Im Handballkreis Münsterland entscheiden die Vereine über den weiteren Saisonverlauf
Unterbrechung ist eine Option

Tecklenburger Land -

Wie geht es weiter mit dem Spielbetrieb in den Handball-Amateurligen? Während der Handballverband Westfalen für seinen Zuständigkeitsbereich noch keine generellen Einschränkungen in Erwägung zieht, bietet der Handballkreis Münsterland seinen Mitgliedsvereinen die Option, den Spielbetrieb bis zum 31. Dezember 2020 zu unterbrechen.

Montag, 26.10.2020, 17:44 Uhr
Derbyzeit in Kattenvenne am Samstagnachmittag: TVK-Akteur Henrich Wienecke wird hier von Alexander Dubs (re.) und Janik Dorroch festgemacht. Wird die Handballsaison 2020/21 angesichts steigender Corona-Infektionszahlen planmäßig über die Bühne gehen?
Derbyzeit in Kattenvenne am Samstagnachmittag: TVK-Akteur Henrich Wienecke wird hier von Alexander Dubs (re.) und Janik Dorroch festgemacht. Wird die Handballsaison 2020/21 angesichts steigender Corona-Infektionszahlen planmäßig über die Bühne gehen? Foto: Jörg Wahlbrink

Erst wenige Spieltage sind in den Ligen des Handballverbandes Westfalen und des Handballkreises Münsterland absolviert worden, doch ob die Saison 2020/21 wie geplant über die Bühne gehen kann, ist angesichts einer sprunghaft wachsenden Zahl nachgewiesener Corona-Neuinfektionen eher unwahrscheinlich. Während es im Zuständigkeitsbereich des Handballverbandes Westfalen – das betrifft die Spielklassen Landes-, Verbands- und Oberliga – bislang keine generellen Einschränkungen gibt, bietet der Handballkreis Münsterland (HK MSL) seinen Mitgliedsvereinen unterhalb der Landesligen die Option, den Spielbetrieb bis zum 31. Dezember 2020 zu unterbrechen oder ihn gänzlich für die Saison 2020/21 einzustellen. Entscheiden müssen sich die Vereine bis zum 2. November, wie einem Schreiben des HK MSL zu entnehmen ist.

In dieser Mitteilung, die den Vereinen am Wochenende zugestellt wurde, heißt es unter anderem: „Da uns einige coronabedingte und durchaus nachvollziehbare Sorgen und Nöte in den letzten Tagen erreicht haben, die wir zur Gänze akzeptieren und respektieren, erhalten unsere Mitgliedsvereine jetzt die Möglichkeit, uns bis zum 2. November mitzuteilen, ob Mannschaften – vorerst bis zum 31. Dezember 2020 – pausieren oder sich gegebenenfalls gänzlich vom Spielbetrieb der Saison 2020/2021 abmelden möchten. Sollte der „Pausenwunsch“ der Fall sein, werden die Spiele dieser Mannschaften geparkt.“

Was nichts anderes heißt, dass die in den Monaten November und Dezember ausgefallenen Spiele Anfang 2021 nachgeholt würden. Wichtig sei, so Daniel Hooge, Vorsitzender des Handballkreises Münsterland, allen Beteiligten eine absolute Planungssicherheit zu gewährleisten. „Sollte im Vorfeld zu erkennen sein, dass die Anzahl der Mannschaftsabmeldungen keinen einigermaßen geregelten Spielbetrieb in den Monaten November/Dezember 2020 ermöglicht, wird die betroffene Staffel bis zum 31. Dezember – vorerst – komplett ausgesetzt“, so die Nachricht. Weiterhin schreibt der Handballkreis, dass es weiterhin möglich sei, auch nur eine oder zwei Wochen zu pausieren. Die verlegten Spiele würden nachgeholt.

Betroffen von dieser Regelung sind die Bezirksliga-Handballer der HSG Hohne/Lengerich sowie die ebenfalls in der Bezirksliga spielenden Zweitvertretungen des TV Kattenvenne und des TSV Ladbergen sowie die Bezirksliga-Handballerinnen des TSV Ladbergen. Darüber hinaus gelten die Bestimmungen auch für die Mannschaften der Kreisliga und Kreisklassen.

Stefan Hülsmeier sieht bislang noch keinen Handlungsbedarf. „Sicherlich beobachten auch wir, wie sich die Pandemie entwickelt. Aber bei uns sind noch keine Corona-Fälle aufgetreten. Wir werden uns – so wie bislang – strikt an die Hygieneregeln halten und alles Weitere erst einmal auf uns zukommen lassen“, sagt der Handball-Obmann des TV Kattenvenne.

Auch Friedrich-Wilhelm Blömker hat das Schreiben des Handballkreises zur Kenntnis genommen. Für den Spielbetrieb in der Lengericher Dreifachhalle erlaubt die Stadt eine Kapazität von 200 Zuschauern. Im Hinblick auf mögliche Spielverlegungen oder gar eine zweimonatige Aussetzung des Spielbetriebs hält sich der Vorsitzende der HSG Hohne/Lengerich zurück. „Das müssen die Trainer entscheiden.“

Stefan Ferlemann verweist darauf, dass die Umsetzung des Hygienekonzeptes bei den Heimspielen des TSV Ladbergen bislang gut funktioniert habe. Die Entwicklung vermag auch er nicht abzuschätzen. Doch wie schnell eine Spielverlegung in diesen schwierigen Zeiten ein Thema werden kann, erfuhr der Sportleiter des TSV schon am vergangenen Wochenende. Am Sonntag stand für die Ladberger Bezirksliga-Handballerinnen das Auswärtsspiel bei der Warendorfer SU auf dem Programm. Wegen der steigenden Zahl an Neuinfektionen – am Sonntag lag der Sieben-Tages-Inzidenzwert im Kreis Warendorf bei 85,3 – trat das Team von TSV-Trainerin Daniela Oana erst gar nicht an. Das ausgefallene Spiel soll zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden.

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