Fußball: Kreisliga A Steinfurt
FSV Ochtrup und Frank Averesch trennen sich im Sommer

Ochtrup -

Derzeit absolviert Frank Averesch sein drittes Jahr als Fußballtrainer in Ochtrup. Im Sommer ist aber Schluss. Dann gehen Trainer und Verein getrennte Wege. Dafür gibt es Gründe.

Mittwoch, 23.10.2019, 17:32 Uhr aktualisiert: 24.10.2019, 17:38 Uhr
Trainer Frank Averesch wird in der kommenden Saison nicht mehr in Ochtrup an der Seitenlinie stehen. Er wird den FSV mit Ablauf dieser Serie verlassen.
Trainer Frank Averesch wird in der kommenden Saison nicht mehr in Ochtrup an der Seitenlinie stehen. Er wird den FSV mit Ablauf dieser Serie verlassen. Foto: Thomas Strack

Gerade einmal ein Drittel der Saisonspiele sind absolviert. Doch schon jetzt ist der Wunsch nach Veränderung auf beiden Seiten zu verspüren. Deshalb werden A-Ligist FSV Ochtrup und Trainer Frank Averesch ab Sommer getrennte Wege gehen.

„Es fühlt sich nicht mehr gut an. Nach drei Jahren möchte ich etwas Neues machen“, bestätigt Averesch. Clemens Gude kann das nachvollziehen. „Ich denke, es ist ein normaler Vorgang, wenn Trainer sich verändern möchten“, sagt der Sportleiter des FSV und fügt hinzu: „Auch wir können uns vorstellen, am Saisonende etwas zu verändern.“ Averesch schuf Fakten, indem er am Dienstag den FSV-Sportleiter und am Abend nach dem Training die Mannschaft informierte.

Augenscheinlich ist, dass Verantwortliche und Trainer zuletzt nicht immer auf einer Wellenlänge lagen, wenn es darum ging, Strategien zu entwickeln und die Mannschaft voranzubringen. Averesch räumte ein, dass es „Meinungsverschiedenheiten“ gegeben und die Chemie deshalb nicht mehr gestimmt habe.

Aufseiten des FSV ist zu verspüren, dass der Verein angesichts der bevorstehenden infrastrukturellen Veränderungen mit der Inbetriebnahme der Fußballhalle am 1. Dezember fest entschlossen ist, alte Zöpfe abzuschneiden und neue Impulse zu setzen – auch in der sportlichen Leitung. Deshalb treffe Avereschs Entscheidung den Verein „nicht unvorbereitet“, wie Gude vielsagend zu verstehen gibt. Die Frage, welches Anforderungsprofil der neue Mann auf der Ochtruper Trainerbank erfüllen müsse, beantwortet Gude ausweichend. „Wir sind zu allen Seiten hin offen.“ Dass der Findungsprozess aber wohl schon begonnen hat, lässt sich daraus schließen, dass der Sportleiter zeitnah Ergebnisse präsentieren will.

Einig sind sich Averesch und Vereinsvertreter darin, die Saison beim FSV möglichst optimal abzuschließen. „Wir werden unser Ziel, oben mitzuspielen, weiter verfolgen“, kündigt Averesch sein volles Engagement bis zum letzten Spieltag an. „Wir sind absolut daran interessiert, die Dinge vernünftig zu Ende zu bringen“, erklärt auch Gude, der dem am Saisonende ausscheidenden Trainer im Übrigen ein positives Zeugnis ausstellt: „Frank hat ehrliche und gute Arbeit abgeliefert.“

Averesch lässt keinen Zweifel daran, dass er diese Einschätzung in den letzten Monaten seiner Trainertätigkeit bestätigen will: „Auch wenn wir am Saisonende getrennte Wege gehen, möchte ich, dass man sich beim Wiedersehen in die Augen schauen kann.“

Der 54-Jährige war vor knapp zweieinhalb Jahren nach Ochtrup gekommen „und hat unter schwierigen Voraussetzungen angefangen“, bestätigt Gude. In seinem ersten Jahr belegten die Fußballer – damals noch als SC Arminia – Platz fünf in der Kreisliga A. Es folgte Rang drei in der zweiten Saison, und in dieser Serie will der FSV eigentlich um die Meisterschaft mitmischen. Averesch wie auch Gude sind davon überzeugt, dass das immer noch möglich sei, auch wenn der Rückstand zu Spitzenreiter SuS Neuenkirchen II nach der jüngsten Heimniederlage gegen Skiclub Rheine auf zehn Punkte angewachsen ist.

Im Lauf seiner Zeit in Ochtrup zog es den einen oder anderen Coesfelder in die Töpferstadt, zuletzt etwa Torjäger Simon Lovermann. Averesch kündigte gestern an, dass sein Sohn Jonas den FSV wohl verlassen werde, weil er demnächst einen Torwart-Trainerschein erwerben wolle. Der Coach selbst denkt noch nicht ans Aufhören. Seit 32 Jahren ist er nunmehr als Trainer im Seniorenbereich tätig, und offensichtlich soll es in der neuen Saison – wo auch immer – weitergehen. „Ich sprühe immer noch vor Ehrgeiz“, sagt er.

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