Lengerich
Gefühlter Sieg für den VfL

Sonntag, 24.02.2008, 21:02 Uhr

Osnabrück. 61 Prozent Ballbesitz , 15:10 Torschüsse versehen mit einem kräftigen Chancenplus sowie die Mehrzahl der gewonnenen Zweikämpfe. Eigentlich ist das die Statistik eines Siegers. Den gab es aber nicht. 2:2 (1:2)-Unentschieden endete die gestrige hochinteressante Zweitligia-Partie zwischen dem VfL Osnabrück und Borussia Mönchengladbach in der mit 17 100 Zuschauern seit Wochen ausverkauften osnatel-Arena. Leben mit diesem einen Punkt können beide Seiten. Und doch feierten die Lila-Weißen das Remis wie einen Sieg, der aufgrund der größeren Spielanteile allerdings auch möglich war.

Im dritten Aufeinandertreffen in dieser Saison nach dem Pokal-Aus (0:1) und dem Hinspiel (1:2) brachten die Lila-Weißen den hohen Favoriten an den Rand einer Niederlage. „Das Ergebnis geht in Ordnung“, meinte zwar Paul Thomik. Wenn aber eine Mannschaft die drei Punkte verdient gehabt hätte, dann war es der VfL. Der trat ohne Respekt vor dem Spitzenreiter an, spielte nicht nur mit enormer Leidenschaft, sondern zeigte auch Moral. Gleich zwei Mal glichen die Lila-Weißen die jeweils von Rob Friend erzielte Gladbacher Führung durch Marcel Schuon und einen verwandelten Foulelfmeter von Thomas Cichon aus. Dabei haderten die Osnabrücker mit dem unsicher wirkenden Schiedsrichter Michael Kempter aus Sauldorf. „Das war niemals eine Ecke“, schimpfte Thomas Cichon über die Szene, die zum 1:2 geführt hatte.

Beide Trainer hatten ihre Mannschaft im Vergleich zur Vorwoche auf einer Position geändert. Auf Gladbacher Seite gab Roel Brouwers sein Debüt in diesem Jahr für den am Sprunggelenk verletzten Sascha Rößler. Beim VfL musste Matthias Surmann wegen einer Grippe passen. Für ihn kam nach abgesessener Gelb-sperre Mathias Heidrich, der sich als ordnende Hand gut einfügte.

Beide Mannschaften legten gleich richtig los. Von vorsichtigem Abtasten keine Spur. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit deutlichen Vorteilen auf Seiten der Lila-Weißen. In der siebten Minute schickte der emsige Thomas Reichenberger aus der eigenen Hälfte Gaetano Manno auf die Reise. Der bediente in der Mitte den wiederum starken Paul Thomik, dessen Schuss jedoch Borussias Keeper Christopher Heimeroth glänzend parierte. Nur zwei Minuten später durften die Gäste jubeln. Einen weiten Pass von Steve Gohouri nahm Rob Friend mit der Brust an und schoss aus der Drehung zum 1:0 für die Gladbacher ein.

Von diesem Rückstand zeigte sich der VfL aber nicht geschockt. Vor allem über die rechte Angriffsseite sorgten die Hausherren immer wieder für Gefahr. Dort hatte der Borusse Alexander Voigt seine liebe Mühe mit Bilal Aziz. Der brachte nacheinander zwei Mal Gaetano Manno und Thomas Reichenberger in Position, die aber ihre Chancen nicht nutzen konnten. Dafür traf Marcel Schuon mit einem abgefälschten Schuss aus dem Hinterhalt zum 1:1. Die Ernüchterung folgte im Gegenzug. Nach einem abgeblockten Angriff der Gäste entschied der Schiedsrichter zum Entsetzen der Osnabrücker auf Ecke. Die schlug Marcel Ndjeng auf den Kopf von Rob Friend, der zum 2:1 einköpfte. Und wieder ließen sich die Hausherren nicht unterkriegen, hatten jedoch Pech bei einem Schuss von Schuon, den Heimeroth mit einer Glanzparade unschädlich machte.

Die zweite Halbzeit war längst nicht mehr so schwungvoll wie die erste. Der VfL schien kräftemäßig nachzulassen, Gladbach tat nur noch das Nötigste. „Wir haben in der ersten Halbzeit viel investiert. In der zweiten lief es dann nicht mehr so gut. Dennoch haben wir Gladbach nie zur Entfaltung kommen lassen. Der Punkt ist wichtig und verdient für uns“, meinte Jan Schanda. Den sicherte letztlich Thomas Cichon mit einem verwandelten Elfmeter. Zuvor hatte Alexander Voigt Thomas Reichenberger zu Fall gebracht. Trotz heftiger Proteste der Gladbacher zeigte der Schiedsrichter auf den Punkt. „Zu der Szene möchte ich nichts sagen“, hielt sich Trainer Jos Luhukay zurück. „Allerdings hat das der Reichenberger auch clever gemacht.“

VfL
Osnabrück: Gößling – Schuon (62. Großhmichen), Schanda, Cichon, Schäfer – Heidrich - Thomik, Aziz (73. Frommer), Grieneisen (55. Hennings), – Manno, Reichenberger.

Borussia Mönchengladbach: Heimeroth - Levels, Brouwers, Gohouri, Voigt - Paauwe, Daems - Coulibaly (78. Marin), Ndjeng (87. Kleine) - Friend (65. Rafael), Neuville

Tore: 0:1 Friend (Vorarbeit Gohouri 9.), 1:1 Schuon (Vorarbeit Cichon) 29.), 1:2 Friend (32., Ecke Ndjeng), 2:2 Cichon (76. FE, Foul von Voigt an Reichenberger). - Schiedsrichter:.

Kempter (Sauldorf,) pfiff sehr kleinlich mit vielen Unsicherheiten. - Zuschauer: 17 500 (ausverkauft).

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