Wechsel sorgt für Ärger
Trainer Maik Walpurgis von SF Lotte zum VfL Osnabrück

Lotte / Osnabrück -

Nun scheint es endgültig zu sein: Maik Walpurgis verlässt die Sportfreunde Lotte und trainiert künftig den VfL Osnabrück. Ihm folgt Co-Trainer Ovid Hajou. Beide haben einen Vertrag bis zum 30. Juni 2015 unterschrieben, der sowohl für die 3. wie auch 2. Liga gültig ist. „Ich freue mich auf diese große Herausforderung und gehe sie voller Motivation an“, erklärte Walpurgis. Lottes Macher Manfred Wilke indes will den Wechsel verhindern. Er pocht auf Einhaltung des Vertrages in Lotte.

Dienstag, 18.06.2013, 17:06 Uhr

Trainer Maik Walpurgis (rechts) und sein „Co“ Ovid Hajou wechseln zum VfL Osnabrück, auch wenn SF Lotte das noch nicht wahrhaben will.
Trainer Maik Walpurgis (rechts) und sein „Co“ Ovid Hajou wechseln zum VfL Osnabrück, auch wenn SF Lotte das noch nicht wahrhaben will. Foto: Mrugalla

Nun scheint es endgültig zu sein: Maik Walpurgis verlässt die Sportfreunde Lotte und trainiert künftig den VfL Osnabrück . Ihm folgt Co-Trainer Ovid Hajou. Beide haben einen Vertrag bis zum 30. Juni 2015 unterschrieben, der sowohl für die 3. wie auch 2. Liga gültig ist. „Ich freue mich auf diese große Herausforderung und gehe sie voller Motivation an“, erklärte Walpurgis gegenüber den WN.

Er selbst weilt derzeit im Urlaub und hat den Vertrag am Montagabend per Fax aus seinem Urlaubsort bestätigt. Am Sonntag wird er um 14 Uhr gemeinsam mit Ovid Hajou zum Trainingsstart des Drittligisten auf der Illoshöhe sein. Nicht mit im Schlepptau ist Uwe Brunn, der wohl in Lotte bleiben wird. Walpurgis kann sich vorstellen, gemeinsam mit den bisherigen VfL-Co-Trainer Rolf Meyer und Alexander Ukrow zu arbeiten. Da steht allerdings eine Entscheidung seitens des Vereins noch aus.

Obwohl Maik Walpurgis in Lotte einen Kontrakt bis 2014 unterschrieben hat, wollte er unbedingt die Chance nutzen, zum höherklassigen VfL zu wechseln. Deshalb hat er bereits vor zwei Wochen um Vertragsauflösung gebeten. Diesem Wunsch kam der Verein in Persona von Manfred Wilke nicht nach.

Der bestand immer, und tut das noch, auf Einhaltung des Arbeitspapieres. „Wir haben fünf Jahre lang hervorragend zusammen gearbeitet“, meinte Walpurgis. „Es war eine schöne Zeit, die ich nicht missen möchte. Ich habe bis zuletzt auf eine gütliche Einigung gehofft. Das ist leider nicht passiert.“ Deshalb hat er sich juristischen Rat geholt. Über seinen Anwalt hat der Coach den Sportfreunden Lotte die Kündigung des Vertrages zum 17. Juni zukommen lassen.

Damit sei seiner Meinung nach der Weg frei gewesen für die Unterzeichnung beim VfL Osnabrück.

Das wiederum sieht Lottes Macher Manfred Wilke anders. Für ihn hat der Vertrag in Lotte weiterhin Gültigkeit. Äußern wollte er sich nicht zu der Sachlage und verwies auf ein schwebendes Verfahren: „Das wird nun auf juristischer Ebene entschieden.“ Eine Zukunft von Walpurgis in Lotte ist nach diesem Geplänkel allerdings wohl unmöglich.

Vermutlich versucht Wilke mit einer Hinhaltetaktik Druck aufzubauen, um eine hohe Ablösesumme zu erwirken. Der Verein SF Lotte dürfte zudem Schadensersatzansprüche stellen, da seiner Meinung nach Maik Walpurgis vertragsbrüchig geworden ist. Es deutet sich ein Verhandlungs-Poker an, der sicherlich über den Termin des Trainingsauftaktes am kommenden Sonntag hinausgehen dürfte.

In Osnabrück unterdessen freut man sich auf den neuen Mann am Führungsruder. „Maik Walpurgis war unser Wunschkandidat. Wir sind entsprechend froh, ihn gemeinsam mit Ovid Hajou unter Vertrag nehmen zu können. Beide werden ihre erfolgreiche Arbeit nun in Osnabrück fortsetzen. Ich bin davon überzeugt, dass sie den VfL mittelfristig sportlich weiterentwickeln“, hieß es in einer Stellungnahme von VfL-Präsident Christian Kröger.

Geschäftsführer Jürgen Wehlend zeigte sich ebenfalls zufrieden über die Verpflichtung des gebürtigen Herforders: „Wir sind froh, mit Maik Walpurgis einen Trainer verpflichtet zu haben, der das sportliche Konzept des VfL absolut mitträgt. Die Philosophien des Coaches und des Clubs passen hervorragend zusammen.“

Maik Walpurgis, der im März seine Fußballlehrer-Lizenz mit der Note 1,7 erfolgreich absolvierte, stieg am 1. September 2008 als Trainer bei den Sportfreunden ein. Die waren damals abgeschlagenes Tabellen-Schlusslicht. Mit akribischer Arbeit brachte Walpurgis die Mannschaft schnell in sichere Fahrwasser und schloss die Saison als Zehnter ab. In den folgenden vier Jahren spielte Lotte jeweils in der Spitze mit und kratzte drei Mal am Aufstieg. In der abgelaufenen Saison wurde der Club Meister der Regionalliga West und scheiterte erst nach zwei engen Spielen gegen RB Leipzig in der Relegation zur 3. Liga.

Zwar berichteten einige Medien bereits, dass die Sportfreunde mit anderen Trainer-Kandidaten in Kontakt stehen würden wie Marc Fascher (zuletzt Hansa Rostock) und Karsten Hutwelker (zuletzt Wuppertaler SV), das dementierte Wilke aber: „Wir haben keinen Kontakt zu anderen Trainern.“ 

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