Fußball: Frauen Kreisliga
Havixbecker Damen müssen mit kleinem Kader auskommen

Havixbeck -

Bei den Kreisliga-Fußballerinnen von SW Havixbeck ist noch viel Luft nach oben. Nach fünf Spieltagen steht das Team auf dem achten Tabellenplatz. Dabei war im Sommer lange nicht klar, ob die Habichte für die Saison 2020/21 überhaupt eine Damenmannschaft würden stellen können.

Dienstag, 19.01.2021, 07:35 Uhr
Der Schein trügt: Auch wenn das Bild einen großen Kader vorgaukelt,
Der Schein trügt: Auch wenn das Bild einen großen Kader vorgaukelt, Foto: SW Havixbeck

Und wie es in der kommenden Spielzeit weitergehen wird, steht auch noch in den Sternen.

Sportlich lief es bei den SWH-Damen bis zur coronabedingten Saisonunterbrechung ähnlich wie in der Vorsaison. Mit zwei Siegen und drei Niederlagen stehen die SWH-Fußballerinnen auf Rang acht im Mittelfeld der Tabelle. Sechs Punkte haben aber auch die drei Mannschaften vor ihnen auf dem Konto.

Gegen Ascheberg (4:3) und die Reserve aus Ostbevern (3:0) gab es jeweils einen Sieg, „die Niederlage gegen Westbevern hätte nicht sein müssen“, ärgert sich Trainer Manfred Thoms über das knappe 1:2.

Und auch die Schlappe gegen Kinderhaus (2:6) wäre nach zweimaliger Führung vermeidbar gewesen. Doch an einem schlechten Tag können seine Schützlinge in der Kreisliga A nichts holen – gesehen beim 1:7 in Mauritz. „Wir müssen schon ordentlich investieren, um zu punkten.“ Weiter nach oben schaut man in den Baumbergen deswegen nicht. „Dafür haben wir einfach die Klasse nicht“, findet Thoms klare Worte, merkt aber gleichzeitig auch an: „Die unteren Mannschaften haben wir mit unserer jungen Truppe geschlagen. Das ist das, was zählt.“

Jung ist ein gutes Stichwort. Viele Spielerinnen kamen im Sommer gerade erst aus der U17. Johanna König , bislang mit vier Treffern die beste Schützin, gehört mit ihren 20 Jahren schon zu den Älteren. Die 18-jährige Greta Thoms folgt in der internen Torschützenliste mit drei Toren direkt dahinter. „Das sagt schon einiges aus. Wir haben alle noch viel zu lernen.“ Die Erfahrung fehlt. In mehreren Spielen machten sich seine Schützlinge die Partie nach einer guten ersten Halbzeit noch durch eine schlechte zweite kaputt. „Da fragt man sich manchmal schon, was da passiert und warum auch die Älteren nicht in der Lage sind, das Ruder rumzureißen. Aber am Ende haben wir uns genauso verkauft, wie wir es können. Es gab keine Ausreißer nach oben, aber auch keine nach unten“, ist der Coach mit den bisherigen Resultaten unter den gegebenen Bedingungen zufrieden.

Der Kader ist zudem nicht der üppigste, ein großer Unterbau in der Jugend ist auch nicht gegeben. Deswegen hatten die Schwarz-Weißen vor der Spielzeit darüber nachgedacht, eine Spielgemeinschaft mit den Frauen des TuS Altenberge einzugehen. „So hätte man das Problem gut auffangen können. Am Ende hat es für uns aber doch keinen Sinn gemacht“, sagt Thoms. Stattdessen haben sich die beiden Vereine bei den B-Juniorinnen zusammengetan. „Es ist wichtig, dass wir die Mädels am Ball halten. Das klappt so ganz gut.“ 20 Spielerinnen haben die Trainerinnen Leonie Thoms und Lea Wahlers, die ebenfalls bei den Schwarz-Weißen kicken, in ihrem Team. Damit bleibt die Hoffnung auf einen zukünftig breiteren Kader. Externe Neuzugänge hingegen hat man bei den Habichten eher weniger im Blick. „Wir sind hier auf dem Land. Bis man angekommen ist, hat man schon einiges gesehen“, weiß der Fußballlehrer um die Problematik.

Langfristig gesehen keine guten Voraussetzungen für den Frauenfußball in Havixbeck. „Statt dass wir Neuzugänge holen, glaube ich eher, dass viele irgendwann den umgekehrten Weg einschlagen und den Verein verlassen werden.“ Nichtsdestotrotz wollten alle in dieser Saison weitermachen.

Wie das aber in der kommenden Spielzeit aussehen wird, ist noch nicht klar. „Der Kontakt untereinander ist momentan logischerweise ziemlich mau. Offensiv angesprochen haben wir deswegen noch niemanden, und auch wir Trainer haben noch keine Gespräche mit den Verantwortlichen geführt.“ Klar ist: Allen fehlt sonntags etwas. Man könnte so langsam wieder starten. Aber Thoms habe auch gemerkt, dass es ganz gut ohne geht.

Das liegt auch an der Trainingsbeteiligung, „die in der bisherigen Saison nicht wirklich befriedigend war“. Zwei Mütter sind an Bord, einige arbeiten im sozialen Bereich und „am Ende ist es eben nur die Kreisliga A und somit Fußball nicht die Priorität Nummer 1 bei den Spielerinnen“, weiß der Coach. So werden aus 21 „Mann“ an einem Sonntag schnell mal nur noch 14, beim Training oft noch weniger. „Das ist natürlich zu wenig, um kontinuierlich zu arbeiten.“ Doch genau das müssten sie am Althoffsweg eigentlich. Denn der Verbesserungsbedarf ist groß, wie Thoms kritisch zugibt. Vor allem in der Defensive habe sein Team in dieser Saison mehr Probleme als sonst. „Es klingelt häufiger“, weist der Übungsleiter auf die 18 Gegentore hin. „Die Verteidigung fängt jedoch schon in der Offensive an“, nimmt er die gesamte Elf in die Pflicht. Trotz der Umstände macht der Trainer jedoch eines klar: „Alle haben Spaß.“ Denn die Havixbeckerinnen verstehen sich nicht nur auf dem Platz ziemlich gut. „Das merkt man“, freut sich Thoms.

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