Reit- und Springturnier des RV Appelhülsen: Vorsitzender Bonmann ist zufrieden
Viel Lob für den „Kraftakt“

Appelhülsen -

Das traditionelle Reit- und Springturnier des RV Appelhülsen stand in Corona-Zeiten unter keinem guten Stern. Trotzdem zogen die Organisatoren das Event unter verschärften Hygienebedingungen durch. Sportler wie Zuschauer waren zufrieden.

Montag, 14.09.2020, 17:58 Uhr
Zurück zur Normalität: Knapp 600 Aktive tummelten sich auf der Anlage am Heitbrink.
Zurück zur Normalität: Knapp 600 Aktive tummelten sich auf der Anlage am Heitbrink. Foto: Brigitte Arends

Die Fakten liegen auf der Hand: Die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie treffen Reitschulen, Betriebe, Pferdehalter wie -Züchter und Vereine gleichermaßen. Große ländliche Turniere, die alljährlich als wichtige Einnahmequelle dienten, wurden allerorts gecancelt. Ein Desaster für die Szene, die nach dem Lockdown nur schwerlich wieder in Tritt kommt. Und doch: der Terminkalender füllt sich, zu den Events für Profis kommen allmählich Veranstaltungen für die Breite – die aufatmet. „Stück für Stück zurück zur Normalität“, sagt Christoph Bonmann , Vorsitzender des RV Appelhülsen .

Das Traditionsturnier am Heitbrink zog 2020 am zweiten September-Wochenende coronabedingt nicht die Zuschauermassen an – aber die Aktiven folgten der Einladung liebend gern. Knapp 600 Reiter tummelten sich an den vier Tagen auf der Anlage, dem Lebenswerk des ehemaligen Kopfes des RVA, Dr. Johannes Lückmann . Für den am 5. September verstorbenen Tierarzt lag nahe der Meldestelle ein Kondolenzbuch aus. Außerdem gab es am Sonntag eine Gedenkminute für den „Doktor“, wie er respektvoll genannt wurde. „Alle haben inne gehalten. Das war beeindruckend“, zeigte sich Nachfolger Bonmann angetan.

300 Besucher zog es am Sonntag auf das weitläufige Areal. Mehr durften nicht rein. Die S-Dressur und das S-Springen mit namhafter Konkurrenz zogen. Eigentlich wie immer. Und doch war vieles anders in Zeiten, in denen Hygiene zum Modewort geworden ist. „Wir lernen damit zu leben“, so Bonmann. Der erstmals in diesem Jahr keinen Bierwagen organisiert und auf Kuchenspenden der Mitglieder verzichtet hatte. Nur die gute alte Pommes-Bude sorgte für etwas Flair auf einer Einbahnstraße. Verzichtet wurde auch auf den obligatorischen Handschlag bei den Siegerehrungen. Unabdingbar. „Unser Konzept war durchdacht und hat funktioniert. Wir haben viel Lob bekommen“, verrät der 1. Vorsitzende. Und ergänzt: „Natürlich gibt es immer ein paar schwarze Schafe, Unbelehrbare. Auch unter den Sportlern. Wenn uns etwas zu Ohren gekommen ist, haben wir das reguliert. Ich bin sehr zufrieden.“

Sorge, dass das Happening der Krise zum Opfer fallen könnte, hatte Bonmann zu keinem Zeitpunkt. „Ich bin von Natur aus Optimist. Der späte Termin hat uns in die Karten gespielt.“ Unterm Strich hat das Turnier sogar noch einen kleinen Gewinn abgeworfen – trotz aller Maßnahmen und Kosten. „Unsere Sponsoren haben uns die Treue gehalten. Das ist viel wert“, richtet Bonmann seinen Dank an alle Freunde und Gönner des Reitvereins, der trotz vieler Entbehrungen in den zurückliegenden Monaten nicht in existenzielle Nöte geraten ist. „Da haben andere Sportarten ganz andere Probleme.“

Ein „Kraftakt“ war die Organisation unter diesen verschärften Bedingungen trotzdem, gibt Bonmann zu. Er und viele der gut 100 Helfer haben sich extra Urlaub genommen. Sie leben für ihren Sport, für ihre Aufgabe. Und freuen sich auf das zweite Wochenende im September 2021. Dann steht die Anlage am Heitbrink wieder im Mittelpunkt des Interesses. Hoffentlich unter anderen Voraussetzungen.

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