„Teuto-Cup 2020“ vor Absage
Saisonabbruch bringt TTC Lengerich in die Bredouille

Lengerich/Ladbergen -

Erst Eishockey, dann Volleyball, Tennis und nun auch Tischtennis – die Corona-Pandemie legt den Sport in zunehmendem Maße lahm. Am Dienstagabend erklärte der Deutsche Tischtennis-Bund die Saison mit sofortiger Wirkung für beendet. Der Spielabbruch hat auch für die heimischen Vereine einschneidende Auswirkungen.

Donnerstag, 02.04.2020, 17:56 Uhr aktualisiert: 08.04.2020, 15:52 Uhr
Ein Bild, das es in 2020 wohl nicht geben wird: Das vom TTC Lengerich ausgerichtete Turnier um den „Teuto-Cup“ steht vor der Absage.
Ein Bild, das es in 2020 wohl nicht geben wird: Das vom TTC Lengerich ausgerichtete Turnier um den „Teuto-Cup“ steht vor der Absage. Foto: jöw

Im Mai dieses Jahres blickt der Tischtennisclub Lengerich auf sein 52-jähriges Bestehen zurück. Mit Monika Zimmer (geb. Stork) ging eine zweimalige Weltmeisterschaftsteilnehmerin aus dem TTC hervor, und auch André Kritzmann sorgte als mehrfacher Deutscher Meister im Behindertensport dafür, dass der Name dieses kleinen Vereins weit über die lokalen und regionalen Grenzen hinausgetragen wurde. Mit Fug und Recht darf der TTC stolz auf diese Erfolge und seine Tradition sein. Doch was in dieser schweren Zeit bleibt, in der das Coronavirus auch den Tischtennissport lahmlegt, sind allenfalls Erinnerungen.

Angesichts dieser Entwicklung mit seinen tiefgreifenden Auswirkungen fällt es dem TTC schwer, den Blick nach vorne zu richten, denn der Saisonabbruch – einhergehend mit der Absetzung sämtlicher Turniere – macht die komplette Jahresplanung zunichte.

Der 16./17. Mai war das Wochenende, auf das sich das Augenmerk der Vereinsmitglieder richtete. Dann sollte die Neuauflage des Turniers um den „Teuto-Cup“ mit rund 200 Sportlern ausgetragen werden. „Ich gehe aber davon aus, dass wir dieses Turnier nicht spielen werden können“, kündigt Bert Zimmer an. Das bringt den heimischen Club in die Bredouille, wie den Worten des TTC-Vorsitzenden zu entnehmen ist. „Die Einnahmen aus dieser Veranstaltung machen einen großen Teil unseres Jahresbudgets aus.“

Nun ist Tischtennis eine Sportart, bei der sich der finanzielle Aufwand in Grenzen hält. Mal eine Tischtennisplatte, eine Netzgarnitur, Kunststoffbälle, ab und an auch Tischtennishölzer und nicht zu vergessen das alljährliche Grünkohlessen – es sind vergleichsweise überschaubare Aufwendungen, die geleistet werden müssen. Tischtennis lebt in erster Linie vom Idealismus seiner Sportler. Dennoch sind die fixen Kosten, mögen sie auch gering sein, ein Faktor, der den Verein belastet.

Der TTC hat im Vorfeld des Turniers um den „Teuto-Cup“ eine Broschüre erstellt, für die die Clubmitglieder einige Anzeigen akquiriert haben. Die eingeplanten Erlöse sollten den Fundus des Jahresetats bilden. Die Programmhefte sind bereits gedruckt und könnten eigentlich verteilt werden. Auf allen Ebenen investierte der TTC jede Menge Herzblut, doch es scheint, als wäre die Arbeit umsonst gewesen.

Angesichts dieser Umstände rücken die sportlichen Auswirkungen des Saisonabbruchs zunächst einmal in den Hintergrund. „Wir haben uns selbst ein bisschen gewundert, dass es so gut läuft“, sagt Zimmer angesichts des respektablen zweiten Tabellenplatzes, den die erste Mannschaft zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs in der Bezirksklasse 4 belegt. Damit wäre der TTC laut Reglement berechtigt, eine Aufstiegsrelegation zu spielen. Die ist aber gestrichen. Der Tischtennisverband kündigt zeitnah eine Entscheidung an, ob die Tabellenzweiten aufsteigen oder in ihrer bisherigen Klasse verbleiben. Fest steht nach den aktuellen Bestimmungen, dass Lengerichs „Zweite“ als unangefochtener Spitzenreiter der 2. Kreisklasse aufstiegsberechtigt ist.

  • Beim TTC Ladbergen war geplant, die Vereinsmeisterschaft am 9. Mai auszutragen. Aber auch die wird wohl nicht ausgespielt. Dass die Saison nun für beendet erklärt wurde, kann Dirk Rahmeier nachvollziehen, auch wenn er sich es anders gewünscht hätte. „Ich finde es ganz in Ordnung, zumal man nicht weiß, wann es weitergegangen wäre“, sagt der Vorsitzende. Sportlich befindet sich Ladbergens erste Mannschaft als Sechster der Bezirksklasse 4 jenseits von Gut und Böse. Was mit der „Dritten“ (Zweiter) und „Vierten“ (Vorletzter) geschieht, bleibt abzuwarten.
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