TSV Ladbergen, TV Kattenvenne und HSG erwarten Entscheidung nach Ostern
Saisonabbruch rückt näher

Ladbergen/Lengerich/Lienen -

Neben Fußball gehört Handball zu den wenigen Sportarten, deren Spielbetrieb bei den Senioren noch nicht ausgesetzt wurde. Der Deutsche Handballbund hat seinen Mitgliedsverbänden empfohlen, die Saison angesichts der Corona-Krise in sämtlichen Spielklassen unterhalb der 3. Liga zu beenden. Für die TE-Vertreter TSV Ladbergen, TV Kattenvenne und HSG Hohne/Lengerich rückt das Saisonende näher.

Donnerstag, 09.04.2020, 19:10 Uhr aktualisiert: 14.04.2020, 18:40 Uhr
TSV-Rechtshänder Lennart Friese vor dem Hintergrund einer vollbesetzten Tribüne: Es wird einige Zeit dauern, um solch ein Szenario in der Ladberger Rottsporthalle wieder zu erleben.
TSV-Rechtshänder Lennart Friese vor dem Hintergrund einer vollbesetzten Tribüne: Es wird einige Zeit dauern, um solch ein Szenario in der Ladberger Rottsporthalle wieder zu erleben. Foto: Jörg Wahlbrink

Wegen der Corona-Krise ruht der Spielbetrieb in den Handball-Ligen nun schon seit dem 8. März. Die Zeit handballerischer Enthaltsamkeit nutzen die Akteure der beiden heimischen Landesligisten TSV Ladbergen und TV Kattenvenne sowie des Bezirksligisten HSG Hohne /Lengerich mit individuellem Training. Noch ist die Saison 2019/20 nicht für beendet erklärt worden. Doch glaubt jemand wirklich, dass die Serie fortgesetzt wird? „Ich gehe davon aus, dass das nicht möglich sein wird“, sagt Kattenvennes Trainer Florian Schulte. Seine Trainer-Kollegen in den benachbarten Vereinen sehen das ähnlich.

Schultes persönliche Einschätzung wird durch den Deutschen Handballbund (DHB) gestützt, der seinen Mitgliedsverbänden schon Ende vergangener Woche empfohlen hat, den Spielbetrieb in allen Klassen unterhalb der 3. Liga zu beenden. Dies mag ein Indiz dafür sein, dass das Saisonende auch für den TSV, TVK und die HSG näher rückt, obgleich sich die Vertreter des Handballverbandes Westfalen (HVW) noch zieren, entsprechende Konsequenzen zu ziehen. So will der Verband zunächst abwarten, wie die Bundesregierung die Corona-Situation erneut bewertet. Stichtag ist der kommende Dienstag.

In einer Stellungnahme des HVW heißt es: „Die Bundes- und Landesregierung sowie in der Folge Kreise, Städte und Gemeinden werden nach Ostern über den weiteren Fortgang des Alltags entscheiden. Dem will der HVW nicht zuvorkommen und bleibt daher bei dem ursprünglich veröffentlichten Terminplan, dass eine Entscheidung über die Fortführung oder den Abbruch der Saison frühestens in der Woche nach Ostern getroffen wird. Das reguläre Saisonende ist der 30. Juni. Alle relevanten Spielordnungsregelungen stellen auf diesen Termin als Saisonende ab.“

Für den Spielbetrieb auf Landesebene wurde beschlossen, dass es bei einem möglichen Saisonabbruch keine Absteiger geben soll. Der TV Kattenvenne würde davon profitieren, denn zum Zeitpunkt der Aussetzung des Spielbetriebs belegt der TVK den vorletzten Tabellenplatz. „Sollte es so kommen, nähmen wir das gerne an, denn wir wären ein Profiteur dieses Umstands“, erklärt Schulte. Gleichwohl betont der 38-Jährige, dass es ihm wesentlich lieber wäre, wenn seine Mannschaft die Möglichkeit erhielte, den Klassenerhalt auf sportlichem Weg zu regeln. „Denn ich bin mir sicher, dass wir das schaffen würden.“

Für Kattenvennes Landesliga-Rivalen TSV Ladbergen hätte ein vorzeitiger Saisonabbruch zumindest sportlich keine tiefgreifenden Auswirkungen. Als Tabellenvierter steht das Team von Trainer Holger Kaiser jenseits von Gut und Böse.

In den Spielklassen unterhalb der Landesliga ist das sportliche Geschehen differenziert zu beurteilen, da diese Ligen nicht dem Handballverband Westfalen, sondern Handballkreis Münsterland unterstehen. Dazu zählt auch die Bezirksliga. Dort richtet sich der Blick auf die Handballer der HSG Hohne/Lengerich, die nach dem 34:18-Sieg gegen den TB Burgsteinfurt in Sachen Klassenerhalt nichts mehr zu befürchten haben.

Anders sieht es bei den HSG-Frauen aus, die sportlich abgeschlagen Letzter der Bezirksliga sind. Sie würden von einem Saisonabbruch und einem damit verbundenen Nicht-Abstieg ebenso profitieren wie die Männer der HSG II in der 1. Kreisklasse und die Frauen des TSV II in der Kreisliga, denen bei einer Fortsetzung des Spielbetriebes der Abstieg wohl kaum erspart bliebe.

Kreisvorsitzender Daniel Hooge kündigt an: „Für die anstehenden Entscheidungen innerhalb des Spielbetriebes im Zuständigkeitsbereich unseres Kreises werden wir vergleichbar agieren wie der Handballverband. Wir sehen es als absolut notwendig an, hier eine einheitliche und nachvollziehbare Linie für unsere Mitgliedsvereine im gesamten Verbandsgebiet zu fahren. Kreiseigene Abläufe sollten nicht entwickelt werden.“

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