Felix Haßmann verabschiedet sein Top-Pferd
Auf Wiedersehen, Balzaci

Münster -

So eine Partnerschaft gibt es in dem heute so schnelllebigen Reitsport nur noch selten. Als Fohlen war Balzaci in den Stall von Felix Haßmann gekommen, bis in die internationale Klasse ging es für das Duo aus Lienen. Nun wurde der Hengst im Alter von 17 Jahren verabschiedet – und bekam dabei einen würdigen Rahmen.

Freitag, 10.01.2020, 22:44 Uhr
Emotionaler Moment: Felix Haßmann verabschiedet seinen Top-Hengst Balzaci.
Emotionaler Moment: Felix Haßmann verabschiedet seinen Top-Hengst Balzaci. Foto: RV Münster

Es waren Gänsehaut-Momente, die Felix Haßmann am Mittwochabend erlebte. Und nicht nur er, nahezu jeder in der Halle Münsterland ertappte sich dabei, gerührt zu sein. Die Verabschiedung seines jahrelangen Sportpartners Bal­zaci aus dem Sport war der Höhepunkt der Hengstgala.

Schon beim Einritt des 34-Jährigen mit seinem Hengst gab es Standing Ovations vom fachkundigen Publikum, das die internationale Karriere Balzacis würdigte. „Damit habe ich nicht gerechnet. Das war schon emotional“, sagte Haßmann, dem die Rührung anzusehen war. „Und ein Bekannter von mir hat die Tribüne verlassen, sonst hätte er auch angefangen zu weinen.“ Münster, wo Haßmann einst das Goldene Reitabzeichen erhalten hatte, als Ort der Verabschiedung zu wählen, war genau die richtige Entscheidung.

Mit Balzaci verbindet Haßmann eine tiefe Verbundenheit. Als Fohlen kam der nun 17-Jährige in den Stall nach Lienen, Schritt für Schritt entwickelte sich das Paar zu einem internationalen Top-Duo. „Wir sind von der ersten Springpferdeprüfung bis zu den S-Springen alles gemeinsam gegangen. Am Anfang war er im Parcours noch recht wild, mit Mitte sechsjährig war dann wie ein Kinderreitpferd. Es ist selten, dass man ein Pferd wie Bal­zaci 16 Jahre lang im Stall hat“, sagt Haßmann.

In der Tat, denn Angebote für das von Christel Noltmann-Kröger aus Ladbergen gezogene Pferd gab es immer wieder. Doch als es einmal richtig konkret wurde und ein Käufer in Lienen vorstellig wurde, ergriff Balzaci höchstselbst die Initiative. „Beim Aufsteigen des Reiters hat er mir in den Arm gebissen“, sagt Haßmann mit einem Lachen. Das Thema Verkauf war vom Tisch, Bal­zaci blieb – und feierte mit Haßmann knapp 250 S-Platzierungen, wie etwa beim Sieg beim Weltcup-Springen in Poznan oder im Championat von Balve.

Nun endet eine Ära im Stall Haßmann, Balzaci steht kerngesund als Deckhengst schon auf dem Gestüt Bonhomme im brandenburgischen Werder. „Ich habe mit ihm viel Glück gehabt und danke ihm für 13 unglaubliche Jahre“, sagt Haßmann, der die Erfolge im Parcours und die Momente beim Abschied nie vergessen wird.

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