Lengerich
Auf Medaillenjagd im Land der großen drei ,C‘

Mittwoch, 25.07.2007, 16:07 Uhr

Von Heiner Gerull

Lienen / Auvers . Calvados, Cidre , Camembert – noch ist ungewiss, ob sich Felix Haßmann diesen gastronomischen Köstlichkeiten, die die nordfranzösische Normandie zu bieten hat, widmen wird. Es hängt maßgeblich davon ab, wie der junge Sportler von Lienener Zucht-, Reit- und Fahrverein im Land der großen drei „C“ abschneiden wird.

In der kleinen Gemeinde Auvers im Département Manché werden in diesen Tagen die Reit-Europameisterschaften der Junioren und Jungen Reiter ausgetragen. Als noch amtierender Vize-Europameister der Jungen Reiter gehört Felix Haßmann zwangsläufig zum Kreis der Favoriten. Doch angesichts mancher Unwägbarkeiten hält man sich im Hause Haßmann in gewohnter Bescheidenheit mit Prognosen zurück. „Das muss man alles abwarten“, antwortet Felix’ Vater Reinhardt denn auch auf die Frage, wie er die Chancen seines Sohnes beurteile.

Am Montagabend brach die Lienener Delegation in Richtung Frankreich auf, einen Tag eher wurden bereits die Pferde auf die Reise geschickt. Am Dienstagvormittag bot sich die erste Möglichkeit, sich mit den Gegebenheiten vor Ort vertraut zu machen.

Felix wird in der Einzelprüfung „Horse Gym’s Carefina“ satteln. Mit der neunjährigen Holsteiner Stute aus der Zucht von Joachim Tietz wurde er im vergangenen Jahr in Athen Vize-Europameister. „Carefina hinterließ beim Abreiten einen sehr guten Eindruck. Sie ist offensichtlich in bester Verfassung“, lautet die Einschätzung von Reinhardt Haßmann. Felix war gestern aus nachvollziehbaren Gründen telefonisch nicht mehr erreichbar. Denn ab dem späten Nachmittag stand die erste Einzel-Wertungsprüfung für die Europameisterschaft auf dem Programm. Das Ergebnis lag bei Redaktionsschluss noch nicht vor.

Ob Felix auch im Mannschaftsspringen an den Start gehen wird, entscheidet sich im Laufe des heutigen Tages. Maßgeblich für die Nominierung ist die Platzierung bei der ersten Wertungsprüfung. Zum Aufgebot des deutschen Bundestrainers Dietmar Gugler (Pfungstadt) gehören neben Felix der Wachtenberger Christoph Büse, Hubertus Kläsener (Dorsten), Tanja Sprehe (Dinklage) und Denise Sulz (Nagold). Vier Springsportler aus diesem Kreis bilden die deutsche Equipe, die am morgigen Freitag um den Nationenpreis kämpfen wird. Auch in diesem Wettbewerb hat Felix beste Erfahrungen. Als er im Jahr 2004 im portugiesischen Vilamour Europameister in der Einzelwertung, damals noch bei den Junioren, geworden war, holte er sich – quasi als i-Tüpfelchen – auch Silber mit der deutschen Mannschaft.

Mit „Horse Gym’s Aribo“ hat der Lienener ein zweites Eisen im Feuer. Ob er mit dem zwölfjährigen Holsteiner im Mannschaftsspringen unterwegs sein wird, ließ der 21-Jährige offen. Am Sonntag werden bei den Jungen Reitern die Medaillen in der Einzelwertung vergeben.

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