „bei 30 Grad und mehr wird’s heftig.“ Ganz so knackig heiß war es nicht.

Es folgten Reiter auf Reiter. Laurenz Terbrack, das 14-jährige Talent vom RV Nottuln, dem Papa Markus und Mama Maria das Talent in die Wiege gelegt haben, sattelte als 33. Starter sein Erfolgspferd Cayman und hätte aus dem führenden Duo fast noch ein Trio gemacht. Mit 184 Sekunden war er zwar zwei Sekunden schneller unterwegs als die Siegerinnen der beiden Abteilungen, Marie Gloe und Rika Segbert, die dafür näher an der geforderten Zeit (187 Sekunden) waren.

Der RV Nottuln I, Titelverteidiger im Mannschaftswettkampf um die Kreisstandarte, hatte lediglich Laurenz Terbrack und Lisa Stahl (188 Sekunden) nominiert. „Wir haben voll auf Risiko gesetzt und auf eine dritte Person verzichtet“, meinte Markus Terbrack, „es hat geklappt.“ Sie brauchten kein Streichergebnis und sind jetzt mit 59,95 Punkten mit der Coesfelder Equipe gemeinsam Fünfter im Mannschaftswettkampf, hinter Holsterbrink/Gescher, Appelhülsen, Ascheberg und Werne, alle 60,00 Punkte. Auch der RVA hatte mit Lisa Penselin auf Little Lasse und Frank Balster auf Lexxa lediglich zwei Paare aufgeboten. „Das Risiko war aber überschaubar, denn beide Reiter sind sehr routiniert. Wir waren uns sicher, dass sie gut durchkommen würden“, erklärte RVA-Vorsitzender Christoph Bonmann, der von einem Traumstart noch nichts wissen wollte: „Wir haben nur einen Grundstein gelegt, die Abstände zu den Verfolgern sind doch sehr gering.“ Der RV Havixbeck-Hohenholte etwa rangiert mit 59,75 Punkten auf Platz sieben, die zweite Mannschaft des RV Nottuln ist mit 59,35 Punkten Neunter.

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