SF Lotte: Keine Sperre wegen rassistischer Äußerungen
Sportfreunde Lotte aufgrund falscher Veröffentlichungen entsetzt 

Lotte -

Die Sportfreunde Lotte wehren sich dagegen, dass ihr Spieler Martin Hess wegen angeblich rassistischer Äußerungen gesperrt worden sei. Das sei falsch, heißt es dazu aus Lotte. „„Die Sperre ist wegen unsportlichen Verhaltens ausgesprochen worden“, sagt Dirk Mutert, 3. Vorsitzender der Sportfreunde

Mittwoch, 25.01.2012, 17:01 Uhr

SF Lotte: Keine Sperre wegen rassistischer Äußerungen : Sportfreunde Lotte aufgrund falscher Veröffentlichungen entsetzt 
Martin Hess (links) ist von verschiedenen Medien fälschlicherweise in die Rassismus-Schublade gerückt worden. Dabei wurde er vom DFB „nur“ wegen unsportlichen Verhaltens verurteilt. Foto: Mrugalla

Das Medien-Echo war riesig. Bundesweit hat das Urteil des DFB-Sportgerichts wegen der Rassismus-Affäre rund um Eintracht Trier und die Sportfreunde Lotte Schlagzeilen produziert. Obwohl zumindest auf sportliche Ebene die Sache damit erledigt ist, ist man in Lotte alles andere als zufrieden mit der Veröffentlichung in einigen Medien und TV-Sendern. „Es entsteht der Eindruck, dass Martin Hess wegen rassistischer Äußerungen gesperrt worden ist. Das stimmt aber nicht“, erklärt der dritte Vorsitzende der Sportfreunde, Dirk Mutert . „Die Sperre ist wegen unsportlichen Verhaltens ausgesprochen worden. Rassistische Beleidigungen hat es nicht gegeben. Sie tauchen auch gar nicht in der Urteilsbegründung auf.“

Martin Hess und Christian Schlösser waren nach dem Spitzenspiel zwischen Lotte und Trier am 10. Dezember (2:3) beim DFB-Kontrollausschuss angezeigt worden, da sie die beiden farbigen Eintracht-Spieler Jeremy Karkikari und Marc Gouiffe à Goufan rassistisch beleidigt haben sollen. Auf der anderen Seite hatte Hess Karikari angezeigt, da der ihm 45 Minuten nach Abpfiff ins Gesicht geschlagen haben soll.

Den Schlag Karikaris sah das DFB-Sportgericht als erwiesen an und sperrte den Trierer Mittelfeldspieler wegen eine Tätlichkeit nach voran gegangener Provokation, wie berichtet, für drei Wochen.

Martin Hess wurde wegen unsportlichen Verhaltens belangt. Beim Strafmaß wurde auch noch die Rote Karte berücksichtigt, die sich der Lotter Stürmer in der vergangenen Saison in Wuppertal eingehandelt hatte. Dadurch galt er als vorbelastet. Die Sperre, die sonst wohl nur höchstens zwei Spiele betragen hätte, wurde deshalb auf drei Meisterschaftspartien hochgepuscht.

Paragraph 9 der Rechts- und Verfahrensordnung des DFB sieht bei diskriminierenden oder rassistischen Äußerungen jedoch eine Sperre von mindestens fünf Spielen und eine Geldstrafe in Höhe von 12 000 Euro vor. „Das DFB-Sportgericht ist bei Martin Hess weit unter diesem Strafmaß geblieben. Das wäre niemals passiert, wenn an den Vorwürfen etwas dran gewesen wäre. Das beweist eindeutig, dass er nicht wegen rassistischer Äußerungen bestraft worden ist“, verdeutlicht Dirk Mutert.

Martin Hess ist mit seiner Verurteilung nicht ganz einverstanden, sagt aber: „Ich muss das Urteil akzeptieren. Ich bleibe aber dabei, dass ich keine rassistischen Äußerungen von mir gegeben habe.“ Vollkommen niedergeschlagen war der Angreifer deshalb, als er von den falschen Veröffentlichungen in verschiedenen Medien erfuhr. „Unsere Aufgabe ist es nun, ihn zu schützen und klarzustellen, dass da falsche Meldungen verbreitet worden sind. Das tun wir mit aller Vehemenz“, macht Mutert deutlich. Unterstützung erhält er dabei von Trainer Maik Walpurgis: „Wenn an den Rassismus-Vorwürfen etwas dran wäre, würde er nicht mehr in meiner Mannschaft spielen. Ich kenne Martin als fairen Sportsmann und stehe zu ihm.“

Wenn auch zähneknirschend, wie aus dem Lotter Umfeld zu hören war, so haben doch die Sportfreunde und auch Eintracht Trier dem Urteil zugestimmt. Das ist damit rechtskräftig. Sportlich ist die Sache damit erledigt. Zivilrechtlich sieht es anders aus. Die Anzeige von Karikari gegen Martin Hess wegen Beleidigung liegt bei der Staatsanwaltschaft Münster. Die Anzeige von Hess gegen Karikari wegen des Schlages wird von der Kreispolizeibehörde Steinfurt weiter verfolgt.

Gleichwohl, während Christian Schlösser von allen Vorwürfen freigesprochen worden ist, muss Martin Hess drei Spiele zuschauen. Damit fehlt er auch in der Partie gegen Schalke 04 II am Freitag (19 Uhr connect-M-Arena). Dieses erste Spiel des Jahres ist eminent wichtig für die Sportfreunde. Mit einem Erfolg können sie die Basis für eine erfolgreiche Rückrunde legen.

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