Flugschau um Mitternacht
Mächtigkeitsspringen: Zwei Sieger und ein spektakulärer Sturz

münster -

Über den sportlichen Wert der Mächtigkeitsspringen lässt sich trefflich streiten. Fakt ist aber zweierlei. Erstens, Reitern und Pferden wird in dieser ganz speziellen Konkurrenz viel (vielleicht sogar zu viel?) abverlangt. Und zweitens: Die münsterischen Reitsport-Fans lieben dieses Spektakel. Wie anders wäre zu erklären, dass die Halle Münsterland bei der mitternächtlichen „Flugschau“ regelmäßig bis auf den letzten Platz besetzt ist.

Donnerstag, 12.01.2012, 17:01 Uhr

Nicht immer freilich werden die hohen Erwartungen erfüllt. Am Samstag jedenfalls war das mit Spannung und hohen Erwartungen Springen nur ein müder Abklatsch früherer Jahre. Stimmung kam lediglich dann auf, wenn sie vom Hallensprecher eingefordert wurde („Und jetzt machen wir alle die Welle.“). Warum das so war, das konnte im Nachhinein niemand sagen. Fest steht allerdings, dass es an den Leistungen, die Reiter und Pferde zeigten, nicht gelegen haben kann. Die nämlich waren wieder einmal erstklassig. Die Besten unter den Besten waren dabei Carsten Averkamp vom RV St. Hubertus Wolbeck mit Quickiedeedo und Christian Neubecker vom Kreisreiterverband Coesfeld mit Cartier . Sie teilten sich mit jeweils vier Fehlern im dritten Stechen – beide überspfangen die 1,50 x 1,75 Medter messende Triplebare ,scheiterten aber an der inzwischen 2,15 Meter hohen Mauer – den Sieg. Platz drei mit jeweils acht Fehlern im dritten Stechen belegten gemeinsam Mario Maintz vom RV Bösensell mit Cosmos sowie Christian Weyen vom RV Uedesheim-Stüttgen mit Possibility. Fünfter schließlich wurde mit Hans-Thorben Rüder, der Casa Grande gesattelt hatte, der letztjährige Sieger des Großen Preises.

Gerade beim Ritt des seit vielen Jahren in Greven lebenden Reiters aber wurde einmal mehr die Fragwürdigkeit der Mächtigkeitsspringen deutlich. Beim Versuch, die 2,15 Meter hohe Mauer zu überspringen, stürzten Reiter und Pferd spektakulär. Glücklicherweise jedoch, ohne sich ernsthaft zu verletzen. „Pferd und Reiter geht es gut“, konnte Rüder die für einen Augenblick sichtlich geschockten Zuschauer beruhigen.

Carsten Averkamp, Sohn des Reiterverbands-Präsidenten Bernd Schulze Brüning, bemühte sich derweil nach der erfolgreichen Titelverteidigung – im vergangenen Jahr teilte er sich mit übersprungenen 2,15 Metern den Sieg mit Ingo Jungbluth – um Klarstellung. „Die Teilnahme an Mächtigkeitsspringen macht mir und meinem Pferd Spaß. Als Spezialist für diese Art Springen sehe ich uns aber nicht. Auch wenn das heute schon unser fünfter Sieg war.“ Ähnlich auch die Meinung von Mario Maintz. Erst zum zweiten Mal nahm der 22-Jährige an der spektakulären Flugschau teil. „Spaß macht es ja. Haben muss ich diesen Nervenkitzel aber trotzdem auch in Zukunft nicht jede Woche.“ Und wie ist das Gefühl, auf eine 2,15 Meter hohe Mauer zuzureiten? Maintz: „Einfach irre.“ Dem ist eigentlich nichts mehr hinzu zu fügen.

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