Fußball: Kreisliga C Steinfurt
C-Liga-Fußballer aus dem Kreis Steinfurt setzen ein starkes Zeichen

Burgsteinfurt -

Gewalt auf dem Fußballplatz ist ein immer größeres Thema geworden. Gerade die Schiedsrichter haben es nicht leicht. Die Teams der steinfurter Kreisliga-C-2 haben davon genug und setzen jetzt ein starkes Zeichen.

Montag, 04.11.2019, 13:56 Uhr aktualisiert: 04.11.2019, 15:20 Uhr
Stefan Dilly (Galaxy Steinfurt II, l.) und Björn Borg (Vorwärts Wettringen IV) bedanken sich vor dem Anstoß bei Thorsten Pliete, dass die Schiedsrichter im Fußballkreis Steinfurt eine so gute Arbeit leisten. Die Vereine der C-Liga wollen damit auch ein Zeichen gegen Gewalt setzen.
Stefan Dilly (Galaxy Steinfurt II, l.) und Björn Borg (Vorwärts Wettringen IV) bedanken sich vor dem Anstoß bei Thorsten Pliete, dass die Schiedsrichter im Fußballkreis Steinfurt eine so gute Arbeit leisten. Die Vereine der C-Liga wollen damit auch ein Zeichen gegen Gewalt setzen. Foto: Galaxy Steinfurt

Für Erschütterung sorgte die Nachricht aus Hessen: Ein 28-jähriger Fußballer hatte Ende Oktober im C-Liga-Spiel zwischen dem FSV Münster und dem TV Semd den Schiedsrichter bewusstlos geschlagen. Auf die ausufernde Gewalt haben jetzt die Mannschaften der Kreisliga C 2 Steinfurt reagiert: Bis zum Ende der Hinrunde bekommt jeder Unparteiische eine Packung „Merci“-Schokolade überreicht. Damit soll den Referees gezeigt werden, wie groß die Wertschätzung für ihre Leistung ist.

Initiator ist Stefan Dilly , Coach des FC Galaxy Steinfurt II. „Ich wollte, dass die Schiedsrichter mit einem guten Gefühl in die Partie gehen und zeigen, dass wir uns beim FC Galaxy ganz klar von solchen Vorfällen wie in Hessen distanzieren. Symbolisch dafür steht die Schokolade“, erklärt Dilly.

Damit aber nicht der Eindruck entstehen könnte, den Spielleiter beeinflussen zu wollen, fragte Dilly im Vorfeld beim nächsten Gegner – der „Vierten“ von Vorwärts Wettringen an – , ob er sich beteiligen wolle. Spielertrainer Björn Borg zeigte sich begeistert: „Für mich eine super coole Idee. Nur hätte ich es schade gefunden, wenn das eine einmalige ­Sache gewesen wäre. Deshalb haben wir alle Trainer unserer C-Liga miteinbezogen.“ Nach kurzer Diskussion in einer WhatsApp-Gruppe wurde entschieden, dass bis zum Ende der Hinrunde jeder Schiri Schokolade als Dankeschön bekommt. „Damit wollen wir ein Zeichen setzen, dass Gewalt auf dem Fußballplatz gar nicht geht“, positioniert sich Borg.

So wechselten jetzt acht ­Packungen „Merci“ den Besitzer. Die erste bekam am Samstag Christian Brack­hues (Vorwärts Wettringen), der die Partie zwischen dem SV Burgsteinfurt IV und der SpVgg Langenhorst/Welbergen II leitete. Am Sonntagabend gab es Süßes für Thorsten Pliete (FC SW Weiner), der Galaxy Steinfurt II gegen Vorwärts Wet­tringen IV (2:5) pfiff.

Pliete äußerte seine Begeisterung: „Ich war sehr überrascht, als die Trainer vor dem Anpfiff zu mir gekommen sind, um sich bei mir beziehungsweise allen Schiedsrichtern im Kreis dafür zu bedanken, dass wir uns ab und an sozusagen hobbymäßig anschreien lassen müssen. Eine sehr, sehr nette Anerkennung.“

Die Schiedsrichtervereinigung lobte: „Solche vermeintlich kleinen Gesten sind es, die ganz groß ankommen. Ein riesiges Kompliment für diese tolle Idee und ein ebenso großes Dankeschön an alle Beteiligten. Das ließ uns am Sonntag noch ein bisschen glücklicher in die Spiele gehen.“

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