Fußball im Kreis Steinfurt
Das große Stühlerücken im Fußballkreis Steinfurt

Steinfurt/Ochtrup -

Es ist spannend im Fußballkreis Steinfurt: von der Kreisliga A bis hinauf zur Landesliga. Dort nicht nur auf den Plätzen, sondern auch hinter den Kulissen, denn auf den Trainerbänken kündigt sich ein großes Stühlerücken an.

Donnerstag, 17.10.2019, 17:28 Uhr aktualisiert: 18.10.2019, 15:20 Uhr
Florian Gerke (li.) und Michael Straube trainieren zurzeit Preußen Borghorst. Werden sie auch beim neuen Borghorster Fusionsverein eingebunden sein?
Florian Gerke (li.) und Michael Straube trainieren zurzeit Preußen Borghorst. Werden sie auch beim neuen Borghorster Fusionsverein eingebunden sein? Foto: Thomas Strack

Nachdem in den Fußball-Amateurligen gut ein Drittel der Meisterschaftsspiele absolviert worden sind, zeichnet sich ab, in welche Richtung es für die Clubs in der laufenden Saison geht. Spannung verspricht aber nicht nur das Geschehen auf dem Rasen. Auch hinter den Kulissen geht es schon in diesen Tagen darum, die Weichen für die Zukunft zu stellen. In besonderem Maße gilt das für die SpVgg Langenhorst/Welbergen und den neuen Fusionsclub, der in Borghorst durch die Zusammenführung des SC Preußen und des SV Wilmsberg entsteht. Dort werden Trainer für die Saison 2020/21 gesucht.

Für einen Verein ist es immer hilfreich, wenn er die Besetzung des Trainerpostens frühzeitig unter Dach und Fach gebracht hat. Beim Borghorster Großverein indes, der demnächst aus der Taufe gehoben werden soll, bleibt zunächst einmal die Fusionsabstimmung am 25. November abzuwarten, ehe sich etwas Spruchreifes tut. Allerdings sollten sich die Verantwortlichen in ihrer Entscheidungsfindung nicht zu viel Zeit lassen. Denn es geht auch darum, den Spielern ein Stück Planungssicherheit zu verschaffen. Schließlich wollen sie wissen, mit welchem Chefcoach sie es in der neuen Saison zu tun bekommen.

Eine neue Dynamik erhielt diese Personalie Ende September, als Christof Brüggemann und Marius Wies , die derzeit das Trainerduo des Bezirksligisten SV Wilmsberg bilden, auf einer Informationsveranstaltung erklärten, nicht als Trainer des neuen Fusionsclubs zur Verfügung zu stehen. Diese Nachricht kam durchaus überraschend. Denn Brüggemann und Wies wären sicherlich in der engeren Auswahl möglicher Kandidaten für den Trainerjob gewesen, zumal beide starke Fürsprecher der Fusion sind.

Doch sowohl Brüggemann als auch Wies führten nachvollziehbare Gründe an, weshalb sie ihren Hut nicht in den Ring warfen. „Das wäre eine Aufgabe, der ich mit Haut und Haaren gerecht werden müsste. Das kann ich jedoch nicht mit ruhigem Gewissen zu 100 Prozent garantieren“, erklärte Brüggemann seinerzeit und verwies damit auf seine beruflichen Verpflichtungen.

Auch Wies bezog sich in diesem Zusammenhang auf seine starke berufliche Belastung als künftiger Lehramtsreferendar an einer Schule in Witten. „Das wäre eine richtig coole Sache gewesen. Aber den notwendigen Aufwand dazu kann ich nicht mehr leisten“, betonte der 30-Jährige unlängst.

Somit fallen zwei Trainer, die der SV Wilmsberg in den Borghorster Fusionsclub hätte einbringen können, definitiv durchs Sieb. Abzuwarten bleibt, was mit Florian Gerke und Michael „Michel“ Straube passiert, die derzeit – durchaus erfolgreich und mit nachweisbar positiven Ergebnissen – den Umbruch beim SC Preußen nach vorne bringen.

Und dann ist da ja noch Thomas Grabowski. Auch der aktuelle Coach der Borghorster „Zweiten“ kann mit seiner langjährigen Erfahrung als ehemaliger Verbands- und Landesliga-Spieler Argumente einbringen, die für ihn sprechen.

Spürbar ist in der lokalen Fußballszene, dass das Borghorster Projekt eine gewisse Strahlkraft entwickelt, die im Umfeld Neugier und Interesse weckt. Deshalb ist auch vorstellbar, dass der Verein eine externe Lösung in der Trainerfrage findet.

So zeichnet sich ab, dass Trainer ins Blickfeld rücken, die mit ihren Clubs schon einige Meriten erworben haben. Das gilt sicherlich für Daniel Apke, der beim Landesligisten SC Altenrheine überraschenderweise erklärt hat, seinen Trainerjob mit Ablauf dieser Saison zu beenden. Auf der Suche nach einem Nachfolger ist der SCA bereits fündig geworden. So wird Marc Wiethölter am 1. Juli 2020 beim Verein aus dem Nordosten Rheines anheuern.

Dadurch entsteht beim TuS Recke Handlungsbedarf, zumal Wiethölter auch seinen Torjäger Maik Klostermann von Recker Bezirksligisten nach Altenrheine mitnimmt, wo Klostermann ab kommender Serie als Co-Trainer an der Seite Wiethölters fungieren soll.

Bekannt ist zudem, dass Florian Reckels nach Stand der Dinge noch ohne Trainerjob ist. Der an einem Gievenbecker Gymnasium tätige Pädagoge prägte und begleitete über drei Jahre das erfolgreichste Kapitel der Vereinsgeschichte des TuS Altenberge, ehe er sich am Ende der vergangenen Serie dazu entschloss, eine Pause einzulegen.

Ein Name darf in der lokalen Fußballszene nicht fehlen, wenn es darum geht abzuwägen, einen Trainer – quasi mit Erfolgsgarantie – zum neuen Borghorster Fusionsverein zu lotsen: Hans-Dieter Jürgens. Zwar ist nicht bekannt, wie der Lebensplan des pensionierten Schulleiters aussieht. Doch ein Thema wird der ehemalige Verbands- und Regionalliga-Coach von Borussia Emsdetten und Eintracht Nordhorn in der heimischen Szene wohl so lange bleiben, wie der Posten beim neuen Borghorster Verein nicht besetzt ist.

Schließlich wird auch beim A-Ligisten SpVgg Langenhorst/Welbergen mit Ablauf dieser Saison ein Trainerposten frei. „Nach sechs Jahren tut beiden Seiten eine Veränderung gut. Andernfalls läuft man Gefahr, betriebsblind zu werden“, sagte Thorsten Bäumer, als er in der vergangenen Woche seinen Abschied ankündigte. Da der 52-Jährige noch nicht weiß, ob er 2020 einen anderen Verein übernimmt oder pausieren wird, dürfte auch Bäumer beim großen Stühlerücken für den einen oder anderen Verein interessant werden.

Eines ist gewiss: Die nächsten Monate werden überaus spannend – und wohl auch ereignisreich.

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