Der TSV Ladbergen und die Auswirkungen des Lockdowns
„Das kommt einem Spagat gleich“

Ladbergen -

Es sind nicht nur die Mannschaften, die am Spielbetrieb teilnehmen, um die sich der TSV Ladbergen in Corona-Zeiten kümmert. Das Rennen um Tore und Punkte ist auf unbestimmte Zeit unterbrochen. Und die Hobbysportler, die aus Geselligkeit miteinander Sport treiben, können ihre Trainingstasche ebenfalls zuhause lassen. Keine einfache Situation.

Donnerstag, 24.12.2020, 07:00 Uhr
Auf dem Weg zum nächsten Tor sind die 1. Herren des TSV Ladbergen in der vergangenen Saison im Spiel gegen den TV Verl.
Auf dem Weg zum nächsten Tor sind die 1. Herren des TSV Ladbergen in der vergangenen Saison im Spiel gegen den TV Verl. Foto: Luca Pals

Für Sportvereine ist die Corona-Pandemie eine Herausforderung. Sport in der Gruppe, in den Hallen und auf den Außengeländen ist untersagt. Gleichwohl sollen die Sportler fit bleiben und auch das Gemeinschaftsgefühl soll erhalten bleiben. Das kommt einem Spagat gleich. Wie der TSV Ladbergen alles versucht, damit die Mitglieder – und nicht nur die – fit bleiben, beschreibt der Vorsitzende Hans-Gerd Schröer .

Den Turnerinnen wird seit Dezember mittels der Plattform Zoom ein Online-Training angeboten. Nicht nur die beiden Riegen, die im Februar Kreismeister-Titel errungen haben, sind die Zielgruppe. Angesprochen sind alle aktiven Turnerinnen, auch deren Eltern und Freunde. Unter der Leitung von Sportwartin Melanie Behling und Abteilungsleiterin Marina Hilgemann werden Kräftigungs- und Gleichgewichtsübungen durchgeführt. „Zum Abschluss wird kräftig gedehnt, damit der Spagat noch sitzt, wenn endlich wieder in der Halle trainiert werden kann“, gibt Hans-Gerd Schröer einen kurzen Überblick. Durchschnittlich 20 Personen nehmen dieses Angebot wahr.

Auch einer der Höhepunkte des TSV-Turnerjahres, der Nikolaus-Wettkampftag, musste in diesem Jahr ausfallen. In den Jahren zuvor waren regelmäßig fast 400 Turnerinnen am Start. Für sie war dieser Termin in Ladbergen ein Fixpunkt im Jahreswettkampfplan. Schön, aber kein wirklicher Ersatz für die jungen Turnerinnen waren Hausbesuche durch die TSV-Nikoläuse. Daraus macht der Vorsitzende keinen Hehl.

Die Sehnsucht nach dem Kampf um Tore und Punkte ist auch bei den Handballern groß. Doch die Fortsetzung der Meisterschaftsspiele steht (noch) in den Sternen. Die Bezirksliga-Damen um Trainerin Dana Oana treffen sich zweimal pro Woche – online im Rahmen von Workouts. Neben dem Training von Kraft und Ausdauer sind gymnastische Übungen für Rücken und Beine fester Bestandteil dieser Übungsstunden.

Darüber hinaus gibt es für die Mannschaft wöchentlich vereinbarte Laufstreckenziele. Die Läufe werden individuell durchgeführt. Am Ende der Woche entscheidet allerdings das Gruppenergebnis, ob das vorgegebene Ziel erreicht worden ist. „Der soziale Kontakt kann natürlich nicht durch die Online-Programme ersetzt werden“, stellt Hans-Gerd Schröer nüchtern fest. Dennoch versuche man, im Netz die Kontakte mit Chats und Zusammenkünften aufrecht zu halten.

Die Handball-Herren der ersten und zweiten Mannschaft verfolgen eine ähnliche Strategie. Die Trainer Micky Reiners wie auch Philipp Kruska geben zu Wochenbeginn die Ziele für die nächsten sieben Tage vor. Läufe unterschiedlicher Länge wie auch Intervall-Läufe mit unterschiedlicher Intensität sind fester Bestandteil dieses Programms. Die Laufergebnisse werden den Trainern von den Spielern mitgeteilt.

Hinzu kommen feste Termine an den üblichen Trainingstagen. Mittels Zoom steuern die Trainer die dann anstehenden Übungen. Ab Januar kommen Taktik-Lerninhalte dazu. „Das Training ist komplett durchgeplant“, fasst der Vorsitzende seine Beobachtungen zusammen.

Nicht nur die Aktiven, auch die Fans hoffen sehr, dass die unterbrochene Meisterschaftssaison bald wieder fortgesetzt werden kann. Entsprechende Rückmeldungen erhält Hans-Gerd Schröer immer wieder.

Die Tennisabteilung nutzt die sportarme Zeit momentan für den Rückbau des Tennis-Clubhauses. Für die Dachsanierung gab es eine finanzielle Unterstützung aus dem Sportstätten-Förderprogramm des Landes Nordrhein-Westfalen (WN berichteten). Die vorbereitenden Arbeiten werden von den Mitgliedern unter der Koordination von Stefan Laumann und Dieter Hilgemann in Eigenleistung durchgeführt.

Damit der aktive Tennissport möglichst lange nach der rituellen „Platzverbrennung“ gepflegt werden konnte, wurde ein Außenplatz bis in den November offen gehalten. Damit sollte den TSV-Kids die Gelegenheit gegeben werden, sich im Einzelspiel zu messen.

„Der Verein macht das Beste aus dem Lockdown, verständigt sich auch im Vorstand online“, bringt Hans-Gerd Schröer die aktuelle Lage auf den Punkt. Doch trotz aller Bemühungen, „diese Maßnahmen können den regulären Sport- und Spielbetrieb nicht ersetzen“, stellt er fest. Und er hat nicht nur die Aktiven im Blick. „Gerade bei den passiven Mitgliedern, die vielleicht besser Fördermitglieder genannt werden sollten, hat die Corona-Pandemie die sonst gepflegten sozialen Kontakte praktisch zum Erliegen gebracht.“

Was in gleicher Weise auch für die vielen Breiten- und Freizeitsportler unter dem Dach des TSV gilt. Dazu zählen nicht nur Ballsportarten wie Fußball, Prellball und Volleyball. Aerobic, Fitness- und Gesundheitstraining, spezielle Gymnastik für Frauen ab 50 und Nordic Walking sind ebenfalls feste Bestandteile der TSV-Sportlerfamilie.

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