Wie könnte es mit der Saison nach Corona weitergehen?
„Kein Absteiger am grünen Tisch“

Steinfurt -

Was kommt im Fußball nach dem 19. April? Wer steigt auf, wer steigt ab? Mit diesen Fragen beschäftigen sich momentan nicht nur die Fußballer, die bekanntlich einer Zwangspause unterliegen, sondern vornehmlich auch die Sportfunktionäre. Gerhard Rühlow, Obmann des Kreises Fußball-Kreises Steinfurt, im Interview.

Freitag, 27.03.2020, 16:38 Uhr aktualisiert: 30.03.2020, 11:54 Uhr
Gerhard Rühlow, Staffelleiter verschiedener Ligen im Amateur-Fußball, plädiert dafür, die Mannschaftsstärke der Kreisliga A auf 19 Teams aufzustocken – falls die
Gerhard Rühlow, Staffelleiter verschiedener Ligen im Amateur-Fußball, plädiert dafür, die Mannschaftsstärke der Kreisliga A auf 19 Teams aufzustocken – falls die Foto: Marc Brenzel

Wer hätte das vor 14 Tagen nur geahnt? Die Welt steht quasi still, auch das sportliche Geschehen ist völlig aus den Fugen geraten. Wettkampf findet nicht mehr statt, Training muss ausfallen, weil nahezu alle Sportstätten abgesperrt sind. Das Corina-Virus – hat das Leben lahm gelegt. Auch der Amateurfußball in Westfalen ruht: Kein Spiel, kein Training. Gerhard Rühlow aus Burgsteinfurt ist seit 50 (!) Jahren als Funktionär im Amateurfußball tätig. Rühlow ist ein Sportsmann mit einer immensen Erfahrung, der sehr vieles erlebt hat im Sport, speziell im Amateur-Fußball.

Ferdi Recker , Sportredakteur der ZGM, hat telefonisch Kontakt zu Rühlow aufgenommen, um über die aktuelle Problematik im Amateurfußball zu sprechen. Rühlow ist 85 Jahre alt und war 25 Jahre Leiter der Realschule in Burgsteinfurt.

Guten Tag, Herr Rühlow, die wichtigste Frage zu Beginn: Alles gesund?

 

Rühlow: Ja, alles gesund. Ich fühle mich fit, halte mich aber auch sehr streng an die Vorgaben, verlasse das Haus nur zu ganz wichtigen Dingen.

 

Sie gehören mit 85 Jahren zu den Risiko-Personen der Virus-Pandemie?

 

Rühlow: Habe ich auch schon gehört. Das Virus hat es offenbar in erster Linie auf ältere Personen abgesehen. Doch ich verstecke mich. Nein – ich fühle mich fit, ich halte mich an die Vorschriften. Mehr kann ich nicht tun.

Im Profifußball werden weitere Geisterspiele diskutiert, offenbar als eine Lösung, um den Laden am Laufen zu halten.

Rühlow: Wie soll das gehen? Wir haben seit Sonntag eine Kontaktsperre, maximal zwei Personen dürfen sich treffen. Das ist recht wenig für ein Fußballspiel. Zudem möchte ich mich zum Profifußball gar nicht äußern. Da herrschen andere Probleme, andere Sorgen auch andere Gegebenheiten. Ich spreche lieber über den Amateur-Fußball im Kreis Steinfurt. Das ist mein Bereich.

 

Fakt ist, dass zunächst bis zum 19. April der Spielbetrieb auf Kreisebene ruht. Das ist der Sonntag nach Ostern. Wann fallen weitere Entscheidungen des Verbandes, bzw. des Kreises?

 

Rühlow: Im April werden sich die entscheidenden Personen des Verbandes treffen, der Verbands-Fußball-Ausschuss (VFA) tagt, um die aktuelle Thematik erneut zu diskutieren und zu bewerten. Niemand ist heute in der Lage, schon genaue Termine zu nennen. Das wären reine Spekulation. Daran möchte ich mich nicht beteiligen.

 

Der Verband gibt also den weiteren Terminplan vor?

 

Rühlow: Ja. Das macht der Verband deshalb, damit in den Kreisen eine Einigkeit herrscht, damit auf Kreisebene nicht jeder sein Süppchen kocht. Doch es kann aber auch sein, dass der Verband die Entscheidungen an den Kreisvorstand delegiert, wenn es die Gegebenheiten erfordern. Nach dem Motto: Außergewöhnliche Ereignisse verlangen außergewöhnliche Entscheidungen.

 

Hat denn Gerhard Rühlow schon gewisse Termin-Szenarien im Hinterkopf?

 

Rühlow: Klar doch. Ich habe diverse zeitliche Muster im Kopf, die aber allein davon abhängen, wann wieder Fußball gespielt werden kann. Könnten wir jetzt bald loslegen, dann bekämen wir die Saison völlig ohne Probleme zu Ende. Mit ein paar Spielen unter der Woche. Dürfen wir aber erst in sechs Wochen wieder starten, dann sieht das schon ganz anders aus.

 

Zurzeit sieht es nicht nach einer Fortsetzung aus.

 

Rühlow: Nein, im Moment liegt ja alles auf Eis, der Spielbetrieb ist ausgesetzt, bei uns auf jeden Fall bis zum 19. April. Die aktuellen Maßnahmen unserer Regierung waren dringend notwendig, um die Sache in den Griff zu bekommen. Ich bin gespannt, wann man erste Auswirkungen der strengen Maßnahmen in den Fallstatistiken ablesen kann.

 

Angenommen der Fußballkreis Steinfurt muss bis zum 1. August einen Bezirksliga-Vertreter benennen. Klappt das wohl?

 

Rühlow: Das hängt allein davon ab, ab wann wir auf Kreisebene wieder spielen dürfen. Ich habe verschiedene Zeitpläne in der Schublade, darin sind allerdings eventuelle Mannschaftsfahrten zum Saisonende nach Mallorca nicht eingebaut.

Was passiert, wenn die Entscheidung fallen muss, dass in dieser Saison im Kreis Steinfurt nicht mehr gespielt werden darf? Wie läuft es dann mit Absteigern, mit Meldungen für die Bezirksliga?

 

Rühlow: Fakt ist, dass es bei mir keinen Abstieg am grünen Tisch geben wird. Dafür werde ich vehement kämpfen. Notfalls werden wir die Teilnehmerzahl in den Ligen erhöhen, also zum Beispiel mit 19 Mannschaften in der A-Liga spielen. Das hat es auch schon gegeben. Noch einmal: Absteiger gibt es bei mir nur, wenn sie im sportlichen Wettkampf ermittelt wurden.

Und die Meldung für die neue Bezirksligasaison?

 

Rühlow: Das wird dann der Kreisvorstand regeln, das bekommen wir auch hin. Noch aber habe ich Hoffnung, dass auch diese Frage sportlich zu regeln sein wird.

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