Handball: Bundesliga
Joscha Ritterbach aus Lengerich erfüllt sich Kindheitstraum

Lengerich / Göppingen -

Er hat sich seinen Kindheitstraum erfüllt und genießt jeden Augenblick. Joscha Ritterbach aus Lengerich spielt seit einem halben Jahr für Frisch Auf Göppingen in der ersten Handball-Bundesliga. Schon als kleiner Steppke wollte er genau dorthin.

Freitag, 22.12.2017, 00:12 Uhr

Joscha Ritterbach aus Lengerich hat sich seinen Traum erfüllt und spielt seit einem halben Jahr für Frisch Auf Göppingen in der ersten Handball-Bundesliga.
Joscha Ritterbach aus Lengerich hat sich seinen Traum erfüllt und spielt seit einem halben Jahr für Frisch Auf Göppingen in der ersten Handball-Bundesliga.

Der Handball bestimmt sein Leben. Schon immer. Von Kindesbeinen an. Als klitzekleiner Steppke watschelte er bereits durch die Dreifach-Sporthalle in Lengerich. Dem Papa zuzuschauen war sein größtes Glück – und dann das Leder selbst Mal in die Hand nehmen. Dass es für ihn noch eine richtige Herausforderung war, den Handball überhaupt ein paar Meter weit zu werfen, interessierte ihn weniger, der Sport an sich faszinierte ihn einfach. Schon als kleiner Junge hatte er diesen Traum. Den Traum, den er sich nun erfüllt hat. Joscha Ritterbach ist Handball-Profi. Seit Sommer spielt der 23-Jährige in der Ersten Bundesliga für Frisch Auf Göppingen .

Der Sport ist ihm regelrecht in die Wiege gelegt worden. Papa Stefan Ritterbach spielte beim TVL und dann bei der HSG Hohne/Lengerich im Tor. Derzeit ist er Trainer der ersten Herrenmannschaft der HSG – und tauscht sich regelmäßig mit seinem Sohn aus. „Wir telefonieren sehr oft“, verrät Joscha Ritterbach. „Natürlich geht es meistens um Handball. Wir sprechen über meine Spiele, aber auch über die der HSG. Natürlich verfolge ich genau, wie es bei meinem Heimatverein läuft.“

Von Anfang an ließ sich das Talent des Rechtshänders erkennen. Andere Vereine wurden auf ihn aufmerksam. Schon als C-Jugendlicher suchte er beim TV Emsdetten eine neue Herausforderung.

Nach Stationen bei Bayer Dormagen, TBV Lemgo, wo er seine ersten Bundesliga-Einsätze absolvierte, und dem Zweitligisten ASV Hamm Westfalen folgte der logische Schritt in die Bundesliga zu Frisch Auf Göppingen. Der vielfache Junioren-Nationalspieler – 2015 wurde er mit der Deutschen U-21-Nationalmannschaft WM-Dritter in Brasilien – avancierte fast überall zum Publikumsliebling. Das auch deshalb, weil er sich in schöner Regelmäßigkeit die Torjägerkrone sicherte. Nicht nur die Treffsicherheit zeichnet den Lengericher aus, sondern auch seine überdurchschnittliche Einsatzbereitschaft. „Es war immer mein Traum, Bundesliga zu spielen. Dabei haben mich meine Eltern stets unterstützt. Jetzt ist er Wirklichkeit geworden. Und es fühlt sich richtig gut an“, sagt ein durch und durch zufriedener Joscha Ritterbach.

Vor ziemlich genau einem Jahr, kurz vor Weihnachten 2016, unterschrieb der damals 22-Jährige einen Zweijahres-Vertrag in Göppingen. „Als ich die neuen Mannschaftskollegen kennengelernt habe, war ich schon nervös“, blickt er zurück. Aber man hat es mir leicht gemacht. Ich bin sehr gut aufgenommen worden.“ Mit Marco Rentschler und Jens Schöngart versteht er sich besonders gut. Selbst mit seinem großen Rivalen auf der Linksaußenposition, Nationalspieler Marcel Schiller, unternimmt er viel. „Wir sind ein verschworener Haufen“, bestätigt Ritterbach. „Auch privat machen wir viel gemeinsam. Es macht einfach Spaß.“

Joscha Ritterbach hat schon einige Top-Leistungen gezeigt. Mittlerweile hat er es in dieser Saison auf 18 Einsätze in der Ersten Bundesliga gebracht. Über 30 Tore hat er bereits erzielt und schon mehrfach ein dickes Lob von seinem neuen Trainer Dr. Rolf Brach eingeheimst, der vor einigen Wochen Magnus Andersson abgelöst hat.

Sein schönstes Erlebnis in der Ersten Liga bisher aber war die Auswärtspartie am zweiten Spieltag in Gummersbach. Sein erster Einsatz für Frisch Auf, und er erzielte zwei Tore. Er wusste, im Publikum sitzen seine Eltern.

„Das war einfach unbeschreiblich schön, ein echter Glücksmoment“, erinnert sich der 23-Jährige.

Dabei fährt ihm eigentlich regelmäßig ein kalter Schauer über den Rücken. Immer dann, wenn er bei Heimspielen in die Halle einläuft. „Die Einlaufzeremonie in unsere Hölle Süd sorgt bei mir jedes Mal für Gänsehaut-Atmosphäre. Deshalb kann ich sagen, ja, ich habe mir meinen Traum erfüllt.“

Am Donnerstagabend stand er im Heimspiel gegen THW Kiel auf dem Feld. Ritterbach erzielte einen Treffer, kassierte mit seiner Mannschaft aber eine 22:29-Niederlage. Am zweiten Weihnachtstag geht es mit der Heimpartie gegen TV Hüttenberg weiter. Besinnliche Feiertage sehen anders aus. Das stört den Lengericher aber nicht. Im Gegenteil: „Ich spiele gerne Handball, warum also nicht auch an Weihnachten.“

Zeit, über die Feiertage nach Hause zu kommen, findet er nicht. „Vielleicht klappt es im Januar oder Februar“, hofft er. Heimatverbunden ist er in jedem Fall. Mehrfach wirkte er zwischen den Jahren in der Vergangenheit beim internen Turnier der HSG mit. „Und es freut mich, dass mit Fabi Wilde, Marvin Mundus und Patrick Kröner auch andere Lengericher im Handball groß rausgekommen sind.“

Wie weit es für ihn noch gehen kann, vermag er nicht zu beurteilen. „Derzeit sauge ich einfach jede Minute auf“, äußert Joscha Ritterbach, und verweist darauf, dass er noch sehr jung sei und gerade erst ein halbes Jahr in der Bundesliga spiele. Doch Träume sind erlaubt, gerade an Weihnachten. Und da steht der Wunsch von der Nationalmannschaft und einem Champions-League-Spiel ganz oben.

Unmöglich ist das nicht. Im Haus Ritterbach dreht sich schließlich alles um Handball. In Lengerich und auch in Göppingen. Dort lebt Joscha mit seiner Lebensgefährtin Maxime Struijs zusammen. Die spielt in der ersten Frauenmannschaft von Frisch Auf – ebenfalls in der Ersten Bundesliga. Klar, dass sich alles um Handball dreht, denn der bestimmt das Leben von Joscha Ritterbach. Schon immer.

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