Lengerich
„Die Lachnummer des Kreises“

Westerkappeln - Hilferuf der Jugendfußballabteilung des TSV Westfalia 06: „Wir sehen keine Möglichkeit mehr, unsere Spiele ordentlich auszutragen“, sagt Rainer Burbrink, Betreuer der C-Jugend. Weil das Hanfriedenstadion immer noch gesperrt ist...

Freitag, 13.03.2009, 13:03 Uhr

Westerkappeln - Hilferuf der Jugendfußballabteilung des TSV Westfalia 06: „Wir sehen keine Möglichkeit mehr, unsere Spiele ordentlich auszutragen“, sagt Rainer Burbrink, Betreuer der C-Jugend. Weil das Hanfriedenstadion immer noch gesperrt ist, hat der Verein bereits für einige Partien auf sein Heimrecht verzichtet und ist zweimal auf des Gegners Platz angetreten. „Westerkappeln ist die Lachnummer des ganzen Kreises“, schimpft C-Jugend-Trainer Norbert Schulte .

Im Betreuerstab der Jugendkicker hat sich eine Menge Frust angesammelt. Er weiß nicht mehr, wohin. Denn das Hanfriedenstadion steht voraussichtlich erst wieder nach den Sommerferien für den Trainings- und Spielbetrieb zur Verfügung.

Friedhelm Kuck , Jugendobmann der Fußballabteilung, ärgert sich über den Stillstand im Stadion. Im vergangenen Sommer habe es die Mitteilung gegeben, dass das Sportzentrum von Anfang September bis Mitte Oktober wegen der Kieselrotsanierung gesperrt wird. „Danach sollte der Spielbetrieb wieder möglich sein“, erläutert Kuck. Die Sanierung begann aber später. Nächste Wasserstandsmeldung aus dem Rathaus: Die Arbeiten würden wohl bis November dauern. Schließlich gab es Ende November ein Schreiben der Verwaltung, wonach der Platz bis zu den Sommerferien gesperrt wird.

Kuck kann nicht verstehen, warum seit Wochen nichts mehr im Stadion passiert. Zumal: „Saniert wird nur die Laufbahn. Am Fußballfeld wird doch gar nichts gemacht.“ Angeblich könne der Platz aus versicherungstechnischen Gründen nicht genutzt werden.

Bürgermeister Ullrich Hockenbrink bestätigt das. „Das ist immer noch eine Baustelle.“ Witterungsbedingt sei eine Unterbrechung erforderlich gewesen. Über den Stand der Arbeiten war der Verwaltungschef bei Anfrage nur bedingt auf dem Laufenden. Den Ball spielt er aber an den Verein zurück. „Das ganze Vorgehen war mit dem Fußballobmann von Westfalia abgestimmt“, behauptet der Bürgermeister und reicht den Schwarzen Peter an Udo Hachmann weiter.

Der Jugendfußballabteilung wird eine Menge Improvisationstalent abverlangt. Gespielt wird teilweise auf den Plätzen am Burgweg, obwohl diese offiziell nur fürs Training genutzt werden dürfen. „Das ist eigentlich unhaltbar. Da gibt es nicht einmal eine Toilette“, kritisiert Jens-Uwe Barkhau, Trainer der E-1. Die Abteilung sieht aber keine Alternativen: Der Ascheplatz stehe teilweise unter Wasser. „Auf dem Dreck zu spielen, ist für die Kinder auch nicht zumutbar“, meint Barkhau. Hinzu komme das Verletzungsrisiko. Der Rasenplatz Am Königsteich sei überdies so tief, dass er gar nicht bespielbar ist. Kucks Fazit: „Die Situation ist nicht mehr tragbar.“ Wenn in Kürze die E- und F-Jugend wieder im Freien spiele, gehe gar nichts mehr, befürchtet Barkhau.

Norbert Schulte ist tief enttäuscht: „Wir alle engagieren uns für die Jugend und die ganze Gemeinde. Man wirft uns aber nur Knüppel zwischen die Beine.“ Rainer Burbrink befürchtet ob der Zustände, dass sich Kinder und Jugendliche irgendwann einen Verein mit besseren Möglichkeiten suchen

Was tun ? Friedhelm Kuck wünscht sich, dass der Platz im Hanfriedenstadion „so schnell wie möglich“ wieder frei gegeben wird - zumindest für den Trainingsbetrieb. Dies ließe sich auch provisorisch realisieren. „Wir haben auch kein Problem damit, das selbst zu machen.“

Darüber hinaus empfiehlt der Jugendobmann, den Ascheplatz mit Kunstrasen zu belegen. Stattdessen soll dieser jetzt für eine sechsstellige Summe saniert werden. „In fünf Jahren haben wir dann wieder die gleichen Probleme.“

Jens-Uwe Barkhau vermisst ein Gesamtkonzept für die Sportstättenplanung. Und das wohl nicht nur aus Sicht der Jugend: „Die Senioren haben in etwa die gleichen Probleme“, betont Rainer Faste, Trainer der ersten Mannschaft.

Vom Vorstand der Westfalia fühlen sich die Jugendfußballer „im Stich gelassen“, wie Norbert Schulte sagt. Dieser sei schon häufiger um eine Stellungnahme oder sein Erscheinen zu den Besprechungen der Jugendfußballabteilung gebeten worden. „Da ist bis jetzt aber wenig gekommen.“ Auch durch das sogenannte Kompetenzteam für die Sportstättenplanung fühlt sich die Sparte wenig vertreten. Kuck & Co. wissen nicht einmal, wer dort für die Westfalia das Wort geführt hat.

Bürgermeister Hockenbrink ist überzeugt, „dass mehr Kommunikation innerhalb des Vereins und zwischen den Vereinen nicht schaden kann.“ Auf diesem Wege ließe sich vielleicht manches Problem lösen. „Wir haben ja genügend Plätze in Westerkappeln. Wir können doch nicht jeder Mannschaft einen eigenen zur Verfügung stellen.“

Dieses verlangen die Jugendfußballer auch nicht. Doch das bestehende Angebot sei für insgesamt 18 Jugend-, Senioren und Damenmannschaften, die der TSV im Spielbetrieb hat, einfach nicht genug.

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