2. Liga: Osnabrücks Trainer Daniel Thioune lobt die Defensive und bemängelt das Umschaltspiel
„Wir verlieren nicht die Nerven“

Osnabrück -

Nach dem 0:0-Remis gegen Erzgebirge Aue überwog bei Fußball-Zweitligist VfL Osnabrück die Enttäuschung. Trainer Daniel Thioune sah aber nicht nur Negatives.

Sonntag, 23.02.2020, 17:47 Uhr aktualisiert: 24.02.2020, 17:18 Uhr
Enttäuscht nach dem 0:0 gegen Erzgebirge Aue: Marcos Alvarez, Angreifer des VfL Osnabrück.
Enttäuscht nach dem 0:0 gegen Erzgebirge Aue: Marcos Alvarez, Angreifer des VfL Osnabrück. Foto: dpa

Der Als die Zweitliga-Fußballer des VfL Osnabrück am Samstagmittag das Trainingsgelände auf der Illoshöhe verließen, war ihnen nicht anzusehen, dass sie zwei freie Tage vor sich hatten: Die Gesichter waren ernst, das 0:0 gegen Erzgebirge Aue noch nicht verdaut.

Das dürfte auch daran gelegen haben, dass die Profis ganz frisch die Spielanalyse mit nach Hause nahmen. „Es war ordentlich Kritik dabei“, sagte Coach Daniel Thio­une. Für das Spiel gegen den Ball verteilte das Trainerteam Komplimente. Zum achten Mal in dieser Saison blieb der VfL ohne Gegentor, womit Thioune „definitiv einverstanden“ war, aber „wir haben schnell einen Haken daran gemacht“.

So blieb Zeit, um der Mannschaft vor Augen zu halten, warum sie zum ebenfalls achten Mal in dieser Spielzeit ohne eigenen Treffer geblieben war. „Wir haben keine guten Momente im Umschaltspiel gefunden, sondern zu schnell die Lösungen in die Tiefe gesucht“, bemängelte Thioune wilde Bälle nach vorne, wenn sich mal Konterchancen und Räume ergaben. Ansonsten hatten es die Lila-Weißen gegen den eng gestaffelten Gegner schwer, und wenn sie mal über die Flügel durchbrachen, „waren wir final sehr unpräzise“, sagte der Trainer.

Das galt auch für Benjamin Girths Großchance in der Nachspielzeit. „Er hätte mich fragen können, in welche Ecke ich ihn hin haben möchte, und ihn dann in die andere schieben“, sagte Aues Torwart Martin Männel, der im Eins-gegen-Eins gegen Girth Sieger blieb. „So einen darf man ganz gerne mal machen, und den muss er auch machen“, sagte Thioune, wollte die gefühlte Niederlage gegen die Sachsen aber nicht allein Girth ankreiden: „In den wenigen Momenten, in denen er auf dem Platz war, hat er noch Impulse gesetzt, dass wir offensiv stattgefunden haben. Und es wäre mir zu einfach, alles auf diese eine Chance zu reduzieren, weil wir in den 90 Minuten vorher offensiv nicht allzu viel richtig gemacht haben.“

Davor, dass der VfL nach sechs Rückrundenspielen noch auf einen Sieg wartet, will sich Thioune „gar nicht verstecken: Uns fehlen Ergebnisse, uns fehlen Punkte.“ Seit Beginn der Rückrunde ist der Vorsprung des VfL auf den drittletzten Platz von zehn auf fünf Punkte geschrumpft. Für den 45-Jährigen ist das aber kein Grund zur Beunruhigung: „Wir verlieren nicht die Nerven. Wir ernähren uns gerade sehr mühsam, aber wir ernähren uns.“

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