Fußball-Nostalgie
Altenberger schwelgen in Erinnerungen

Altenberge -

Beim Ehemaligen-Treffen des TuS Altenberge wurden am Sonntag viele Erinnerungen an die 1980er-Jahre geweckt. Vor allem zwei Spielertrainer standen im Fokus. Für einen begann in Altenberge eine internationale Trainer-Karriere.

Donnerstag, 07.11.2019, 16:50 Uhr aktualisiert: 08.11.2019, 12:28 Uhr
TuS-Spieler der Mannschaften von 1982 bis 1988 kamen am Sonntag im Altenberger Stadion zusammen. Folgende „Ehemalige“ nahmen teil (obere Reihe von li.): Matthias Hölker, Bodo Nelde, Erwin Hammer und Frank Dirsen sowie (untere Reihe von li.) Dieter Reinsch, Theo Teriete, Georg Wenning-Künne, Ralf Riedel und Norbert Voss, Initiator des Treffens.
TuS-Spieler der Mannschaften von 1982 bis 1988 kamen am Sonntag im Altenberger Stadion zusammen. Folgende „Ehemalige“ nahmen teil (obere Reihe von li.): Matthias Hölker, Bodo Nelde, Erwin Hammer und Frank Dirsen sowie (untere Reihe von li.) Dieter Reinsch, Theo Teriete, Georg Wenning-Künne, Ralf Riedel und Norbert Voss, Initiator des Treffens. Foto: Heiner Gerull

Als der TuS Altenberge am vergangenen Sonntag den 3:1-Sieg gegen den BSV Roxel einfuhr, schwang auf der Tribüne der Sportanlage Großer Berg auch ein Hauch Fußball-Nostalgie mit. Stadionsprecher Norbert Voss hatte frühere Spieler aus den 1980er-Jahren eingeladen, und acht „Ehemalige“ waren erschienen.

An Gesprächsstoff mangelte es den Senioren nicht. Denn in mancherlei Hinsicht waren es bewegende Jahre, die die Fußballer zwischen 1982 und 1988 beim TuS erlebt hatten. „Damals wollten wir unbedingt in die Bezirksliga aufsteigen. Leider haben wir das nicht ganz geschafft“, erinnert sich Frank Dirsen. An Ehrgeiz hatte es damals jedenfalls nicht gemangelt, „denn wir haben auch als Kreisligist drei Mal die Woche trainiert“, erläutert Dirsen.

Einer, dem die Aufgabe zukam, seine Jungs bisweilen auch mal richtig zu scheuchen, war Reinhard Fabisch . 1982 stieg er als Spielertrainer ein und blieb gut anderthalb Jahre beim TuS. Wohl nur die älteren Mitglieder werden sich an diese schillernde Persönlichkeit noch erinnern.

Fabisch weckte zweifelsohne hohe Erwartungen in Altenberge. Denn er brachte als früheres Kadermitglied von Borussia Dortmund den Hauch der großen weiten Fußballwelt ins Hügeldorf. Zwischen 1969 und 1971 gehörte Fabisch zum Aufgebot der Schwarz-Gelben, bei denen der spätere Altenberger Coach mit BVB-Legenden wie Siegfried „Siggi“ Held, Reinhold Wosab, Dieter „Hoppy“ Kurrat und Wolfgang „Stopper“ Paul zusammentraf.

Fabisch kam während seiner Dortmunder Zeit zwar zu keinem Einsatz in der Profi-Mannschaft. Doch was er beim BVB versäumt hatte, wollte er als Trainer nachholen. Und der TuS Altenberge sollte damals der Anfang einer erfolgreichen internationalen Laufbahn sein.

Fabisch war Nationaltrainer von Nepal und Barbados; seinen größten Erfolg feierte er aber mit der kenianischen Auswahl, die Fabisch 1987 ins Finale der All-Africa Games geführt hatte. Als er Coach der Nationalmannschaft Simbabwes war, stand der ehemalige Torwart des FC Liverpool, Bruce Grobbelaar, unter seinen Fittichen. Das ist nur ein minimaler Auszug seiner schillernden Karriere, in der Fabisch in Afrika, Asien, Europa und Lateinamerika auf den Spuren der im September 2019 verstorbenen Trainer-Ikone Rudi Gutendorf wandelte.

Dass Fabisch niemals den Kontakt in die Heimat und zum TuS Altenberge verloren hatte, war einem seiner Nachfolger beim TuS zu verdanken: Erwin Hammer . „Eppi“ wie Hammer in Altenberge nur genannt wird, heuerte 1985 als Spielertrainer beim heimischen Kreisligisten an.

Unvergessen aus dieser Zeit ist der Auftritt der kenianischen Nationalmannschaft, die unter Fabisch im Mai 1987 Quartier in Altenberge bezogen und auch ein Freundschaftsspiel gegen den TuS bestritt hatte. „Das war ein Riesenereignis. Sogar das Fernsehen hat darüber berichtet“, erzählt der damalige Spieler Dirsen über das Gastspiel der Fußball-Exoten. Und noch etwas ist ihm in Erinnerung geblieben: „Die Trainingsspiele gegen Kenia hatten wir in den Tagen zuvor richtig hoch verloren. Doch im offiziellen Testspiel sind wir durch Christoph Kumpmann sogar in Führung gegangen und haben immerhin ein 1:1 erreicht.“

Hammer blieb – auch das war ein Thema am vergangenen Sonntag – bis 1988 Trainer des TuS. Ironie des Schicksals war, dass die Altenberger den Aufstieg im letzten Jahr seines Wirkens ausgerechnet durch ein 1:2 gegen die „Zweite“ versiebten, die damals ebenfalls in der Kreisliga A spielte. „Das war unsere einzige Niederlage in der gesamten Hinrunde“, sagt Hammer. Heute kann er darüber lachen.

Es war ein lockeres, fröhliches Treffen der ehemaligen TuS-Spieler. Wobei sie während des Schwelgens in Erinnerungen aber auch mit Vergänglichkeit konfrontiert wurden. Nicht nur ehemalige Fußballgrößen wie „Hoppy“ Kurrat und Rudi Gutendorf sind verstorben. Gar schon elf Jahre ist es her, dass Reinhard Fabisch einem Krebsleiden erlag. Bis zur letzten Stunde war Hammer an seiner Seite. Er wollte ihn begleiten – ihn, seinen alten Weggefährten und Kumpel aus wunderbaren gemeinsamen Zeiten.

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