FLVW erlaubt ab sofort die Durchführung von Freundschaftsspielen
Schnippe: „Halte den Zeitpunkt für zu früh“

kreis steinfurt -

Kicken erlaubt – aber nur unter Auflagen. Doch wer will die kontrollieren, vor allem aber auch: Können die Vereine die eigentlich einhalten? Und das zu Beginn der Ferien in NRW. Hans-Dieter Schnippe, der Vorsitzende des Fußballkreises Steinfurt, hat dazu eine eindeutige Meinung.

Mittwoch, 24.06.2020, 15:32 Uhr
Der Vorsitzende des Fußballkreises Steinfurt, Hans-Dieter Schnippe, hält die Erlaubnis der Durchführung von Freundschaftsspielen für zu früh.
Der Vorsitzende des Fußballkreises Steinfurt, Hans-Dieter Schnippe, hält die Erlaubnis der Durchführung von Freundschaftsspielen für zu früh. Foto: Marc Brenzel

Ein weiteres Stück Normalität kehrt in den Amateursport zurück: Der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) genehmigt ab sofort wieder Freundschafts- und Testspiele im Amateurfußball. Dies hat der Verbands-Fußballausschuss (VFA) in Absprache mit dem Präsidium, den 29 FLVW-Kreisen und den nordrhein-westfälischen Fußballverbänden im Westdeutschen Fußballverband (WDFV) beschlossen.

Ausgenommen von dieser Regelung sind durch den am Dienstag beschlossenen Lockdown im Kreis Gütersloh auch Teile der umliegenden ostwestfälischen Kreise (Warendorf sowie Bielefeld).

Anders sieht es in den Kreisen Steinfurt und Münster aus: „Die aktuell gültige Fassung der Corona-Schutzverordnung lässt nicht-kontaktfreie Wettbewerbsformen mit einer Anzahl von maximal 30 Personen unter bestimmten Voraussetzungen wieder zu. Wir möchten Vereinen nun die Möglichkeit geben, im Rahmen der geltenden Verordnungen Fußball zu spielen“, erklärt der für den Amateurfußball zuständige Vizepräsident Manfred Schnieders.

Das stößt nicht überall auf ein positives Echo. Hans-Dieter Schnippe, der Vorsitzende des Fußballkreises Steinfurt, hält den Zeitpunkt für zu früh: „Am Wochenende beginnen die Ferien, da sind jetzt viele Spieler sowieso im Urlaub. Die Saison wird erst Mitte September aufgenommen – da frage ich mich, warum die Spieler schon jetzt auf dem Platz rumrennen sollen“, so Schnippe leicht süffisant. Außerdem käme in seinen Augen ein zweites Problem hinzu: „Die Verantwortung für die Freigabe der Plätze liegt oft bei den Kommunen, und die handhaben das alle sehr unterschiedlich“. Zudem dürften die Auflagen (siehe unten) nur sehr schwer umzusetzen sein. „Und wer soll die kontrollieren?“, fragt Schnippe, der einen Fall aus dem Fußballkreis Hagen anführt, wo diese Verantwortung in die Obliegenheit des Fußballkreises gelegt werden sollte. Der habe dankend abgelehnt.

Aber der FLVW warnt auch vor den nach wie vor bestehenden Gefahren einer Corona-Infektion. Deswegen sind folgende Voraussetzungen für die Genehmigung von Testspielen zwingend notwendig:

Nicht mehr als 30 Personen üben nicht-kontaktfrei Sport aus (Trainer und Betreuer zählen nicht dazu);

Erfüllung aller Hygienevorschriften und Beachtung der Infektionsschutzstandards laut Corona-Schutzverordnung und der Anlage „Hygiene- und Infektionsschutzstandards“ des Landes NRW;

Hygienekonzepte sind den lokalen (Gesundheits-) Behörden vorzulegen und mit diesen abzustimmen;

Komplette Datenerfassung der Sportler zwecks Rückverfolgbarkeit;

Zuschauer sind bis zu einer Personenanzahl von maximal 100 unter Wahrung der Abstandsregeln zugelassen. Auch hier müssen Personendaten zwecks Rückverfolgung erfasst werden.

Ferner weist der FLVW darauf hin, dass es für Freundschaftsspiele keine verpflichtenden Ansetzungen gibt und die Schiedsrichter sich nur freiwillig zur Leitung bereiterklären können.

Für den Jugendfußball können aktuell noch keine Test- und Freundschaftsspiele genehmigt werden. Der Verbands-Jugendausschuss (VJA) informiert zu einem späteren Zeitpunkt, wann Testspiele im Jugendfußball wieder möglich sind.

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