Fußball - 3. Liga: SF Lotte - VfL Osnabrück
Derby oder nicht: Beide wollen siegen

Lotte / Osnabrück -

Die Stadien liegen nur gut 13 Kilometer von einander entfernt, dennoch tun sich zumindest die Anhänger des VfL Osnabrück schwer damit, das Nachbarschaftsduell bei SF Lotte als Derby zu bezeichnen. Am Samstag stehen sich beide im Frimo-Stadion gegenüber. Und gewinnen wollen beide.

Freitag, 28.04.2017, 00:04 Uhr

Derby-Rückspiel: Nachdem der VfL Osnabrück mit dem Ex-Lotter Christian Groß (2. von links) und Bastian Schulz in der Hinrunde mit 3:0 siegreich war, wollen sich die Sportfreunde um den Ex-VfLer Moritz Heyer (von links) Andre Dej und dem ehemaligen Osnabrücker Gerrit Nauber revanchieren.
Derby-Rückspiel: Nachdem der VfL Osnabrück mit dem Ex-Lotter Christian Groß (2. von links) und Bastian Schulz in der Hinrunde mit 3:0 siegreich war, wollen sich die Sportfreunde um den Ex-VfLer Moritz Heyer (von links) Andre Dej und dem ehemaligen Osnabrücker Gerrit Nauber revanchieren. Foto: Mrugalla

Ja, ist es nun ein Derby oder nicht? Wie bei Spielen gegen Preußen Münster tun sich auch die Fans des VfL Osnabrück schwer damit, Duelle gegen das kleine Lotte trotz der Nähe zueinander – die beiden Stadien liegen gerade einmal gut 13 Kilometer von einander entfernt – als „Derby“ zu bezeichnen. Es fehle die Tradition meinen die Anhänger der etablierten Clubs. Sei´s drum, die Sportfreunde und der VfL stehen sich am Samstag ab 14 Uhr im Frimo-Stadion zum Rückspiel in der 3. Liga gegenüber. Das Spiel elektrisiert die Massen. Wie im November die Bremer Brücke, dürfte auch das Frimo-Stadion ziemlich ausverkauft sein.

„Als ich Spieler war, haben wir uns auf Duelle gegen Meppen, Münster und Bielefeld gefreut. Das waren echte Derbys“, blickte VfL-Coach Joe Enochs zurück. „Als Trainer sehe ich das ein wenig anders. Mir ist völlig egal, wie das Spiel letztlich genannt wird, wir wollen punkten. Das zählt.“ Genauso sieht es Lottes Trainer Ismail Atalan : „Für die Spieler ist es vielleicht etwas Besonderes, für mich spielt es keine Rolle. Ich weiß, dass so ein Duell für die Fans alles bedeutet. Egal wie der Gegner heißt, wir wollen gewinnen.“ Bezogen auf den VfL schiebt Atalan hinterher: „Wir haben viele Ausfälle, unsere Möglichkeiten sind begrenzt. Der VfL stellte eine der besten Mannschaften der Liga und kann nahezu in Bestbesetzung antreten. Deshalb ist Osnabrück klarer Favorit.“ Da äußert sich Joe Enochs zurückhaltend. Er erwarte „ein ganz schwieriges Spiel“.

Dass seine Mannschaft zudem am Mittwoch im Verbandspokal antreten musste und erst nach Verlängerung und Elfmeterschießen gewann, sieht Atalan als weiteren Nachteil: „Das Spiel hat viel Kraft gekostet, nicht nur physisch, vor allem mental. Es war auch durch das Elfmeterschießen eine unglaubliche Drucksituation. So etwas schüttelt man nicht in zwei Tagen ab.“ Nicht nachvollziehen kann der SFL-Coach die Aussage von Joe Enochs, dass Lotte angetrieben durch den Pokalsieg mit einer positiven Grundstimmung ins Duell mit seiner Mannschaft gehe.

Atalan geht von einem offensiven Abwehrpressing des VfL aus. „Die wollen und müssen gewinnen“, erklärt der Lotter Coach. „Ein Punktverlust könnte im Aufstiegskampf zu wenig sein. Auch wir werden uns nicht verstecken. Ich würde niemanden raten, in diesem Spiel auf ein 0:0 zu wetten.“

Ob ein Punktverlust tatsächlich das „Aus“ hinsichtlich des Aufstiegs bedeuten könne, drauf wolle er nicht näher eingehen“, sagt Enochs, wohl wissend, dass seine Mannschaft bei einem deutlichen schlechteren Torverhältnis drei Punkte hinter dem Zweiten zurückliegt. „Im Fußball ist alles möglich. Wir haben auch schon sechs Punkte in vier Spielen aufgeholt. Deshalb beschäftige ich mich nicht damit, was alles passieren könnte, wenn...“

SF Lotte : Fernandez - Langlitz, M. Rahn, Nauber, Steinhart - Heyer, Brock, Wendel - Freiberger, Lindner, Granatowski.

Gelbsperren drohen : Rahn (9.), Granatowski (4.), Sané (4.).

VfL Osnabrück: Gersbeck - Engel, Appiah, Willers, Dercho - Sangaré, C. Groß, Syhre, Reimerink - Heider, Wriedt.

Gelbsperren drohen : Appiah (4.), Engel (4.), Reimerink (9.),

Schiedsrichter : Dr. Robert Kampka (Mainz). Der 35-jährige bringt die Erfahrung von sieben Erst- und 57 Zweitliga-Spielen mit. Zudem leitete er bereits 66 Begegnungen in der 3. Liga und an die 50 in der Regionalliga. Als Schiedsrichter von Partien mit Lotter Beteiligung war er bisher drei Mal im Einsatz. Alle endeten Unentschieden: 1:1 in Elversberg (6.8.2010), 0:0 in Verl (19.2.2011), 2:2 gegen RW Erfurt (12.8.2016). den VfL pfiff Kampka allein in der vergangenen Saison vier Mal: 0:0 in Aue, 4:0 gegen Wiesbaden, 0:3 gegen Dresden, 1:2 in Chemnitz.

Zuschauer : 10 000 werden erwartet (ausverkauft)

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4795993?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F35348%2F4846494%2F4894274%2F
Nachrichten-Ticker