Serie: Das beste Sportereignis überhaupt
Markus Terbrack: „Opa musste den Bus stoppen“

Nottuln -

Mit Markus Terbrack startet die Sportredaktion Baumberge heute eine Serie unter dem Titel: „Das beste Sportereignis überhaupt“. Der Vorsitzende des Kreisreiterverbandes Coesfeld erinnert sich dabei an seine Jugendzeit.

Mittwoch, 23.12.2020, 06:13 Uhr aktualisiert: 23.12.2020, 06:20 Uhr
Freut sich schon auf die warme Jahreszeit, weil es dann auch wieder für den Reitsport leichter wird: Markus Terbrack. Bis dahin erwärmt er sich auch an schönen Erinnerungen.
Freut sich schon auf die warme Jahreszeit, weil es dann auch wieder für den Reitsport leichter wird: Markus Terbrack. Bis dahin erwärmt er sich auch an schönen Erinnerungen. Foto: Johannes Oetz

Fußball, Handball, Leichtathletik oder was auch immer – der Sport hat so manche starke Geschichte geschrieben. Die Westfälischen Nachrichten haben sich umgehört, welches Spiel oder Sportereignis für die Aktiven, Trainer oder Ehrenamtlichen in den Baumbergen das beste Sportereignis überhaupt war. Heute erscheint der erste Teil einer Serie. Markus Terbrack vom RV Nottuln, der gleichzeitig Vorsitzender des Kreisreiterverbandes (KRV) Coesfeld ist, erzählt dabei auch ausführlich über seine Zeit als Jugendlicher.

 

Hallo, Herr Terbrack. Haben Sie besondere Erinnerungen an sportliche Großereignisse in der Vergangenheit?

Terbrack: Oh, ja, das kann man wohl sagen. Bei mir dreht sich ja fast alles um die Pferde. Daher dürfte es auch nicht verwundern, dass es sich um ein Reitereignis handelt. Vorausschicken möchte ich aber, dass ich familiär eigentlich gar nicht in Bezug auf den Pferdesport vorbelastet bin. Dennoch haben mich als 14-Jähriger die Reiterwettbewerbe bei den Olympischen Sommerspielen 1988 in Seoul besonders fasziniert.

Weshalb?

Terbrack: Weil die deutsche Mannschaft überaus erfolgreich war. In der Dressur, im Springen und in der Vielseitigkeit holten die Deutschen damals Gold. Ich war wirklich fasziniert, besonders von einer jungen Reiterin namens Nicole Uphoff . Sie sicherte sich mit Rembrandt als 21-Jährige die Goldmedaille. Dieses Paar verkörperte eine ganz andere Dressur als alles, was man vorher kannte.

Wo haben Sie die Spiele gesehen?

Terbrack: Daheim in Ottenstein, wo ich ja als Kind aufwuchs. Durch die Zeitverschiebung fanden die Reitwettbewerbe sehr früh statt. Ich stellte mir also immer den Wecker. Ich stand dann sehr schnell auf und bin runter zu meiner Oma, mit der ich die Wettbewerbe auf ihrem Schwarz-Weiß-Fernseher schaute. Als Nicole Uphoff startete, wurde es zeitlich eng für mich, denn ich musste jeden Morgen mit dem Bus zur Schule fahren. Die Haltestelle war aber ein ganzes Stück entfernt. Mein Opa ist damals auf die Straße gerannt und hat den Bus gestoppt, da er an unserem Haus vorbei musste. So konnte ich bis zum Ende gucken und dann einsteigen.

Ist Ihnen von Seoul noch etwas in Erinnerung geblieben?

Terbrack: Ja, etwa dass Vielseitigkeitsreiter Ralf Ehrenbrink nicht mehr am Springen teilnehmen durfte. Sie hatten eine Druckstelle im Gurtbereich von Uncle Todd entdeckt, womit das Pferd die Verfassungsprüfung nicht bestand. Der Reiter wollte sogar ohne Sattel das Springen reiten, doch das wurde nicht zugelassen. Später habe ich Ralf Ehrenbrink wiedergetroffen, denn er war bei uns in Ottenstein der Parcourschef. Aber mir fällt zu Seoul noch etwas ein . . .

Immer raus damit . . .

Terbrack: Ich habe mit Pierre Durand und seinem nur 1,58 Meter großen Pferd Jappeloup de Luze mitgefiebert. Das Paar hat 1988 Einzelgold gewonnen. Es war gewaltig, wie das Duo damals vom Publikum gefeiert wurde. Später wurde auch ein Kinofilm über die Beiden gedreht.

Mal weg von Seoul. Gibt es noch ein Sportereignis, das Sie begeistert hat?

Terbrack: Ja, klar. Ich war schon ein paar Mal beim Weltfest des Pferdesports in Aachen. Als Kind habe ich es mir schon immer im WDR angeschaut. Als junger Mann bin ich dann zum ersten Mal zum Reitstadion in der Soers gefahren. 40 000 Zuschauer waren dort. Bei der Schlussfeier wird immer „Muss I denn zum Städtele hinaus“ gespielt und alle winken mit weißen Taschentüchern. Das ist sehr emotional.

Gibt es auch lokale Ereignisse, an die Sie sich gerne erinnern?

Terbrack: Natürlich! Herausragend war etwa der Bundesvierkampf in diesem Jahr in Appelhülsen. Oder die Momente, nachdem ich als Trainer bei der Goldenen Schärpe die Mannschaft aufs Treppchen geführt habe und für die Kinder die Nationalhymne gespielt wird. Da freue ich mich immer riesig.

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