Reiten: KRV Coesfeld beklagt fehlende Trainingsmöglichkeiten
Markus Terbrack: „Nur Bewegung reicht nicht“

Kreis Coesfeld -

Der Sportbetrieb ruht, auch für die Reiter. Die haben allerdings ein Problem, denn ihre Pferde nur zu bewegen reicht vielen Vierbeinern nicht. Sie müssen auch trainiert werden.

Freitag, 19.02.2021, 06:27 Uhr aktualisiert: 19.02.2021, 06:30 Uhr
Bis zum nächsten Turnierstart dauert es wohl auch noch für Dr. Svenja Kämper-Meyer und Amanyara. Die Daruperin wäre sicherlich schon froh, wenn sie wieder mit Trainer trainieren dürfte.
Bis zum nächsten Turnierstart dauert es wohl auch noch für Dr. Svenja Kämper-Meyer und Amanyara. Die Daruperin wäre sicherlich schon froh, wenn sie wieder mit Trainer trainieren dürfte. Foto: Johannes Oetz

Der Sportbetrieb im Amateurbereich ruht zurzeit – Training, Spiele und Wettbewerbe sind tabu. Da bilden auch die Reiter keine Ausnahme. Einen Vorteil im Corona-Modus haben sie aber. „Wir sind uns bewusst, dass wir privilegiert sind, weil wir die Pferde bewegen dürfen – aber auch müssen“, sagt Markus Terbrack , Vorsitzender des Kreisreiterverbandes Coesfeld (KRV).

Doch auch den Reitern und Pferdezüchtern ist nicht alles erlaubt. „Bewegen“ heißt nicht „trainieren“. Ersteres ist okay, weil es auch keine Alternative gibt, letzteres ausdrücklich nicht, so die staatlichen Corona-Regeln sinngemäß.

Eine Regelung, die den Amateurreitern und vor allem den Pferden nicht ausreicht, betont Terbrack: „Wir kommen mit dem, was wir dürfen, nicht aus.“ Vor allem den in den vergangenen Jahrzehnten zielgerecht auf den Leistungssport herangezüchteten Pferden sei reine Bewegung ohne gezieltes Training nicht genug. „Sie haben eine hohe Leistungsbereitschaft, sie wollen, dass ihr Leistungsvermögen abgerufen wird“, sagt der KRV-Chef. „Sie brauchen Abwechslung und kontrollierte sportliche Tätigkeit, damit ihr Körper gesund erhalten wird.“

Auch den Reiternachwuchs, die Kinder und Jugendlichen, die noch über wenig Erfahrung im Sattel verfügen, hat Terbrack im Blick. Denn regelmäßiges Üben unter Anleitung eines Trainers sei die Voraussetzung dafür, dass Vierbeiner und Mensch sich aufeinander einspielen. Vor allem lerne das Pferd auf diese Weise schnell, dass der Reiter der Chef ist.

Ohne Training unter Aufsicht eines Dritten bleibt dieser Effekt aus, betont der Experte: „Da kann es schnell passieren, dass bei einem kleinen Reiter das Pferd das Kommando übernimmt. Und dann kann es gefährlich werden . . . Nur gezieltes Training kann die Kommunikation zwischen Mensch und Tier verbessern.“ Die erfahrenen Reiter hätten mit der derzeitigen Situation kein Problem, wohl aber Kinder, Jugendliche, Neu- oder Quereinsteiger.

Und dann ist da noch ein Problem, das die Reitvereine mit den organisierten Ballsportlern, Schwimmern oder Leichtathleten teilen: das Minus bei den Finanzen, das sich durch den monatelangen Wegfall des Reitunterrichts ergibt. „Staatliche finanzielle Hilfen gibt es für die Reitvereine nicht“, sagt Terbrack.

Dabei habe sich der KRV Coesfeld nach dem ersten harten Lockdown im Sommer 2020 wieder gut aufgestellt, so Terbrack. „Wir haben damals ein Hygienekonzept für die Turniere erarbeitet. Die sind dann auch alle gut über die Bühne gegangen.“ Daran wollen die Reiter nach einem Ende des zweiten Lockdowns wieder anknüpfen – und hoffen, dass es schnell soweit sein wird. Markus Terbrack: „Wir haben ja im Kreis Coesfeld eine gute Inzidenz, sodass die Corona-Regeln vielleicht bald wieder gelockert werden.“

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