Fußball: Hoffnungen auf Re-Start schwinden
Eiertanz geht über Ostern hinaus

Baumberge -

Ein baldiger Re-Start der Fußballsaison – nach der jüngsten Bund-Länder-Konferenz eigentlich nicht mehr denkbar. Der Optimismus der Fußballer und Funktionäre ist langsam gebrochen.

Dienstag, 23.03.2021, 17:52 Uhr aktualisiert: 23.03.2021, 18:31 Uhr
Am liebsten wäre es ihm, wenn er und seine Mannschaft Turo Darfeld jetzt einfach zum Meister erklärt würden: Coach Markus Lindner, der früher auch in Nottuln und Havixbeck tätig war.
Am liebsten wäre es ihm, wenn er und seine Mannschaft Turo Darfeld jetzt einfach zum Meister erklärt würden: Coach Markus Lindner, der früher auch in Nottuln und Havixbeck tätig war. Foto: Johannes Oetz

Treffen würde es ihn und seine Spieler so hart wie kaum eine andere Mannschaft. Denn die Steilvorlage, die sich Turo Darfeld mit einer blütenweißen Weste in Richtung Bezirksliga-Aufstieg erarbeitet hat, ist ausgezeichnet – dennoch wäre Markus Lindner bereit, jetzt einen Haken daran zu machen. „Jetzt muss die Saison endgültig abgebrochen werden“, urteilt der Turo-Trainer mit Blick auf die Beschlüsse der Bund-Länder-Konferenz. „So macht es keinen Sinn, da lässt sich die Spannung nicht mehr halten.“ Auf den anhaltenden Eiertanz auch über die Ostertage hinaus haben sie schlicht keine Lust mehr.

Horst Dastig kann die Einstellung verstehen. Nichts wäre ihm lieber, als dass der Ball möglichst bald wieder rollen könnte. Nicht nur auf Abstand, sondern um Tore und Meisterschaftspunkte. „Wir geben die Hoffnung nicht auf, aber wir wissen nicht, wann und wie es weitergeht“, gibt der Staffelleiter und Vorsitzende des Kreisfußballausschusses (KFA) ehrlich zu. Eher seien ja sogar wieder Rückschritte angesagt.

Entsprechend bedrückt sei die Stimmung gewesen, als sich der Kreisfußballausschuss am Montagabend zur Sitzung zusammengeschaltet hat, parallel zum Treffen der Kanzlerin mit den Länderchefs. „Alle waren niedergeschlagen“, beschreibt Dastig die Atmosphäre – auch wenn die endgültigen Beschlüsse zu dem Zeitpunkt noch nicht vorlagen, habe sich ja bereits abgezeichnet, dass der Lockdown bis zum 18. April verlängert werde. „Das bedeutet ja auch, dass vor diesem Zeitpunkt kein Kontaktsport vorstellbar ist“, erklärt der KFA-Vorsitzende. Alle Pläne, nach Ostern wieder ins „richtige“ Training einzusteigen und dann möglichst ab dem 2. Mai die Saison fortzusetzen, seien damit wohl hinfällig.

Alles weiter in der Schwebe. Deshalb hat der Kreisfußballausschuss am Montagabend auch keine weiteren Entscheidungen getroffen. „Wir hängen ja ohnehin davon ab, wie der Verband weiter vorgeht“, verweist Horst Dastig auf eine Stellungnahme, die der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) am kommenden Montag (29. März) im Rahmen einer Online-Pressekonferenz abgeben will. Theoretisch könne der Fußballkreis Ahaus/Coesfeld für seine Kreisligen autark entscheiden, „aber wir werden uns sicherlich am Verband orientieren.“ Der KFA werde am 19. April wieder tagen.

Die Hoffnung wollen Horst Dastig und seine engagierten Mitstreiter nach wie vor nicht aufgeben. Lockerungen mit Kontaktsport ab dem 18. April, dann vielleicht eine Wiederaufnahme des Spielbetriebes am 16. Mai – mit Spieltag am Pfingstwochenende und einer Englischen Woche wäre die Hinrunde in den heimischen Ligen wie geplant bis zum 20. Juni abzuschließen. Alles Spekulationen, zumal der KFA-Vorsitzende weiß, dass sich auch aus den Vereinen die Stimmen mehren, die Saison 2020/21 tatsächlich endgültig zu streichen. „Vielleicht sollten wir uns lieber darauf fokussieren, wie geplant ab dem 15. August in die neue Spielzeit zu starten“, zuckt Dastig mit den Schultern.

Eine komplette Saison ohne jegliche Wertung zu haben, damit dürften sich die Fußballer und Verantwortlichen dennoch nur schwer anfreunden können. „Im Optimalfall sollte man uns einfach zum Meister erklären“, sagt Markus Lindner, der früher schon mehrere Jahre die Zweitvertretung von GW Nottuln und SW Havixbeck trainierte, mit einem Augenzwinkern. Um dann noch einen ernsthaften Vorschlag nachzuschieben: „Vielleicht könnte die Saison mit dem jetzigen Stand eingefroren und im September fortgesetzt werden, das wäre die gerechteste Lösung.“ Aber rechtlich wohl nicht möglich, schätzt Horst Dastig: „Zumindest ist das in der Satzung des Verbandes nicht vorgesehen.“

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