Serie: Das beste Sportereignis überhaupt
Unvergessene Aufstiege für Jens Könemann

Havixbeck -

Jens Könemann ist in seiner Karriere schon einige Male aufgestiegen. In unserer Serie „Das beste Sportereignis überhaupt“ erinnert sich der Sportliche Leiter der Fußballabteilung von SW Havixbeck jedoch an zwei besondere Aufstiege, die er nie vergessen wird.

Freitag, 08.01.2021, 06:55 Uhr aktualisiert: 08.01.2021, 07:00 Uhr
Das Kopfballspiel hat sich Jens Könemann (l.) unter anderem bei „Air Riedle“ abgeguckt. In dieser Szene aus dem Jahr 2018 kommt er vor dem Bösenseller Chris Schwarze an den Ball.
Das Kopfballspiel hat sich Jens Könemann (l.) unter anderem bei „Air Riedle“ abgeguckt. In dieser Szene aus dem Jahr 2018 kommt er vor dem Bösenseller Chris Schwarze an den Ball. Foto: Johannes Oetz

Fußball, Handball, Leichtathletik oder was auch immer – der Sport hat so manche starke Geschichte geschrieben. Die Westfälischen Nachrichten haben sich umgehört, welches Spiel oder Sportereignis für die Aktiven, Trainer oder Ehrenamtlichen in den Baumbergen das beste Sportereignis überhaupt war. Jens Könemann , Sportlicher Leiter der Fußballabteilung von SW Havixbeck , ehemaliger Spieler von GW Nottuln und in der kommenden Saison spielender Co-Trainer bei der Erstvertretung der Habichte, erinnert sich in der Rückschau vor allem an einen Kopfballspezialisten.

 

Hallo, Herr Könemann. Gibt es ein großes Sportereignis, an das Sie sich gerne zurückerinnern?

Könemann: Da gibt es wohl einige. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir aber das legendäre Champions-League-Endspiel zwischen Borussia Dortmund und Juventus Turin im Jahr 1997 im Münchener Olympiastadion.

Warum erinnern Sie sich gerade an dieses Spiel so gerne?

Könemann: Ich war damals zwölf Jahre alt und habe die Begegnung, wenn ich mich recht entsinne, daheim auf dem Sofa verfolgt. Ich spielte zu diesem Zeitpunkt bereits Fußball und war Fan von Borussia Dortmund. Die Schwarz-Gelben waren Außenseiter in dieser Partie, gingen aber durch zwei Treffer von Karl-Heinz Riedle mit 2:0 in Führung. Turin verkürzte, ehe Lars Ricken mit seinem Traumtor, das heute ja noch im Fernsehen rauf- und runtergespielt wird, den 3:1-Endstand besorgte.

Bei Turin spielte damals unter anderem Zinédine Zidane. War er Ihr Vorbild?

Könemann: Nein, seit diesem Spiel war ich ein Fan von Kopfballspezialist „Air Riedle“. Die Art, wie er die Rolle des Stoßstürmers interpretierte, hat mir sehr gefallen. Ihm eiferte ich in den nächsten Jahren auch nach. In der Jugend war ich zuvor ein Mittelfeldspieler gewesen.

Als Spieler haben Sie auch einige denkwürdige Partien bestritten. Haben Sie da einen besonderen Moment parat?

Könemann: Puh, das ist schon schwer, denn es waren in der Tat einige. Es waren auf jeden Fall immer diese emotionalen Momente, die hängengeblieben sind. Und das waren meistens Aufstiege.

Welcher fällt Ihnen als erstes ein?

Könemann: Das war der Aufstieg mit dem 1. FC Gievenbeck in die Westfalenliga im Juni 2010.

Warum ausgerechnet der?

Könemann: Weil wir nach einem dramatischen Relegations-Endspiel in Herbern vor 1000 Zuschauern den TuS Eving-Lindenhorst mit 3:2 besiegten. Wir begannen zwar gut, kassierten aber nach einer Viertelstunde das 0:1 und schnell nach der Pause das 0:2. Wir hätten anschließend fast sogar noch ein weiteres Tor hinnehmen müssen. Jedenfalls lagen wir hoffnungslos zurück. Und dann wechselte unser Coach Maik Wessels in der 55. Minute Gunnar Weber ein, der mit einem Hattrick zum Aufstiegshelden wurde. Sein letztes Tor fiel in der 90. Minute. Der Jubel war unbeschreiblich. Auch die Busfahrt zurück ist unvergessen. In einem Kreisverkehr kurz vor Gievenbeck sind wir alle ausgestiegen und haben eine Humba gemacht.

Haben in der FCG-Mannschaft damals nicht auch zwei weitere Spieler gestanden, die in den Baumbergen bestens bekannt sind?

Könemann: Ja, das stimmt. Alex Leifeld (früher GW Nottuln, die Red.) und Fabian Leifken (ebenfalls GWN und heute Trainer des SV Bösensell, die Red.) waren auch dabei.

Sie sprachen eingangs von mehreren besonderen Aufstiegen. Kommen Sie, erzählen Sie noch einen.

Könemann: Gut, dann nehme ich den Aufstieg mit dem BSV Roxel in die Westfalenliga in der Saison 2015/16. Das war auch eine verrückte Geschichte.

Lassen Sie uns an Ihrer Erinnerung teilhaben . . .

Könemann: Wir hatten damals die Saison als Tabellenzweiter beendet. Zunächst hieß es am Sonntag, dass wir damit in die Westfalenliga aufgestiegen wären. Natürlich haben wir direkt gefeiert. Am Montag ließ der Verband dann aber verlauten, dass wir doch noch ein Relegationsspiel bestreiten müssten. Also traten wir eine Woche später in Beckum gegen die zweite Mannschaft des SC Verl an. Trainer Carsten Winkler wechselte in der 89. Minute den Havixbecker Frederik Fechner ein, der in der Nachspielzeit noch das Tor des Tages erzielte. Das war ein ganz besonderer Moment, wobei es immer ein besonderer Moment ist, wenn eine wichtige Partie in der letzten Minute entschieden wird. Das sind unglaubliche Glücksgefühle. Für solche Begegnungen spiele ich Fußball.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7755852?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F35334%2F
Nachrichten-Ticker