Fußball: FLVW-Videokonferenz
Immer noch kein Saisonabbruch

Baumberge -

Bahnbrechend Neues hatte das Präsidium des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes (FLVW) am Montagmittag nicht zu verkünden. In Kaiserau hoffen sie weiter auf eine Fortsetzung der Saison. Die Klubs sind da etwas skeptischer.

Dienstag, 30.03.2021, 10:36 Uhr aktualisiert: 30.03.2021, 10:44 Uhr
Willy Westphal glaubt nicht so recht, dass die Saison noch fortgesetzt wird.
Willy Westphal glaubt nicht so recht, dass die Saison noch fortgesetzt wird. Foto: Johannes Oetz

Der Amateurfußball steckt in einem Dilemma. Das wurde gestern Mittag bei einer Presse-Videokonferenz mit dem Präsidium des westfälischen Fußball- und Leichtathletik-Verbandes (FLVW) deutlich. Die Infektionszahlen im Bund und im Land steigen. Der Kreis Coesfeld ist einer von mittlerweile nur noch sechs Kreisen im Land mit einer Inzidenz von unter 100. Und das bei einem leider negativen Trend. Und dennoch können die Fußball-Funktionäre die Saison noch nicht abbrechen. Es gebe immer noch die Hoffnung, zumindest die Hinrunde und damit die Hälfte der Saisonspiele absolvieren zu können. Damit wäre eine Saisonwertung rechtlich möglich. Und das müsse das Ziel sein.

„Die Verzweiflung wächst aber“, machte Präsident Gundolf Walaschewski aus seinem Herzen keine Mördergrube. Und Vizepräsident Manfred Schnieders , zuständig für den Amateurfußball, ergänzte: „Wir können kein Datum nennen, wann die Saison beendet wird, auch wenn die Vereine sich Planungssicherheit wünschen.“ Das Problem: Die maßgebliche Spielordnung des Westdeutschen Fußballverbandes sehe keinen Saisonabbruch vor. Schnieders: „Und solange rechnerisch eine Beendigung noch möglich ist, werden wir nicht absagen.“ Die Verbands-Funktionäre kündigten aber an, die Spielordnung überarbeiten zu wollen, um handlungsfähiger zu werden.

Willy Westphal , Vorsitzender des Fußballkreises Ahaus/Coesfeld, ist ebenfalls pessimistisch, dass die Saison noch zu einem für alle Seiten zufriedenstellenden Ergebnis geführt werden kann. „Die Mannschaften, die oben stehen, sagen uns, dass wir bloß nicht abbrechen sollen.“ Den Teams im Tabellenmittelfeld sei es egal, und Vertreter der abstiegsbedrohten Mannschaften würden die Verantwortlichen des Fußballkreises fragen, wann abgebrochen würde.

Westphal bekomme natürlich auch die Stimmung an der Basis mit. „Wir hören zum Beispiel auch die Rufe, dass wenn gespielt wird, auf jeden Fall auch Zuschauer zugelassen sein müssen. Das ist für viele Vereine existenziell.“

Bei der Pressekonferenz gestern wurde deutlich, dass jede einzelne Staffel gesondert betrachtet werden muss. Es gebe also keinen Termin im Verband, an dem die Saison insgesamt abgebrochen wird. Willy Westphal: „Wenn wir wirklich ab dem 1. oder 8. Mai endlich wieder spielen könnten, bekommen wir das hier bei uns im Fußballkreis Ahaus/Coesfeld noch hin.“ Dann gebe es entsprechend Auf- und Absteiger. Das könnte auch dazu führen, dass Staffeln schrumpfen oder aufgebläht würden. „Wir sind dafür aber abhängig von den politischen Beschlüssen in Berlin und Düsseldorf.“

Die durch die Corona-Pandemie besondere Saison 2020/21 über den 30. Juni hinaus zu verlängern, sei nicht möglich. Das liege zum einen an den Verträgen der Spieler. Zum anderen werde die Vorbereitung auf die neue Spielzeit gebraucht. Die soll bei den Senioren am 15. August beginnen. Die Junioren steigen mit den überkreislichen Teams am Wochenende 28./29. August ein.

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