Lengerich
Dramatik pur in Püsselbüren

Sonntag, 30.05.2010, 19:05 Uhr

Tecklenburger Land - Freud und Leid liegen im Fußball oft so dicht beieinander. Während nach dem Abpfiff im Escher Sportpark die Spieler des SV Burgsteinfurt die Meisterschaft feierten, sanken die gastgebenden Escher fassungslos zu Boden - sie waren gerade in die Kreisliga A abgestiegen. Und wie knapp, wie dramatisch war diese Entscheidung. Nach 90 Minuten stand es im Escher Sportpark zwischen Schwarz-Weiß und dem SV Burgsteinfurt noch 2:2, die Gastgeber hatten sich diesen Punktgewinn durch eine ganz starke Kampfleistung mehr als redlich verdient. Und weil es beim Spiel zwischen dem 1. FC Nordwalde und der ISV zu diesem Zeitpunkt 3:3 stand und zwischen Hopsten und Preußen Borghorst 0:0 war Esch gerettet und Borghorst Meister.

Doch dann nahm das Drama seinen Lauf. Quasi mit dem Abpfiff markierte Nordwalde gegen die ISV den Siegtreffer zum 4:3. Als die Escher davon erfuhren, warfen sie alles nach vorne, brachten sogar noch Bastian Blankemeyer , der ein Jahr lang verletzungsbedingt pausiert hatte, denn Esch brauchte unbedingt ein Tor. Und so kam es, wie es kommen musste. Burgsteinfurt lief nach einer erfolglosen Angriffsaktion der Gastgeber einen Konter und Isuf Asllani schoss sein Team in die Landesliga. Und auf einmal war Esch nur noch Kreisligist.

„Bitter“, war dann auch das einzige, was Eschs Trainer Vladan Dindic nach dem Abpfiff über die Lippen kam, zu einer fundierteren Analyse war der Escher Coach einfach nicht fähig. Und das war auch kein Wunder, denn seine Mannschaft hatte gegen den SV Burgsteinfurt einen großartigen Fight geliefert und vor den gut 500 Zuschauern zu jeder Minute gezeigt, dass sie gewillt war, den Kampf um den Verbleib in der Bezirksliga auch anzunehmen.

In der ersten Halbzeit neutralisierten sich beide Mannschaften weitgehend gegenseitig. Ohne Tore wurden die Seiten gewechselt. Vielleicht lag ein kleiner Vorteil bei den Gastgebern, denn der SV Burgsteinfurt musste mit Francesco Catanzaro seinen zentralen Defensivakteur verletzungsbedingt auswechseln. Nach dem Wechsel legten die Escher einen Zahn zu, bedingt auch durch den Zwischenstand aus Nordwalde. Daniel Ungruhe war es, der mit einem traumhaften Schlenzer aus 20 Metern ins lange Eck die Gastgeber in Führung brachte (55.), 15 Minuten später glich Burgsteinfurt durch Niehues aus. Noch einmal fünf Minuten später waren dann die Escher wieder dran. Sebastian Meyer brachte SWE mit einem herrlichen Volleyschuss wieder in Front, abermals fünf Minuten später war Lars Kormann für die Gäste wieder erfolgreich - 2:2. Dennoch waren die Escher zu diesem Zeitpunkt „durch“, denn die ISV führte 3:2 in Nordwalde.

Und dann begann die hochdramatische Schlussphase, an deren Ende auf einem und demselben Spielfeld ein Meister gekürt und ein Absteiger bestimmt wurde. Zunächst glich Nordwalde gegen die ISV aus. Dann war es Eschs herausragender Keeper Thorsten Menger, der in der 90. Minute mit einem fantastischen Reflex seiner Mannschaft das Remis - und damit zu diesem Zeitpunkt den Klassenerhalt - rettete. Dann kam die Kunde vom 4:3 aus Nordwalde und das Fußball-Drama nahm seinen Lauf.

Viel bitterer als die Escher ist in der jüngeren Vergangenheit wohl keine Mannschaft abgestiegen. Verdient war diese Niederlage gegen den neuen Bezirksligameister in jedem Falle nicht.

SW Esch: Th. Menger; D. Mansfeld, Grewe, Rötker, Götten (90.+2 Blankemeyer), Mahmutovic, Kock (77. St. Menger), Özdemir (79. Thiemann), O. Mansfeld, Seb. Meyer, Ungruhe.

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