Fußball: Entscheidung über Spielzeit 2019/20 bei den Amateuren steht bevor
TE-Vereine für Saisonabbruch

Tecklenburger Land -

Donnerstagabend könnte sich entscheiden, wie es bei den Amateurfußballern in der Saison 2019/20 weitergeht. Abbruch oder doch Fortsetzung? Die Clubs aus dem Tecklenburger Land sprechen sich einhellig für einen Abbruch aus – allerdings mit unterschiedlichen Auffassungen, wie sich das Szenario vollziehen sollte.

Mittwoch, 22.04.2020, 19:16 Uhr aktualisiert: 29.04.2020, 18:12 Uhr

Die Entscheidung, wie es in den Amateurligen des Fußball- und Leichtathletikverbandes Westfalen (FLVW) weitergeht, steht unmittelbar bevor. Vielleicht fällt sie heute Abend, wenn der FLVW mit den Vorsitzenden der Fußball-Kreisverbände in einer Video-Konferenz darüber beratschlagt, wie mit der Saison 2019/20 angesichts der Corona-Pandemie verfahren werden soll.

Die Einbindung der Vereine habe für das FLVW-Präsidium oberste Priorität, erklärte Verbandschef Gundolf Walaschewski in einer offiziellen Mitteilung am Dienstag. Gemessen an diesem Statement kann es eigentlich nur eine Lösung geben: Die Saison wird abgebrochen. Denn mehr als 88 Prozent aller vom FLVW angeschriebenen Vereine, die an einer Umfrage des Verbandes teilgenommen hatten, stimmten für eine sofortige Beendigung der aktuellen Spielzeit.

Spannend ist, welche Option greifen wird, sollte es zu einem Abbruch der Saison 2019/20 kommen. Auch die vier heimischen A-Ligisten TuS Graf Kobbo Tecklenburg, Preußen Lengerich, Schwarz-Weiß Lienen und der VfL Ladbergen hatten ihre Stimme abgegeben. Die Clubs sprachen sich einhellig für eine Aussetzung des Spielbetriebes aus, wobei die Verantwortlichen durchaus unterschiedliche Vorstellungen haben, wie das Abbruchszenario vonstatten gehen soll.

„Emotional wäre es natürlich schön, wenn wir die Saison zu Ende spielen könnten“, sagt Dr. Hanno Knippenberg . Die Worte des Spartenleiters Fußball beim TuS Graf Kobbo sind nachvollziehbar, steht Tecklenburgs „Erste“ doch als Spitzenreiter der Kreisliga A vor dem größten Coup seiner Vereinsgeschichte. Und auch die „Zweite“ hat in der C-Liga gute Chancen auf den Aufstieg. Klar, dass sich solche Erfolge am intensivsten ausleben lassen, wenn sie auf sportlichem Weg eingefahren werden – mit Bierdusche und zünftiger Meisterfeier.

Doch auch Knippenberg geht nicht davon aus, dass der Ball noch einmal rollen wird in dieser Saison. „Deshalb sind wir für einen Abbruch, allein schon deshalb, um eine gewisse Planbarkeit der kommenden Saison zu gewährleisten“, verkündet der Jurist. „Allerdings“, betont Tecklenburgs Fußball-Chef mit Nachdruck, „muss die Saison sportlich gewertet werden. Wir haben immerhin 20 Punktspiele absolviert und damit zwei Drittel der Serie hinter uns.“ TuS-Trainer Klaus Bienemann pflichtet ihm bei: „Dabei wäre mir egal, ob die Saison nach dem aktuellen oder dem Tabellenstand nach Beendigung der Hinserie gewertet würde.“

Auch der SC Preußen spricht sich für einen Abbruch aus; allerdings einhergehend mit einer Annullierung der gesamten Saison. Das hätte in erster Linie für die designierten Meister an der Tabellenspitze bittere Auswirkungen, denn sie würden im Falle dieses Szenarios nicht in die nächsthöhere Spielklasse aufsteigen. „Für diese Vereine wäre es sicherlich betrüblich“, räumt Uwe Meyer, Vorstand Sport beim SC Preußen, ein, „aber wo will man die Grenze zum Tabellenzweiten ziehen? Bei einer Differenz von fünf oder sieben Punkten?“ Meyer spricht sich deshalb dafür aus, die Saison komplett zu streichen und sie im Sommer mit denselben Vereinen wie 2019 neu zu starten.

Bei SW Lienen erfolgte die Beschlussfassung nach einer Konferenz über Skype, an der Trainer und Betreuer des Vereins teilnahmen. „Wir wollten nicht selbstherrlich entscheiden“, sagt Joachim Lunow, Abteilungsleiter Fußball bei den Schwarz-Weißen. „Wir haben uns für einen Saisonabbruch und eine Wertung der Hinrunden-Tabelle ausgesprochen.“ Und was hält er von der Annullierung der Serie ohne Auf- und Absteiger? „Für die Spitzenteams wäre das ein Schlag ins Gesicht.“

Der VfL Ladbergen präferiert eine Wertung der Serie nach dem derzeitigen Punktestand. „Eine für alle einvernehmliche Lösung gibt es ohnehin nicht“, sagt Norbert Plogmeier, Vorsitzender des VfL. „Deshalb haben wir dafür gestimmt, es so zu belassen wie es ist und die Saison nach dem derzeitigen Stand zu werten“, unterstreicht Plogmeiers Stellvertreter Tim Lutterbei.

Sollte es so kommen, würde der VfL davon profitieren. Nach erst einem gewonnen Spiel und nur sechs Punkten auf dem Konto steckt der Club tief im Abstiegsschlamassel. Bei einem Saisonabbruch bliebe ihm der Abstieg jedoch erspart, und er könnte im Sommer erneut einen Anlauf im Kreisliga-Oberhaus starten. „Wir würden dieses Geschenk natürlich annehmen“, gibt Plogmeier zu verstehen. Was sollte er auch sonst sagen?

Vielleicht haben er und seine Vorstandskollegen der anderen TE-Clubs schon heute Abend größere Planungssicherheit.

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