Stepptanz: Weltmeisterschaft in Riesa
Birgit Schröder und Barbara Holtmann gewinnen WM-Titel

Tecklenburger Land -

Die Stepptänzerinnen der Tanzschule Albrecht aus Georgsmarienhütte sind erfolgreich. Sehr erfolgreich. Zum wiederholten Mal wurden sie nun in Riesa Weltmeister. Zur Formation gehören auch Birgit Schröder aus Lienen und Barbara Holtmann aus Lengerich.

Mittwoch, 12.12.2018, 00:00 Uhr aktualisiert: 12.12.2018, 17:21 Uhr

Weltmeister! Ein großes Wort und ein Riesenerfolg. Für die meisten bleibt ein solcher Titel unerreichbar. Für Barbara Holtmann aus Lengerich ist das nicht gerade Routine, aber sie feierte bereits ihren vierten Weltmeister-Titel. Petra Borgelt aus Westerkappeln steppte sich bereits drei Mal an die Spitze der Weltelite. Und Birgit Schröder aus Lienen? Sie wurde zum ersten Mal Weltmeisterin. Dabei ist sie schon 55. Wirklich fassen kann sie es nicht. „Ich bin noch immer hin weg“, sagt die fünffache Oma.

Was die Drei verbindet? Der Stepptanz. Tanzshows wie „Riverdance“ sind natürlich ihre Vorbilder. Da können sie gewiss nicht mithalten, haben selbst gleichwohl einiges vorzuweisen. Aktiv sind sie für die Tanzschule Albrecht aus Georgsmarienhütte. Nachdem sie sich mit ihrer Formation „The Art Act & Tap Dancer“ in der Hauptklasse 2 (HK2) ab 30 Jahre im Oktober die Deutsche Meisterschaft gesichert hatten, feierten sie nun in Riesa den WM-Titel.

Stolz zeigen Birgit Schröder aus Lienen (links) und Barbara Holtmann aus Lengerich Medaillen, Urkunde und das für den Stepptanz nötige Equipment.

Stolz zeigen Birgit Schröder aus Lienen (links) und Barbara Holtmann aus Lengerich Medaillen, Urkunde und das für den Stepptanz nötige Equipment. Foto: Alfred Stegemann

Besonders emotional war der Wettkampf für Birgit Schröder, die seit 2011 in der Formation tanzt. Sie kann zwar bereits auf einen EM- und einen DM-Titel verweisen, „in Riesa war es aber noch etwas ganz anderes“, erklärt die 55-Jährige. „Da wurde bei der Siegerehrung die deutsche Nationalhymne gespielt. Für uns. Da sind mir ein paar Tränen der Freude die Wange herunter gekullert.“

Stolz zeigt sich auch Petra Borgelt, die schon 2006 und 2008 Weltmeisterin geworden war. „Der jetzige Titel bedeutet mir viel mehr. Das war der Hammer“, blickt die 46-Jährige zurück. Damals sei die HK2 ganz neu ins WM-Programm aufgenommen worden, die Konkurrenz noch nicht so groß gewesen. „Das war in Riesa anders“, versichert die Westerkappelnerin. „Da gab es richtig starke Mitbewerber.“ Ärgster Kontrahent war die bayerische Formation „Penguin-Peppers“ aus Hemsbach, die seit 2012 regelmäßig den Titel gewonnen hat, während für die Crew aus Georgsmarienhütte zumeist Rang drei blieb.

Bei ihren beiden Darbietungen in der Vor- und Hauptrunde wussten die heimischen Stepptänzer zu überzeugen. Wie die Richter den Auftritt allerdings bewerten würden, war unklar und sollte bis zum Schluss geheim bleiben. Während zunächst die Platzierungen von hinten beginnend vorgetragen wurden, sollten auch die drei Erstplatzierten in umgekehrter Reihenfolge per Foto auf der Leinwand erscheinen. „Da waren wir schon richtig stolz, als klar war, dass wir nicht wieder Dritter geworden sind“, äußert Petra Borgelt. Als wenige Sekunden später die Formation aus Bayern im schwarzen Outfit auf dem Bildschirm prangte war klar, „The Art Act & Tap Dancer“ sind neuer Weltmeister. Dabei war die Farbe ihres goldenen Kostüms Programm.

„Das war auch für mich der bisher schönste WM-Titel“, versichert Barbara Holtmann (49), die beim letzten Gewinn 2011 ebenfalls dabei war. „Wir hatten so lange nicht mehr gewonnen und haben hart dafür gearbeitet. Dass es nun geklappt hat trotz des unglaublich hohen Niveaus in Riesa, ist einfach wunderbar.“

Zufrieden auch Tanzlehrerin Kerstin Albrecht: „Große Emotionen machten sich unter den Tänzerinnen und Tänzer breit. Alle sangen stolz die deutsche Nationalhymne mit.“ Barbara Borgelt schickt noch ein Lob hinterher: „Ohne Kerstin hätten wir es nicht geschafft. Sie ist die beste Trainerin und motiviert uns immer wieder ganz hervorragend.“

Wie aber kommt man überhaupt zum Stepptanz? „Ich habe bis 18 voltigiert und danach einen neuen Mannschaftssport gesucht. Getanzt habe ich immer gerne und habe dann das Steppen lieben gelernt. Das möchte ich auch noch einige Jahre machen“, sagt Barbara Holtmann Das gleiche gilt für Birgit Schröder: „Ich habe sofort Feuer gefangen.“

Stepptanzen bietet eine Mischung aus Kunst und bunter Show. Man kann fast zu jeder Musik steppen – letztlich ist es aber echter Leistungssport. „Vier Minuten volle Pulle“ hieß es bei der Weltmeisterschaft. „Das ist ganz schön anstrengend“, weiß Birgit Schröder, aber es macht einfach Spaß.“ Stepptanz eignet sich für jedes Alter und jedes Fitnesslevel. Das hat die Formation aus Georgsmarienhütte bewiesen, in der auch noch weit über 60-jährige Tänzerinnen ihre Taps aufs Parkett schwingen. „Kondition benötigt man schon, die haben wir aber auch“, versichert Barbara Holtmann und zeigt stolze wie auch die beiden anderen ihre Goldmedaille.

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