Marcus Fischer feiert nach einjähriger Verletzungspause ein glänzendes Comeback
„Das Tier ist zurück“

Lotte -

Nach einem Jahr Verletzungspause feierte Marcus Fischer von den Sportfreunden Lotte ein glänzendes Comeback. Am Freitagabend stand er gegen Rot-Weiß Oberhausen in der Startelf und erzielte gleich ein Tor. Besser hätte es für ihn nicht laufen können. Und er hat noch einiges vor.

Montag, 19.11.2012, 19:11 Uhr

Marcus Fischer feiert nach einjähriger Verletzungspause ein glänzendes Comeback : „Das Tier ist zurück“
Dreifacher Marcus Fischer: Die Fans hatten eigens für das Comeback ihres Lieblings mannsgroße Pappkameraden angefertigt und begrüßten so den Goalgetter. Foto: Mrugalla

Es hätte sein Jahr werden können. 14 Treffer hatte Marcus Fischer in 16 Punktspielen geschossen und führte damit die Torjägerliste der Regionalliga an. Dank seiner Buden standen auch die Sportfreunde Lotte auf Platz eins und schickten sich an, den Aufstieg in die 3. Liga zu schaffen. Dann kam die 86. Minute im Verbandspokalspiel bei Arminia Bielefeld am 30. November 2011. Fischer blieb im Rasen hängen, verließ humpelnd den Platz. Niederschmetternde Diagnose: Kreuzbandriss. Es folgte eine lange Leidenszeit mit einer Operation im lädierten rechten Knie im Januar und einer folgenden Meniskus-OP im anderen Knie im April. Sogar das Karriereende drohte. Alles Schnee von gestern. Am Freitag gab der 32-jährige gegen RW Oberhausen sein Comeback . Und was für eins.

Fast ein Jahr musste Marcus Fischer zuschauen. „Das war eine schwere Zeit“, erinnert er sich. „Ich bin nicht mehr der jüngste. Ich wusste ja nicht wie es weitergeht.“ Der Verein wollte ihn behutsam aufbauen. Mit einer Rückkehr sei erst im nächsten Jahr zu rechnen, hatte Trainer Maik Walpurgis immer angedeutet. „Damit wollte er mir nur den Druck nehmen, damit ich mich in aller Ruhe an die Mannschaft heranarbeiten kann“, äußert „Fischi“ mit einem verschmitzten Lächeln.

Bis ins nächste Jahr mussten schließlich er selbst und seine Fans nicht warten. Ohne auch nur den Hauch einer Andeutung stand der Name Marcus Fischer am Freitagabend gegen RW Oberhausen auf dem Spielberichtsbogen. Nicht nur dass, der Goalgetter stand in der Startelf. „Ich bin seit sechs Wochen wieder im Training, habe zuletzt alles mitgemacht und fühle mich fit. Seit Mittwoch hat sich angedeutet, dass ich dabei sei könnte, da ich bei den Trainingsspielen immer in der ersten Mannschaft gestanden habe. Dass ich aber von Beginn an spiele, hat mich doch überrascht.“

Das Vertrauen hat Marcus Fischer doppelt und dreifach zurück gezahlt. Am 1:0 für Lotte war er maßgeblich beteiligt, das 2:0 erzielte er in typischer Manier per wuchtigen Kopfball selbst. „Tja, solche Geschichten schreibt nur der Fußball. Ein Jahr verletzt, dann das Comeback gleich in der Startelf und dann noch ein Tor geschossen. Das ist ein grandioser Tag für mich.“

Als „Fischi“ den Platz nach 68 Minuten verließ („ich war schon überrascht, dass ich so lange durchgehalten habe“) wurde er von den Fans gefeiert, schließlich war er schon immer der Publikumsliebling. Die Anhänger hatten manngroße Pappkameraden mit dem Ebenbild des Torjägers angefertigt und ließen ihn unentwegt hochleben.

Aber hat er keine Angst, dass seine Verletzung wieder aufbrechen kann? „Ich bin ehrlich. Manchmal merke ich das Knie schon. Da muss ich vorsichtig sein. Deshalb werde ich mich im Zweikampf aber nicht zurückhalten. Dafür bin ich nicht der Typ. Ich werde sicher nicht zurückziehen und immer ganz normal in die Zweikämpfe gehen.“

Froh, dass er zurück ist, ist auch die Mannschaft selbst. So begrüßte Michael Hohn­stedt den Rückkehrer beim üblichen Spielerkreis vor dem Anpfiff mit den Worten: „Das Tier ist zurück“. Marcus Fischer nahm es dankend an, machte sich an die Arbeit und erzielte gleich sein erstes Saisontor.

Eine ganze Menge sollen folgen. Die Saison ist noch lang. Das Ziel Aufstieg ist nicht außer Reichweite, wenn auch die beiden Kölner Mannschaften Fortuna und Viktoria fast in einer anderen Liga spielen. Wichtig für die Sportfreunde sind die beiden kommenden Partien gegen direkte Konkurrenten im Titelrennen. Am Freitagabend trifft die Elf von Trainer Maik Walpurgis ab 19 Uhr im eigenen Stadion auf den Fünften SF Siegen, ehe die Reise am nächsten Dienstag zum Prestige trächtigen Duell zu Rot-Weiss Essen geht. „Diese beiden Spiele müssen wir für uns entscheiden“, weiß Marcus Fischer“, dann sind wir wieder ganz vorne mit dabei.“ Er will mithelfen, dass das klappt. Seine Leidenszeit ist vorbei und er kann wieder das tun, was er am besten kann: Tore schießen.

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