Maik Walpurgis vor Wechsel nach Osnabrück
„Ich möchte zum VfL“

Osnabrück / Lotte -

Am 1. September 2008 ist er bei den Sportfreunden Lotte eingestiegen. Gut möglich, dass Maik Walpurgis seinen letzten Arbeitstag beim ambitionierten Regionalligisten bereits hatte. Dem Erfolgstrainer liegt ein Angebot des VfL Osnabrück vor, in der kommenden Saison die sportliche Führung beim Drittligisten zu übernehmen. Wie es aussieht, wird der 39-jährige die Fronten wechseln.

Freitag, 07.06.2013, 00:06 Uhr

Zwischen den Stühlen: Welchen Verein trainiert Maik Walpurgis in der kommenden Saison, den VfL Osnabrück oder SF Lotte? Derzeit spricht vieles für Lila-Weiß.
Zwischen den Stühlen: Welchen Verein trainiert Maik Walpurgis in der kommenden Saison, den VfL Osnabrück oder SF Lotte? Derzeit spricht vieles für Lila-Weiß. Foto: Mrugalla, Manfred

Am 1. September 2008 ist er bei den Sportfreunden Lotte eingestiegen. Gut möglich, dass Maik Walpurgis seinen letzten Arbeitstag beim ambitionierten Regionalligisten bereits hatte. Dem Erfolgstrainer liegt ein Angebot des VfL Osnabrück vor, in der kommenden Saison die sportliche Führung beim Drittligisten zu übernehmen. Wie es aussieht, wird der 39-jährige die Fronten wechseln. Er sagt klipp und klar: „Meine Zielsetzung ist, nächste Saison Trainer beim VfL Osnabrück zu sein.“

Allerdings gestaltet sich die Angelegenheit schwierig. Walpurgis hat Vertrag in Lotte. Erst Ende April hat er seinen Kontrakt bis zum 30. Juni 2014 plus Option für ein weiteres Jahr verlängert. Diese Vereinbarung wurde natürlich schriftlich fixiert. Entsprechend stellt sich SFL-Fußballobmann und Macher Manfred Wilke quer. Ja, er kocht vor Wut und macht deutlich: „Maik Walpurgis hat Vertrag bei uns und wird auch in der kommenden Saison unser Trainer sein. Punkt.“

VfL-Präsident Kröger bestätigt ebenfalls: „Ja, Walpurgis ist unser Wunschkandidat. Die Gespräche mit ihm waren sehr gut, das passt, fachlich und persönlich.“

Über das Interesse der Lila-Weißen habe Walpurgis nach eigenen Worten erstmals zwischen den beiden Relegationsspielen um den Drittliga-Aufstieg gegen RB Leipzig erfahren. Das sei aber nicht konkret gewesen. Deshalb habe er am Sonntag nach dem zweiten Spiel in der Pressekonferenz auch geäußert, dass er auch nächste Saison noch Trainer in Lotte sei.

Erst am Montagabend habe das erste Gespräch mit Osnabrücks Präsident Professor Dr. Christian Kröger stattgefunden. Walpurgis, der eigentlich am Dienstag mit seiner Lebensgefährtin in Urlaub fliegen wollte, känzelte alles, um die Modalitäten zu klären. „Ich habe dann beim Vorsitzenden Rolf Horstmann und bei Manfred Wilke um die Auflösung meines Vertrages gebeten. Ich hoffe einfach, dass der Verein mir entgegenkommt und mir diese große Chance nicht verbaut.“

Upps, was ist da denn los? Wird Maik Walpurgis nun doch Trainer beim VfL Osnabrück? Der 39-Jährige steht bei den Lila-Weißen nicht nur hoch im Kurs, er gilt als Favorit auf den Trainerposten. Zwei Gespräche sollen zwischen Präsident Christian Kröger und Maik Walpurgis bereits stattgefunden haben, was allerdings verwundert. Nach dem zweiten Relegationsspiel gegen RB Leipzig am vergangenen Sonntag versicherte Maik Walpurgis, dass er auch in der kommenden Saison die Sportfreunde trainieren werde.

Fakt ist, am 30. April haben sich Fußballobmann Manfred Wilke und Walpurgis auf eine Verlängerung des Arbeitsvertrages bis zum 30. Juni 2014 plus Option für ein weiteres Jahr geeinigt. Diese Vereinbarung wurde schriftlich fixiert. Deshalb bleibt Wilke gelassen: „Maik Walpurgis hat Vertrag bei uns und wird auch in der kommenden Saison unser Trainer sein. Punkt.“ Auch über eine mögliche Ablösesumme denkt Lottes Macher nicht nach. Dennoch kocht Wilke vor Wut angesichts der Abwerbungsversuche des Nachbarn.

VfL-Präsident Kröger bestätigte: „Ja, Walpurgis ist unser Wunschkandidat. Die Gespräche mit ihm waren sehr gut, das passt, fachlich und persönlich.“ Zweimal sollen sich Kröger und Walpurgis zwischen den beiden Aufstiegsspielen der Sportfreunde getroffen haben.

Das wiederum bringt Manfred Wilke so richtig in Rage. Der mag kaum glauben, dass der VfL in einer für SF Lotte so wichtigen Phase derartige Störfeuer legt. „Was glauben die denn, wer sie sind? Das ist doch kein Kindergarten hier. Herr Kröger muss doch auch wissen, was ein gültiger Vertrag ist. So aufzutreten, hat mit Professionalität nichts zu tun.“

Der VfL-Präsident ist dennoch zuversichtlich: „Ich gehe davon aus, dass wir mit den Sportfreunden zu einer Lösung kommen werden.“ Da hält Manfred Wilke allerdings kräftig dagegen: „Der Trainer bleibt, das ist nicht verhandelbar.“

Merkwürdig muten die Abwerbungsversuche schon. Zudem steht die Frage im Raum, warum Maik Walpurgis überhaupt Gespräche mit dem VfL geführt hat, da er doch kurz zuvor seinen Vertrag in Lotte verlängert hat. Die Aufgabe in Osnabrück ist ohne Frage reizvoll. Nachdem der 39-Jährige im Besitz der Fußballlehrer-Lizenz ist, ist es naheliegend, kurzfristig einen Clubs aus Liga eins, zwei oder drei zu trainieren. Dennoch wäre es schlechter Stil des Erfolgstrainers, so kurz nach der Vertragsverlängerung die Brocken hinzuwerfen, weil ein Angebot eines ligahöheren Clubs kommt. Walpurgis war gestern zu einer Stellungnahme nicht zu erreichen.

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