Fußball: SF Lotte am Tag nach dem Abgang von Ismail Atalan und Jo Laumann
SF Lotte: Ist Ovid Hajou ein Trainer-Kandidat?

Lotte -

Am „Tag 1“ nach dem Abschied von Trainer Ismail Atalan und seinem „Co“ Jo Laumann bei den Sportfreunden Lotte richtet sich das Hauptaugenmerk der Verantwortlichen darauf, einen geregelten Trainingsbetrieb zu gewährleisten. Zugleich hat die Suche nach einem neuen Trainer begonnen.

Mittwoch, 26.02.2020, 16:16 Uhr aktualisiert: 27.02.2020, 16:36 Uhr
Maik Walpurgis (li.) und Ovid Hajou arbeiteten mehrere Jahre als Trainerteam gemeinsam, auch in Lotte. Während die Rückkehr von Walpurgis kaum vorstellbar ist, könnte Hajou, der inzwischen im Besitz einer Fußballlehrer-Lizenz ist, ein Kandidat bei SF sein.
Maik Walpurgis (li.) und Ovid Hajou arbeiteten mehrere Jahre als Trainerteam gemeinsam, auch in Lotte. Während die Rückkehr von Walpurgis kaum vorstellbar ist, könnte Hajou, der inzwischen im Besitz einer Fußballlehrer-Lizenz ist, ein Kandidat bei SF sein. Foto: imago images

Am Mittwoch um 10 Uhr stand er erstmals auf dem Trainingsplatz, am Nachmittag bei der zweiten Einheit erneut. Heute steigt das dritte Training mit der neuen Mannschaft, ehe es morgen in Richtung Großaspach geht, wo Ismail Atalan am Samstag sein Debüt als neuer Trainer des Halleschen FC gibt. Als Märtyrer sieht sich der 39-jährige nicht. Er ist auch davon überzeugt, kein Himmelfahrtskommando zu übernehmen, obwohl Halle nach zuletzt sechs Niederlagen auf den 13. Rang abgerutscht ist und nur noch drei Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz hat.

Für Atalan ist es das Wichtigste, diese Negativspirale zu beenden. „Ich kenne Verein und Mannschaft ja ein wenig. Ich muss versuchen, in die Köpfe und Herzen der Spieler zu kommen, um zu erfahren, was los ist, warum es diese Negativserie gegeben hat. Die Spieler müssen auf jeden Fall wieder den Spaß am Fußball finden.“ Mit voller Inbrunst will er sich in die neue Aufgabe stürzen.

HFC-Präsident Jens Rauschenbach ist davon überzeugt, dass Atalan „zu unserem Klub und unserer Mannschaft passt“. Auch Sportdirektor Ralf Heskamp, der am Montagabend den Kontakt zu Atalan aufgenommen hat, ist sich sicher, dass der 39-jährige „die Mannschaft weiterentwickeln wird“. Bereits vor zwei Jahren wollte der HFC Atalan verpflichten. Seitdem ist der Kontakt nicht abgebrochen.

In Richtung Lotte äußert sich Atalan, dass es ihm für die Mannschaft leid tue. „Die Jungs sind charakterstark, eine gute Truppe. Ich wünsche ihnen das Allerbeste.“ Verabschieden konnte er sich von der Mannschaft noch nicht, da er sich am Dienstagvormittag gleich auf den Weg gemacht hat.

Co-Trainer Jo Laumann leitete am Dienstag noch das Vor- und Nachmittagstraining, ehe er sich am Autobahnkreuz verabschiedete. Von Mittwoch bis Freitag weilt er bei der Eignungsprüfung zum Fußballlehrer-Lehrgang in Hennef und wird sich am Samstag von der Tribüne aus das Spiel seines neuen Clubs in Großaspach anschauen. „Wir freuen uns auf die Aufgabe in Halle. Es ist ja auch eine echte Chance bei einem ambitionierten Drittligisten. Aber wir haben in Lotte mit einer charakterlichen Top-Mannschaft zusammengearbeitet. Deshalb fällt Ismail und mir der Weggang schwer“, äußerte Laumann, der seinem Chef als Co-Trainer nach Halle folgen wird.

Die Mannschaft traf die Nachricht vom Abschied des Trainerduos am Dienstag ziemlich unvorbereitet. Kapitän Tim Wendel zeigte jedoch Verständnis für die Entscheidung Atalans: „Ich habe einen der besten Trainer verloren habe, den ich je hatte, hätte sehr gerne weiter mit ihm zusammen gearbeitet, wie fast alle anderen Spieler auch. Aber ich freue mich für ihn und Joe, dass sie diese Chance bekommen haben.“

Wer Nachfolger am Lotter Kreuz wird, steht noch nicht fest. Die ersten Anfragen sind bei den Sportfreunden indes schon eingegangen. Der Sportliche Leiter Manfred Wilke sieht sich nicht unter Druck: „Wir werden wohl nicht mehr absteigen und auch nicht mehr aufsteigen. Zudem haben wir am kommenden Wochenende spielfrei. Da haben wir ein wenig Zeit.“ Er bevorzugt einen jungen, ehrgeizigen Trainer, der die Regionalliga und den Aufbau einer jungen Mannschaft als Herausforderung sieht.

Bis der neue Mann da ist, muss eine Interimslösung her. Gestern leitete A-Junioren-Coach Andy Steinmann das Training. Ob es mit ihm weitergeht, bis ein Nachfolger für Atalan gefunden ist, bleibt abzuwarten.

Derzeit ohne Verein ist Maik Walpurgis, der von 2008 bis 2013 bereits Trainer in Lotte war. Angesichts seiner Vergangenheit als Erst- und Zweitliga-Trainer dürfte er aber wohl nicht ins wirtschaftliche Budget passen. Das könnte schon eher auf Ovid Hajou zutreffen. Der langjährige Co-Trainer von Walpurgis ist mittlerweile im Besitz der Fußballlehrer-Lizenz. Er kennt Lotte gut und pflegt nach wie vor Kontakte zu Manfred Wilke. Außerdem ist er jung und ehrgeizig.

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