Lengerich
VfL gewinnt verrückte Partie

Samstag, 24.12.2011, 16:59 Uhr

Osnabrück - Es ist vollbracht. Der erste Sieg ist unter Dach und Fach. Zwar musste der VfL Osnabrück am Freitagabend bis zur allerletzten Minute zittern, aber immerhin. Die Hausherren behielten mit 3:2 (0:0) gegen Erzgebirge Aue die Oberhand und sackten die ersten Punkte ein. Sie zeigten die erwartete engagierte Leistung, die vom Anfang bis zum Ende von Kampf geprägt war. Allerdings gingen den Gegentoren wieder einmal individuelle Fehler voraus, so dass überhaupt so lange gezittert werden musste.

Die bessere Mannschaft war der VfL. Er tat eindeutig mehr für den Sieg. 22:8 Torschüsse während der 90 Minuten belegen das. „Endlich haben wir auch mit der Leidenschaft gespielt, die nötig ist“, freute sich Matthias Heidrich, der den VfL in Führung geschossen hat. Als wenig später Nicky Adler auf 2:0 erhöhte, schien das Spiel gelaufen. Doch weit gefehlt. Osnabrück nahm sich eine siebenminütige Auszeit, die Aue zum Ausgleich nutzte. Schließlich war es Benjamin Siegert , der in der 82. Minute mit einem Schuss in den Winkel für die Entscheidung sorgte.

VfL-Trainer Karsten Baumann überraschte mit seiner Aufstellung. Dass Konstantin Engel und Henrich Bencik nach überstandenen Verletzungen auflaufen würden, war zu erwarten. Zudem verzichtete er auf Angelo Barletta, Sebastian Tyrala und Alexander Krük, der noch nicht einmal im Kader stand. Doch diese komplett neu zusammengewürfelte Mannschaft machte gleich richtig Druck. Die Mannschaft zeigte den von Baumann geforderten Biss und gab keinen Ball verloren.

Dennoch passierte auf beiden Seiten lange Zeit nichts. Der VfL drückte zwar, lief sich aber immer wieder in der gut organisierten Deckung der Gäste fest. Dafür hatte es die letzte Viertelstunde vor der Halbzeit in sich. Konstantin Engel (32.), Nicky Adler (35.), Henrich Bencik und Tobias Nickenig (37.) sowie Benjamin Siegert (41.) hatten das 1:0 auf dem Fuß, waren aber nicht vom Glück verfolgt.

Das stellte sich nach dem Seitenwechsel ein. Nach einem weiten Einwurf von Nickenig stand Matthias Heidrich goldrichtig und netzte zum 1:0 ein. Nach einem Freistoß von Björn Lindemann schaltete Nicky Adler am schnellsten und erhöhte auf 2:0.

Was dann passierte, trieb Karsten Baumann die Zornesröte ins Gesicht. Plötzlich nahm sich der VfL eine Auszeit. Oliver Stang, für Barletta in die Innenverteidigung gerückt, ließ Curry gewähren. Der passte zu Hensel, und es hieß nur noch 2:1. Und dann war es wieder einmal eine Ecke, die den VfL aus allen Träumen riss. Per Kopf traf Paulus zum 2:2 und stellte damit den Spielverlauf auf den Kopf. Es war bereits der fünften Gegentreffer des VfL in dieser Saison nach einem Standard.

Doch noch zum richtigen Zeitpunkt schafften es die Hausherren, den Hebel umzulegen. Nach einer Hereingabe des eingewechselten Andersen schoss Benjamin Siegert mit einem „Tor des Monats“ die Osnabrücker Fans in die Glückseligkeit. Glück und erleichtert zugleich war Siegert hernach: „Bei meinem Tor war natürlich auch Glück dabei. Ich habe den Ball optimal getroffen. Nun sind alle erleichtert. Aber der Sieg ist auch ganz klar verdient.“

VfL Osnabrück: Berbig - Engel, Stang, Nickenig, Lejan - Heidrich, Hansen - Siegert, Lindemann (81. Schmidt), Adler (64. Andersen) - Bencik (69. Kotuljac).

Erzgebirge Aue: Männel - Le Beau (89. Wemmer), Lachheb, Paulus, Klingbeil - Schröder, Hensen - Schlitte, Curri, Kempe (72. Ma. Müller) - Kern (67. Glasner).

Tore: 1:0 Heidrich (49.), 2:0 Adler (52.), 2:1 Hensel (61.), 2:2 Paulus (67.), 3:2 Siegert (82.) - Schiedsrichter: Tobias Stieler (Obertshausen). - Gelbe Karten: Adler - Lachheb, le Beau. - Zuschauer: 13.200.

Trainerstimmen

Rico Schmitt, Trrainer von Erzgebirge Aue: „Diese Niederlage war nicht nötig. Nach dem 0:2 haben wir uns heran gekämpft und haben den Ausgleich kassiert. Dann darf man so ein Tor nicht mehr kassieren. Wir haben in den wichtigen Momenten die nötiges Coolness und die letzte Konzentration vermissen lassen. Solche Fehler werden eben sofort bestraft.“

Karsten Baumann, Trainer des VfL Osnabrück: „Der Sieg ist natürlich vollauf verdient. Die Mannschaft hat gut gespielt und bis zum Letzten gekämpft. aber beinahe hätten uns fünf verflixte Minuten um den Lohn unserer Arbeit gemacht. So etwas darf nicht passieren. Bis zum 2:0 hatten wir Aue total im Griff. Letztlich müssen wir dennoch froh sein, dass der Siegert so einen Sonntagsschuss hingelegt hat.“

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