Handball: Dreikönigsturnier von SW Havixbeck
Max und Johannes Beumer freuen sich auf das DKT

Havixbeck -

Max und Johannes Beumer, vormals SW Havixbeck, haben den Sprung ins Team des Handball-Oberligisten HSC Haltern-Sythen geschafft. Beim Dreikönigsturnier kehren sie mit ihrer neuen Mannschaft in die Baumberg-Sporthalle zurück.

Samstag, 28.12.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 28.12.2019, 12:36 Uhr
Freuen sich über die regelmäßige Unterstützung aus Havixbeck: Max und Johannes Beumer.
Freuen sich über die regelmäßige Unterstützung aus Havixbeck: Max und Johannes Beumer. Foto: Marco Steinbrenner

Wenn am 4. Januar um 18 Uhr in der Baumberge-Sporthalle die Männer 1-Konkurrenz beim Handball-Dreikönigsturnier von SW Havixbeck auf dem Programm steht, werden zwei Eigengewächse der Schwarz-Weißen in den Farben blau und weiß auf der Platte stehen. Nein, Johannes und Max Beumer haben sich keinesfalls überzeugen lassen, für die Hobbytruppe der Student Sunblockers aufzulaufen. Vielmehr wird das Brüder-Paar in der alten Heimat für ihren neuen Verein, den Oberligisten HSC Haltern-Sythen, auf Torejagd gehen.

„Wir freuen uns auf die Rückkehr und besonders auf die Partie gegen Havixbeck“, verrät Max. „Es wird sicherlich ein komisches Gefühl sein, gegen die ehemaligen Teamkollegen anzutreten“, mutmaßt Johannes. Obwohl die beiden Havixbecker seit dem 1. Juli für ihren neuen Verein aktiv sind, waren die Beumers in den vergangenen Monaten immer wieder in der Baumberge-Sporthalle zu sehen. Anstatt aus dem Rückraum hochzusteigen und wuchtig den Ball in den Maschen zu versenken, feuerte das Duo die Schwarz-Weißen lautstark von der Tribüne aus an. „Wir haben noch kein Heimpartie verpasst. Auch in Borghorst haben wir uns Havixbeck angeschaut. Da unsere Heimspiele immer am Samstagabend stattfinden, passt das meist ganz gut“, erklärt Max Beumer.

Apropos Heimspiele: Wenn der auf Tabellenplatz sieben zu findende Oberligist vor eigenem Publikum aufläuft, sitzen meist auch rund 20 Havixbecker im Publikum und feuern die Mannschaft aus der Seestadt lautstark an. Aktive aus den zwei Männer-Mannschaften sowie die Damen und Ehemalige wie Andreas Schmidt und Martin Drewer sind an der Entwicklung der Rückraum-Riesen interessiert. „Wir haben nicht damit gerechnet, dass wir so häufig Besuch erhalten und dieser dann auch noch für eine so gute Stimmung sorgt.“ Die SWH-Akteure Lukas sowie Moritz Albers und Frederik Leusmann reisten sogar zum letzten Spiel des Jahres nach Bergkamen.

Nach dem Abstieg mit Havixbeck aus der Landesliga in der Vorsaison, haben sich Johannes und Max Beumer bei ihrem neuen Klub und in der neuen Spielklasse schnell eingelebt. „Sowohl in der Landes- als auch Oberliga laufen Brechmänner herum“, so Max. „Die in der Oberliga sind aber deutlich athletischer als in der Landesliga.“ Außerdem seien die Leistungen der Torhüter in der aktuellen Saison um ein Vielfaches stärker.

Alle Oberligisten, berichtet das Duo weiter, sind zudem verpflichtet, ihr Heimspiele aufzunehmen und auf einer Internet-Plattform hochzuladen. In einer mannschaftsinternen Whatsapp-Gruppe schickt Halterns Trainer Gérard Siggeman einzelne Sequenzen im Hinblick auf die Vorbereitung des nächsten Gegners.

Nicht nur im Spiel haben die Beumers deutliche Unterschiede zu SW Havixbeck ausgemacht. Auch im Training läuft vieles anders. „Fußball zum Aufwärmen wird in Haltern nur ganz selten gespielt – bei Niederlagen gar nicht“, erzählt Johannes. Die Übungseinheiten beim HSC unterscheiden sich indes nur kaum. Nach dem Warmmachen werden zumeist Überzahlsituationen einstudiert. Auf einem begrenzten Feld geht es mit „Drei gegen Drei“ weiter. Am Ende folgt das Abschlussspiel.

Johannes und Max Beumer haben sich in ihrer Wahlheimat zu Stammspielern entwickelt. „Wir dachten zunächst, dass wir erst einmal nur auf der Bank sitzen würden“, verrät Johannes, der dann aber erfreut war: „Ich habe zu Saisonbeginn fast immer angefangen und durchgespielt. Mit so viel Spielpraxis hatte ich nicht gerechnet.“ Johannes Beumer überzeugte seinen Coach durch gute Leistungen in der Vorbereitung und profitierte gleichzeitig davon, dass sein Konkurrent auf der halblinken Position im Rückraum drei Wochen im Urlaub war.

Mit dem besten Spieler der Liga auf halblinks, Julian Schrief, hat Max Beumer sehr starke interne Konkurrenz. „Julian ist gesetzt und macht seinen Job einfach gut.“ Wenn es bei Schrief allerdings nicht läuft, wird der 23-Jährige von Siggeman auf das Feld geschickt. „Spielanteile bekomme ich schon.“ Gegen Soest und in Bergkamen wurde Max Beumer auf der für ihn ungewohnten Rechtsaußen-Position gebracht. Der HSC-Übungsleiter nahm die Umstellung aus „taktischen Gründen“ vor.

Elf der 26 Meisterschaftsspiele haben die Beumer-Brüder nun hinter sich. „Der Wechsel lohnte sich bislang auf jeden Fall. Wir haben super in die Mannschaft hineingefunden und wurden gut aufgenommen“, verrät Max. Der zeitliche Umfang ist allerdings gewaltig. Dreimal steht pro Woche Training auf dem Programm. Aus Havixbeck geht es mit dem Auto zunächst nach Bösensell zum Bahnhof. Anschließend bringt die Deutsche Bahn die beiden nach Haltern. Zu Fuß geht es die wenigen Meter zur Halle. „Hin- und Rückweg sowie die Einheit nehmen dreieinhalb Stunden in Anspruch“, berichtet Johannes. Zum Vergleich: In Havixbeck radelten beide zweimal pro Woche mit dem Fahrrad fünf Minuten zur Halle. Das Training ist mit 90 Minuten identisch lang.

Ob die Beumers über die Saison 2019/20 hinaus in Haltern bleiben, steht aktuell noch in den Sternen. Die HSC-Verantwortlichen haben in persönlichen Gesprächen bereits signalisiert, die Ein-Jahres-Kontrakte gerne verlängern zu wollen. „Wir müssen uns bis Ende Januar entschieden haben“, sagt Max, der seit kurzem ein Elektrotechnik-Studium begonnen hat. Johannes arbeitet 40 Stunden pro Woche als Tischler. „Nach der Arbeit esse ich schnell noch was und dann geht es auch schon los. Das ist teilweise ganz schön stressig.“

Mit großem Interesse werden Johannes und Max Beumer auch im neuen Jahr die Partien des Bezirksliga-Spitzenreiters SW Havixbeck verfolgen. Dass die Schwarz-Weißen als Weihnachtsmeister in das neue Jahr gehen, „hat mich nicht überrascht. Mit Dominik Leufgen wurde ein guter Spieler reaktiviert. Er ist eine enorme Hilfe“, so Johannes. Mitentscheidend im Kampf um den Meistertitel werde sein, „wie Havixbeck sich in den Auswärtsspielen gegen Ochtrup und Sparta Münster schlagen wird. Schließlich darf in den Hallen kein Harz benutzt werden.“ Die Beumers trauen ihren ehemaligen Teamkollegen den Wiederaufstieg zu. Einen Wechsel zurück in die Baumberge-Sporthalle schließen sie pauschal nicht aus. Großartige Gedanken wurden daran aber noch nicht verschwendet. Aktuell überwiegt vielmehr die Vorfreude, am 4. Januar mit dem HSC Haltern-Sythen an die alte Wirkungsstätte zurückzukehren.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7155993?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F35334%2F
Nachrichten-Ticker