Lengerich
Das große Kribbeln

Freitag, 26.10.2007, 18:10 Uhr

Von Heiner Gerull

Lotte. Die Oberliga blickt nach Lotte, das Spitzenspiel zwischen den Sportfreunden Lotte und Tabellenführer SC Preußen Münster elektrisiert die Fans im gesamten Münsterland. Mit der Frage, ob seine Mannschaft unter Zugzwang stehe, mag sich Klaus Bienemann gar nicht erst befassen. Ihm geht es um grundsätzliche Dinge: „Das Spiel gegen Münster sehe ich als klare Standortbestimmung“, sagt der SF-Trainer vor dem Kracher des 14. Spieltages. Wobei Bienemann sogar schon ein Stück weiter in die Zukunft blickt: „Wir spielen morgen gegen Münster, dann gegen Hamm und anschließend in Erkenschwick. In diesen Spielen wird sich entscheiden, ob wir Weihnachten noch oben stehen.“

Die Sportfreunde hatten einiges aufzuarbeiten in der abgelaufenen Woche. „Wenn du schlecht spielst und dann auch noch verlierst, dann beschäftigt dich das natürlich“, sagt der 52-Jährige in Anspielung an die zuletzt bei Westfalia Herne erlittene 2:4-Niederlage. Freilich entspricht es dem Naturell des Trainers, dass er sich der Dinge Punkt für Punkt annimmt. „Wir haben die Fehler analysiert. Jetzt freuen wir uns auf das Spiel gegen Preußen“, macht Bienemann deutlich, welche Schwerpunkte er in den vergangenen Tagen gesetzt hat.

Den letzten Vergleich mit dem Gründungsmitglied der Bundesliga entschieden die Lotter am 29. April durch einen Treffer von Julian Lüttmann mit 1:0 für sich. „Letztlich ging es in diesem Spiel um die goldene Ananas“, sagt Bienemann aus nachvollziehbarem Grund. Morgen sind die Vorzeichen grundlegend anders. Es knistert und kribbelt vor Spannung. Allein schon die Begehrlichkeit, dem Top-Favoriten der Oberliga die erste Saisonniederlage beizubringen, verleiht dem Derby einen ganz besonderen Reiz.

Natürlich haben sich die Sportfreunde damit beschäftigt, wie sie das bewerkstelligen könnten. „Zunächst einmal gehört eine Riesenportion Euphorie und Selbstbewusstsein dazu. Darüber hinaus müssen wir taktisch diszipliniert agieren, dürfen nur wenig Raum weggeben, damit Preußen nicht sein Tempospiel aufziehen kann“, gestattet Bienemann einen Einblick in seine Gedankenspiele.

Einer, der bei der Umsetzung dieser Vorgabe helfen könnte, ist Thorsten Schütte . Dessen Sperre ist abgelaufen, so dass er sich wieder für die Position des „Sechsers“ anböte. Allerdings wollte sich Bienemann gestern noch nicht festlegen, ob er Schütte tatsächlich bringt. Aufgrund mangelnder Spielpraxis neigt Lottes Trainer offensichtlich eher dazu, erneut Marcel Langenstroer im defensiven Mittelfeld spielen zu lassen. Fehlen wird zudem Christian Bienemann. Der Angreifer klagt über Schmerzen in der Nacken- und Rückenmuskulatur. Zudem legte ihn ein grippaler Infekt flach. Wer den Part an der Seite von Philipp Böwing-Schmalenbrock übernehmen wird, bleibt abzuwarten.

Dass die Fans des SC Preußen Münster morgen eventuell die stimmliche Hoheit in der PGW-Arena haben werden, berührt die Sportfreunde kaum. Damit können sie umgehen. Bienemann: „Die große Kulisse wird auch meine Mannschaft stimulieren.“

SF Lotte: Poggenborg, Menger – Barton, Böwing-Schmalenbrock, Dondorf, Figueiredo, Gueraslan, Haverkamp, Heger, Hozjak, Kreuzheck, Langenstroer, Leimbrink, Lodter, Pahlig, Rehers, Schiersand, Schütte.

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