Lengerich
3:3 in einem verrückten Spiel zwischen Union und VfL Osnabrück

Freitag, 11.02.2011, 20:32 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 11.02.2011, 20:32 Uhr

Osnabrück - Moral haben sie gezeigt, dennoch haben sie - wieder einmal - leichtfertig ein besseres Ergebnis verspielt. Letztlich müssen sie glücklich sein, dass es überhaupt noch zu einem Punkt gereicht hat. Ein Spiel, über das noch lange gesprochen werden dürfte, lieferten sich am Freitagabend der 1. FC Union Berlin und der VfL Osnabrück . 3:3 (0:1) stand es nach 90 aufreibenden Minuten, in denen alles steckte, was das Fußballherz begehrt. 2:0 lag der VfL durch Treffer von Tobias Nickenig und Sebastian Tyrala vorne, um sich dann mit 2:3 im Hintertreffen zu sehen. Schließlich war es Nicky Adler, der noch zum 3:3 traf. Und dann hatten die Lila-Weißen Glück, als der schwache Schiedsrichter Georg Schalk (Augsburg), Handelfmeter gegen den eingewechselten Björn Lindemann pfiff, obwohl der den Ball klar mit dem Körper gespielt hatte. Mattuschack aber hämmerte den Ball in die Wolken.

„Ja, nein, ja, nein, ja, nein. . .“, lautete die Antwort von Union-Trainer Uwe Neuhaus auf die Frage, ob er zufrieden sei. „Wir lagen 2:0 hinten und waren eigentlich schon tot. Dann machen wir das 3:2 und kassieren durch einen individuellen Fehler das 3:3. Dennoch haben wir durch den Elfmeter die Chancen zum Sieg. Ich bin während des Spiels mehrmals auferstanden und habe mich wieder hingesetzt. Ich denke, Carsten Baumann und ich, wir sind beide zufrieden - und auch nicht. Ich weiß nicht, was ich davon halten soll.“

Die Unionisten schwebten nach dem Triumph über Stadtrivale Hertha BSC in dieser Woche auf Wolke sieben. Diese Euphorie wollten sie eigentlich in das Spiel gegen Osnabrück transportieren. Allerdings schien die Hypothek des Derbysiegs vor 14 000 Zuschauer im Stadion an der Alten Försterei ehr zu lähmen. Von der Anfangsphase abgesehen mit Chancen des Ex-Osnabrückers Dominic Peitz und Benjamnina abgesehen, konnten die Hausherren kaum Akzente setzen. Der VfL dagegen wirkte von Anfang gallig und bemüht, nach vorne zu spielen. Mit Nicky Adler und Niels Hansen für Björn Lindemann und Alexander Schnetzler in der Startelf wirkten die Aktionen durchdachter als eine Woche zuvor gegen Augsburg. Dennoch benötigte der VfL auf dem holprigen und schwer zu bespielenden Boden Standardsituationen, um die ganz große Gefahr auszustrahlen. Nach einem Freistoß von Sebastian Tyrala verfehlte Jan Mauserberger das Tor per kopf nur um Zentimeter (21.). Zwölf Minuten später hatten die Gäste dann allen Grund zu jubeln. Wieder trat Tyrala einen Freistoß, diesmal aber flach, in den Union-Strafraum Tobias Nickenig schaltete am schnellsten und traf mit seinem ersten Saisontor zum 1:0.

Vier Minuten nach Wiederanpfiff zeigte Tyrala, dass er es auch selbst kann. Mit einem wunderbar direkt verwandelten Freistoß aus 23 Minuten markierte der Mittelfeldspieler das vorentscheidende 2:0. Im Gegenzug hatten die Gäste allerdings Riesenglück, dass der frei stehende Kolk nicht zum 1:2-Anschluss traf. Und plötzlich war sie weg, die Souveränität, die der VfL bis dahin an den Tag gelegt hatte. Ja die Mannen von Trainer Karsten Baumann schienen sich kollektive Auszeiten zu nehmen. Binnen einer Minute drehten die Eisernen das Spiel und kamen durch Stuff (62.) und Kolk (63.) jeweils nach einer Ecke zum Ausgleich. Allerdings waren beide Situationen strittig. Beim ersten Tor wurde Nickenig wegschubst, beim zweiten stand Kolk im Abseits. So kam es wie es kommen musste. In der 73. Minute waren die Lila-Weißen nach einem Freistoß erneut nicht auf der Höhe, so das der eingewechselte Ede zum 3:2 einlochen konnte. Und dann war es Nicky Adler, der eine zu kurze Rückgabe von Göhlert „roch“, dazwischen spurtete und zum 3:3 vollendete. Die Krone in diesem verrückten Spiel setzte Schiedsrichter Schalck mit seiner Handelfmeterenscheidung auf, die aber ohne Folgen blieb, da Mattuschka drüber hämmerte.

1. FC Union Berlin: Höttecke - Menz (74. Thomik), Stuff, Göhlert, Kohlmann - Peitz, Kolk, Mattuschka, Parensen (58. Ede)- Benyamina, Mosquera.

VfL Osnabrück: Berbig - Schöneberg, Nickenig, Mauersberger, Tauer - Heidrich (76. Lindemann), Hansen, Adler, Tyrala (80. Schnetzler), Andersen (66. Krük) - Kastrati.

Tore: 0:1 Nickenig (33.), 0:2 Tyrala (49.), 1:2 Stuff (62.), 2:2 Kolk (63.), 3:2 Ede (72.), 3:3 Adler (78.). - Schiedsrichter: Georg Schalk (Augsburg). - Gelbe Karten: Göhlert - Nickenig. Bes. Vork.: Matuschka schießt Handelfmeter über das Tor (87.)- Zuschauer: 14 074.

Trainerstimme

Karsten Baumann, Trainer des VfL Osnabrück: „Wenn man 2:0 auswärts führt, darf man sich nicht so abkochen lassen, wie wir es getan haben. Bei den Standards waren wir wie schon so oft in dieser Saison nicht abgebrüht genug. Wir sprechen das immer wieder an, aber es ändert sich nichts. Da fehlt uns auch ein Stück weit Qualität. Natürlich hilft uns der Punkt weiter, aber es hätten auch drei sein können.“

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